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Ostergruß 2016

 

http://www.art.der-wolf.at/Bilder/Acryl/Acryl09/Auferstehung.jpg

Sie kennen sicherlich die Zeilen

eines Gedichtes von Marie Luise Kaschnitz,

die ich gerne diesem Gruß zu Ostern

vorweg stellen möchte:

 

 

 

Auferstehung

 

Manchmal stehen wir auf

Stehen wir zur Auferstehung auf

Mitten am Tage

Mit unserem lebendigen Haar

Mit unserer atmenden Haut.

 

Nur das Gewohnte ist um uns.

Keine Fata Morgana von Palmen

Mit weidenden Löwen

Und sanften Wölfen.

 

Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken

Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.

 

Und dennoch leicht

Und dennoch unverwundbar

Geordnet in geheimnisvolle Ordnung

Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.

 

 

 

Manchmal stehen wir auf …

 

Wer die Bilder von unzähligen Flüchtlingen

an den Grenzen der Länder zu sehen bekommt,

den muss der Anblick schier zur Verzweiflung

bringen: Menschen mit dem Allernötigsten

in ihren Händen oder auf einen kleinen Wagen

gepackt, den Kindern auf den Armen, nackt an den

Füßen und den Kleidern durchnässt, erheben

sich Tag für Tag aus dem Schlamm,

um sich erneut auf den Weg zu machen,

dorthin, wo sie ein besseres

Leben für sich und ihre Familien erhoffen.

 

Stehen wir zur Auferstehung auf

Mitten am Tage

Mit unserem lebendigen Haar

Mit unserer atmenden Haut …

 

Auf ihrem Weg, so enttäuschend,

verletzend und demütigend er für

viele von ihnen auch sein mag, gibt es

immer wieder auch Erfahrungen

von Auferstehung:

Menschen, die einander

unterstützen, die sich einander annehmen

und des Weges begleiten.

Helfer, die ihnen ihre Hände entgegenstrecken

und sie nicht nur mit Worten versorgen

und abspeisen.

 

Ja auch inmitten dieser Situationen

kann sich Gott ereignen, kann

Auferstehung geschehen.

Gerade dort will sie sich ereignen.

Zumeist unmerklich für viele, weil ihnen

der Blick dafür abhandengekommen

ist und die Strapazen des Weges

der Seele eine dicke Hornhaut

haben wachsen lassen.

 

Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken

Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus …

 

Das Leben geht unaufhaltsam weiter.

Die Wege der Menschen setzen sich beständig

fort. Niemand kann sich der Entwicklung

entgegenstellen, den Aufgaben, die daraus

erwachsen und die uns fordern und uns alle

in unserer Mitmenschlichkeit und Liebe

für den anderen in seiner Not und seinem

Schicksal anfragen.

 

Während die Uhren weiterlaufen und nicht

aufhören zu ticken, machen sich in unseren

Gemeinden unzählige Helfer und Helferinnen

bereit, den Menschen auf der Flucht entgegen

zu gehen. Sie erwarten sie mit grenzenloser

Offenheit und Hilfsbereitschaft. Sie übernehmen

Patenschaften; begleiten sie zu den Behörden

und zum Arzt; bringen ihnen unsere Sprache

und Kultur nahe; feiern mit ihnen Gottesdienste

und versammeln sich mit ihnen zum Mahl.

 

Auch hierbei kann sich Auferstehung

ereignen. Gott schafft unaufhaltsam

mit uns. Wo es dunkel war, strahlt

Licht auf: Das Lächeln eines Kindes,

das zwar die Sprache nicht versteht,

aber die Stimme des Herzens des

anderen vernimmt. Der feste Händedruck

des Fremden, der Dankbarkeit

und Freude, aber auch Vertrauen

signalisiert.

 

Ich begreife vieles,

was in diesen Monaten zwischen

Menschen in unseren Gemeinden

geschieht, als einen Abglanz des Lichtes

des Ostermorgens.

 

Natürlich gibt es auch Probleme.

Sie zu verdrängen würde der Situation

nicht gerecht werden und uns in

unserer Verantwortung nicht

erstnehmen. Und diese Verantwortung

haben wir zweifelsohne, als Mitmensch

und als Christen in besonderem Maße.

Sie liegt zunächst in der Aufgabe,

in jedem Menschen, der auf uns

zukommt, Gottes Angesicht zu

sehen und ihm seine Würde

anzuerkennen, weil Gott

zu ihm steht.

 

Behörden und Institutionen

haben dabei das Ihrige

zu tun.

 

Manche in unserem Land

haben dieses Prinzip nicht begriffen.

Im Gegenteil. Sie grenzen sich ab.

Sie denken an das ganz Eigene,

sie schüren Gewalt und Terror,

sie zünden Häuser an und

verstören schwache Seelen.

 

Wer rollt den Stein

vor ihren verhärteten

Herzen weg?

Wer findet einen Zugang

zu ihnen und sensibilisiert sie

für das Leben,

seinen Wert, seine Würde,

seine Schönheit?

Und wie?

 

Ich glaube, dass es da

vor allem auf Offenheit ankommt

und die Bereitschaft, sich herausfordern

zu lassen und dies zum Wohle

einer Gesellschaft, in der

jeder seinen Platz haben darf,

ohne die Angst haben zu müssen,

dass man ihm diesen Platz

auf Leben absprechen wird.

 

Wir sind insgesamt als

Gesellschaft herausgefordert.

Die Verantwortung reicht

weit über die Grenzen

unseres Landes hinaus.

Als Weltgemeinschaft sind wir

herausgefordert.

Wir müssen wieder lernen,

für das Leben zu kämpfen,

uns für die Würde des Lebens

und seinen uneingeschränkten

Wert einzusetzen.

 

Wer dabei nur an das

ganz Eigene denkt,

an seinen Profit und seine Macht

und sein Ansehen, an seinen Erfolg

und seinen Gewinn und seinen Einfluss,

der schafft in die falsche

Richtung und zerstört im Letzten

sich selber.

 

Es ist Zeit für ein neues

Bewusstsein unter uns Menschen,

das auch die Schöpfung nicht

ausschließen darf.

 

Ob sich die Weltmächte

mit ihren ganz eigenen Problemen,

diesen Herausforderungen

zu stellen vermögen?

Auch hier geht es oft zu

sehr um die ganz eigenen

Interessen, deren Umsetzung

sehr oft Menschenleben

kostet.

 

Und dennoch leicht

Und dennoch unverwundbar

Geordnet in geheimnisvolle Ordnung

Vorweggenommen in ein Haus aus Licht …

 

Wir sollten trotz allem die Hoffnung

nicht aufgeben. Ich bin fest davon überzeugt,

dass es immer wieder und immer öfter

Momente gibt, die uns aus der Finsternis

herausholen und in ein Haus

aus Licht stellen.

 

Hierfür gilt es offen zu sein

und sensibel zu werden.

Man muss sich dieser Momente

bewusstwerden; sich getrauen

sie beim Namen zu nennen,

was in einer zu Pessimismus tendierenden

Gesellschaft nicht immer

leicht ist.

 

In wenigen Tagen feiern

wir Ostern: Den Sieg des Lebens

über den Tod. Den Sieg des Lebens

über all die vielen Sinnlosigkeiten,

an denen der menschliche Verstand

und das menschliche Herz

zu zerbrechen drohen.

 

Unser Sinn kommt von Gott.

Er hat gewollt, dass wir

sind und leben.

Miteinander und nicht

gegeneinander.

Füreinander und nicht

jeder für sich.

 

Ich danke Ihnen allen

für Ihre aktive Unterstützung

und dafür, dass Sie helfen,

dass in das Lebenshaus

so vieler Menschen Licht

kommen kann.

 

Hören wir nicht auf,

weiterhin für das Leben

einzutreten und uns dafür

stark zu machen.

 

Stehen wir auf,

zur Auferstehung auf,

mitten am Tage,

mit unserem lebendigen Haar,

mit unserer atmenden Haut.

Miteinander und zum Wohl

aller.

 

Ein gesegnetes Osterfest

wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer

 

Thomas Diener

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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