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Nicht machen - geschehen lassen!

Vierter Advent

 

Menschen sind Macher.

Sie sind stolz, wenn sie

etwas bewirken können,

wenn sie Einfluss nehmen

können, wenn sie die Dinge

bestimmen können,

wenn sie alles selber fest

und sicher in ihrer Hand

haben können.

 

Wer nichts bewirkt,

wer keinen Einfluss hat,

wer die Dinge nicht bestimmen

kann, wer sein Leben nicht

in Griff hat, der gehört

zu den vermeintlichen

Verlieren dieser Welt.

 

Wer hat uns eigentlich

nahegebracht, dass wir

immer alles machen müssen?

Wer hat uns eigentlich

eingetrichtert,

dass wir immer alles stemmen

müssen?

 

Das Gegenteil von „machen“

ist „geschehen lassen“, sich

„beschenken lassen“,

einfach einmal etwas

entgegennehmen zu

können.

Wie gesagt, einfach so!

 

Das fällt vielen schwer.

Entweder fehlt es ihnen

an Urvertrauen oder aber

sie unterstellen sich dem Zwang,

ihnen Geschenktes gleich wieder

vergelten zu wollen.

 

Wieviel in dieser Welt

können wir eigentlich wirklich

selber bewegen

und machen und was

dagegen müssen wir uns

schenken lassen, aus

unseren Händen geben?

 

Allem vorweg verdanken

wir doch unser Leben.

Dass wir sind,

das konnten

wir nicht machen.

Das war eines anderen

Idee.

Das Ansinnen unseres

Gottes, der wollte,

dass es uns gibt.

Einfach so!

 

Menschen sind Macher.

Das Leben können sie

nicht machen.

Ja, sie wollen es gerne

bestimmen.

Es nach ihren Vorstellungen

beeinflussen und auch

über den Anfang

und das Ende des Lebens

wollen sie frei entscheiden

können.

 

Doch das Leben

ist nicht zu machen.

Es bleibt geschenkt.

Es bleibt gegeben,

in unsere Hände,

damit wir es hüten,

damit wir es umsorgen,

damit wir Verantwortung

für das Leben übernehmen.

 

Auch Gott können wir nicht

machen. Zugeben: Viele

machen sich ihren eigenen Gott.

Sie gebärden sich wie Gott.

Sie spielen sich auf wie Gott.

Gotteskomplex nennt man

dieses krankhafte Verhalten.

 

Aber Gott kommt

von sich aus auf uns zu.

Gott tritt von sich aus

in das Leben ein.

Ohne anzuklopfen,

ohne zu fragen.

 

Die Begegnung mit ihm

ist ein Geschenk.

Wir sind eingeladen,

es anzunehmen und

in der Begegnung mit

ihm, die Wandlung unseres

Lebens zu erfahren,

Befreiung und Erlösung.

 

Eine hat es begriffen.

Von Anfang an. Maria.

 

„Siehe ich bin die Magd des

Herrn; mir geschehe nach

deinem Wort.“

 

Zugegeben. Sie hatte Angst.

Sie fürchtete sich vor diesem

göttlichen Eingriff in ihr Leben.

Es ist und bleibt immer

ein Wagnis Gott

mit sich machen zu lassen.

Sich ihm anheim zu geben.

Ihn an sich geschehen

zu lassen und mit ihm

das, was man nicht

einblicken und überblicken

kann.

 

Nicht viel anders

ergeht es Elisabet.

Von sich aus hätte sie

das Leben in ihrem

Bauch nicht machen

können. Sie und ihr

Mann waren biologisch

gesehen dazu gar nicht

mehr in der Lage gewesen.

 

Mit Maria und ihrer

Cousine wird auch unser

Vertrauen auf die Probe gestellt.

Unser Gottvertrauen

und die Fähigkeit ihn an uns

geschehen zu lassen

und nicht immer alles

selber machen zu wollen.

 

Gott sei Dank

können wir dieses Eingreifen

Gottes in unser Leben und

diese Welt nicht selber

machen.

Dann wäre er kein Gott

mehr, wenn er so verfügbar

wäre, dass Menschen

mit ihm machen und anstellen

könnten, was sie gerade

wollen.

 

Nein, wir können Gott

nicht manipulieren. Aber

wir dürfen damit rechnen,

dass er in unser Leben

kommt, vielleicht nicht so,

wie wir es denken. Das

scheint mir dann auch

so ziemlich zweitrangig

zu sein.

 

Wesentlich wäre,

dass wir dann geschehen

lassen, was er an uns

tun und durch uns

tun will.

 

„Siehe wir sind Knechte

und Mägde des

Herrn; uns geschehe nach

seinem Wort.“

 

Nein, im Angesicht Gottes

sind wir keine Macher.

Vor ihm und mit ihm

bleiben wir immer

Beschenkte.

Begnadete.

Ob wir das annehmen

wollen oder nicht.

Ich wünsche uns allen

die Gabe des

Geschehen-lassen

-könnens.

 

Gott bleibt darauf

angewiesen,

wenn er in unser

Leben kommen soll.

Übrigens, wir auch.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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