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Ouvertüre

Joh 2,1-11

 

 

 

Eine Opernouvertüre

ist ein instrumentales

Einleitungsstück

einer Oper, das üblicherweise

bei noch geschlossenen Vorhang

gespielt wird.

 

In der Ouvertüre werden

der Inhalt und die Idee

des Werkes und oftmals

auch wesentliche Elemente

der Handlung sowie

hervorstechende Charakterzüge

der handelnden Personen

musikalisch vorgestellt.

 

Nach der Ouvertüre öffnet

sich dann der Vorhang

und die das Spiel kann

beginnen.

 

Wie eine Ouvertüre

mutet die Geschichte an,

die das heutige Evangelium

zu Gehör bringt.

Johannes stellt es seinem

Evangelium vorweg,

um darin alles

Wesentliche zusammenzufassen,

was er dann auf den folgenden

Seiten sagen will über

Jesus Christus,

den Menschen,

Gott und die Welt.

 

Es macht Jesus

sehr sympathisch, ihn

auf einer Hochzeit

zu begegnen, mitten

unter den Menschen,

beim Feiern,

beim Essen,

beim Trinken und

beim Tanz.

 

So hat Gott es sich

gedacht, als er

Mensch wurde, in allem

den Menschen gleich,

außer der Schuld

und dem menschlichen

Versagen.

 

Gottes Platz ist

bei den Menschen.

Am Leben des

Menschen will er

teilnehmen,

an dem was dem Menschen

Freude bereitet, aber

auch an dem, was ihn

an Kummer und Sorge

oftmals so sehr

niederdrückt.

 

Nichts spart Gott

aus. Vor nichts

schreckt er zurück.

Vorbehaltlos lässt

er sich auf den Menschen

und seine Lebenswelt

ein. Da ist er daheim.

 

Das ist das Grundsätzliche,

das sich durch das Evangelium

des Johannes zieht, und das

seine Ouvertüre vorwegnimmt.

 

Die Feier,

von der Johannes erzählt,

nimmt jedoch eine

schreckliche Wende.

Der Wein geht zur Neige.

Die Krüge sind plötzlich

leer. Das Fest droht

zu kippen; das Brautpaar

sich zu blamieren.

 

So ist es nun mal, das Leben.

Freude und Ausgelassenheit

können ganz plötzlich

in Frage gestellt und zerstört

werden. Gründe zum Feiern,

zur Unbekümmertheit

und zum Jubeln

treten in den Hintergrund.

Es bleibt nur noch Anlass

zum Weinen, zum Klagen,

zum Trauern.

Martin Gutl bringt’s

ins Wort, wie das ist:

„Sie haben
keine Kraft,
keinen Geist,
keinen Antrieb.
Sie hungern nach Wundern.

"Sie haben keinen Wein mehr."
Als sie die leeren Krüge sehen,
sind ihre Gesichter erstarrt.

Jesus wandelt
Wasser in Wein …“

 

Fortan wird sich

Jesus immer wieder als

derjenige erweisen,

der sozusagen über

den Dingen steht,

der die Dinge im Griff

hat, der sie überschaut,

der dem Wind und

dem Wasser befiehlt,

der Menschen aus dem

Tod herausholt und

sie wieder auf die

Füße stellt. Der ihnen

ihre Fehler nicht nachträgt,

sondern sie ihnen verzeiht.

Der selbst in seinem

eigenen Tod seine Würde

und Herrlichkeit nicht

einbüßt, vielmehr

wahrlich als Gottes

Sohn erkannt wird.

Auch das weiß

die Ouvertüre des Johannes

zu berücksichtigen.

 

Doch in diese

Ouvertüre mischt sich

ein Kontrapunkt.

In der Musik stellt der Kontrapunkt

eine wichtige Kompositionstechnik

dar.

Der Kontrapunkt bezeichnet

die Gegenstimme zu

einer vorgegebenen

Melodie. Der Kontrapunkt

umspielt und begleitet

das Thema, als zweite

Stimme.

 

In das Geschehen mischt

sich die Mutter Jesu ein.

Sie will Jesus dazu bringen,

dem Brautpaar zu helfen,

um die peinliche Situation

abzuwehren:

 

„Sie haben keinen Wein

mehr!“

 

Jesus reagiert barsch

und ungehalten:

Was willst du von mir

Frau, meine Stunde

ist noch nicht gekommen!“

 

Und auch hierbei

nimmt die Ouvertüre des

Johannes Wesentliches

vorweg: Das Offenbarwerden

der Herrlichkeit Jesu, sein

Erscheinen als

der Auferstandene und

Erhöhte, den über allem

thronenden Herrn der Welt,

am Ende der Zeiten.

 

Es dauert nicht lange

und das Geschehen nimmt

die alles entscheidende Wende:

Die Krüge werden auf Jesu Geheiß

mit Wasser gefüllt. Der Mundschenk

kostet davon, er traut seiner

Zunge nicht, er schmeckt nach

und erkennt, dass das Wasser

zu Wein geworden ist.

 

Das ist es was, uns das

Evangelium immer wieder

in Aussicht stellt: Leben in Fülle.

Hier angedeutet durch die

vollen Krüge mit dem

neuen, dem besseren

Wein.

 

Es wird eine Zeit kommen,

da wird Gott selber die Menschen

zu einem Hochzeitsmahl versammeln,

das es wahrlich in sich hat, wo

nichts mehr zur Neige gehen wird,

wo unser Mund voller Lachen

und unsere Zunge voller

Jubel sein werden.

 

Nein, so etwas kann

der Mensch nicht von sich

aus bewirken. So etwas

muss er sich schenken

lassen, von Gott

geben lassen, dazu

einladen lassen, denn

nur wo Gott wirken

darf, wird das Wasser

zu Wein und die Klage

zum Loblied.

 

Auch das nimmt

die Ouvertüre

des Johannes vorweg.

 

Und nun -

Vorhang auf.

Treten wir ein

in das Spiel.

Werden wir selber

zu Mitwirkenden.

Nehmen wir den

Platz ein, den Gott

uns in diesem Spiel

zugedacht hat, lassen

wir ein Fenster offen

für die Wunder, die

er an uns wirken will

und freuen wir uns alle

auf das große Finale.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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