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Stephanus

Offener Himmel

 

 

Er passt nicht

in den Rahmen dieser

weihnachtlichen Zeit,

der Gedenktag des

Heiligen Stephanus.

Nicht wirklich.

Vielmehr fällt

er doch aus dem Rahmen.

Um nicht zu sagen:

Er sprengt den Rahmen

des allzu Friedlichen und

Heiligen dieser Tage.

 

Gestern noch

wurden unsere Blicke

von den Kind in der Krippe

angezogen.

Hirten und Schafe und

der Stall verliehen

dem Geschehen der Geburt

Jesu zudem eine ganz eigene

Atmosphäre.

 

Heute schon

geht es um Mord und

Totschlag. So schnell kann

das Blatt sich wenden.

 

Leben und Tod

wie nahe liegen sie doch

zusammen?

Ebenso wie das Gute

und das Böse in dieser

Welt.

Wie Heil und Unheil;

wie Freude und Trauer;

wie Ausgelassenheit

und Sorge;

wie Liebe und Hass.

Unser Leben, es spielt

sich immer zwischen diesen

Polen ab. Einmal

sind wir näher an diesem,

einmal näher an dem

anderen Pol.

 

Darauf haben

wir uns einzustellen.

Das kann man nicht

schönreden.

Genauso ist das Leben.

So kennen wir´s.

Daran können wir

nicht rütteln.

 

Die Frage ist, wie wir

in diesen scheinbaren

Widersprüchen unseres

Lebens und dieser Welt

zu bestehen lernen?

Was hält uns aufrecht?

Was lässt uns nicht zugrunde gehen?

Was hilft uns durchzuhalten?

 

Jeder von uns hat

sicherlich seine ganz eigene

Antwort auf diese Frage.

Manche haben gar keine

Antwort. Es verschlägt ihnen

vielmehr die Sprache angesichts

dieses bereiten Spektrums,

mit dem uns das Leben

aufwartet und manchmal

wie von hinten überfällt.

 

Wir müssen lernen

mit beidem zu rechnen.

Der Wirklichkeit des Bösen.

Der Wirklichkeit des Guten.

Wie gesagt unser Leben

spielt sich immer

dazwischen ab.

Das Eine ist ohne das

Andere in dieser Welt nicht

zu haben.

 

Das ist die harte Tatsache,

die uns mehr als einmal

an diesem Leben und auch

an unserem Gott verzweifeln

lassen will.

 

Mein Blick fällt

auf Stephanus.

In dem Moment, in dem

man mit Steinen auf ihn

wirft, ihn mundtot machen,

ihn töten will,

sieht er den Himmel

offen.

 

Das, so scheint es mir,

ist die Art und Weise, wie

wir mit den vermeintlichen

Widersprüchlichkeiten

in unserem Leben zurecht

kommen könnten:

 

Den Himmel stets offen

zu sehen, selbst in den Augenblicken,

in denen er verhangen zu sein scheint;

Gott als gegenwärtig zu begreifen,

selbst in den Stunden,

in denen wir ihn ganz weit weg

von uns vermuten wollen.

 

Wir dürfen ihn in allem

nahe wissen, gerade dort,

wo wir ihn am meisten

als den abwesenden Gott

ausmachen möchten.

Gott hat auch seinen Platz

in den größten Widersprüchen

des Lebens und ist in ihnen

am Wirken. Immerzu.

Unaufhaltbar.

 

Beeindruckend hat dies

Dietrich Bonhoeffer in seinem

Glaubensbekenntnis festgehalten,

wenn er schreibt:

 

„Ich glaube,

dass Gott aus allem,

auch aus dem Bösesten,

Gutes entstehen lassen kann

und will.

Dafür braucht er Menschen,

die sich alle Dinge zum Besten

dienen lassen.

Ich glaube, dass Gott

uns in jeder Notlage soviel

Widerstandskraft geben will,

wie wir brauchen.

Aber er gibt sie nicht im voraus,

damit wir uns nicht auf uns selbst,

sondern allein auf ihn verlassen.

In solchem Glauben müsste

alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist,

sondern dass er auf aufrichtige Gebete

und verantwortliche Taten 

wartet und antwortet.“

 

Mit Gott dürfen wir selbst

in der größten Unberechenbarkeit

rechnen, die das Leben für uns bereithält,

der des Todes.

 

Nichts gibt es, was er nicht

durchdringen würde und nichts,

was er nicht in Gutes verwandeln

könnte.

 

Doch wie können wir

ihm auf die Spur kommen.

Wir können wir ihn

entdecken lernen?

 

Ich persönlich stelle

mir auch in sehr widersprüchlichen,

herausfordernden Situationen

die Frage, wie mir Gott gerade

in solchen Momenten begegnen

und wozu er mich

einladen will?

Wozu ist dies oder

das gut, das ich gerade

erleben muss.

Und manchmal

da spüre ich, wie sich

über mir mein Himmel

öffnet.

Ich fange an, klarer zu sehen

und zu verstehen und lerne

anzunehmen, was mir zuvor

noch unannehmbar

erschien.

 

Ich wünsche uns allen,

dass wir den Blick auf den

offenen und weiten Himmel

über uns niemals verlieren

mögen.

 

Sicherlich wird es immer

wieder diese Momente geben,

in denen der Himmel für

uns ganz verhangen

zu sein scheint.

Das ist dann unsere Sicht

der Dinge und der Situation, die

uns niemand ausreden kann.

Und es gibt auch die andere

Wirklichkeit, die sich über

unser aller Leben ausbreitet:

Gott hält den Himmel

über uns offen.

Dafür haben wir

sein Versprechen.

Dieses Versprechen

trägt einen Namen.

Jesus Christus.

 

Der Apostel Paulus

schreibt hierzu:

 

„Denn in ihm wurde

alles erschaffen

im Himmel und auf Erden,

das Sichtbare und das Unsichtbare,

Throne und Herrschaften,

Mächte und Gewalten;

alles ist durch ihn

und auf ihn hin geschaffen.

 

Er ist vor aller Schöpfung,

in ihm hat alles Bestand …

Er ist der Ursprung,

der Erstgeborene der Toten;

so hat er in allem den Vorrang.

 

Denn Gott wollte

mit seiner ganzen Fülle

in ihm wohnen,

um durch ihn alles zu versöhnen.

Alles im Himmel

und auf Erden wollte er

zu Christus führen,

der Friede gestiftet hat

am Kreuz durch sein Blut.“ (Kol 1,16)

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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