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Mir ist schlecht!

Lk 9,18-24.

 

 

Auf meinem Schreibtisch

zuhause steht ein kleiner

Tischkalender teils mit

sehr lustigen, provozierenden,

zugleich immer auch

nachdenklich stimmenden

Sprüchen.

 

Der Spruch für den

Monat Juni lautet so:

„Kann mal bitte jemand

die Welt anhalten!

Ich möchte aussteigen –

mir ist schlecht!“

 

Der Spruch trifft

ins Schwarze. Er gibt

wieder, was viele

von uns spüren und

bewegt, die einfach

nur aussteigen wollen,

aus einer sich drehenden Welt,

die sich für viele

in die falsche Richtung

zu bewegen scheint;

die weg wollen, heraus

aus diesem ganzen Wust

des Lebens, des eigenen

wie auch dieser Welt.

 

„Kann mal bitte jemand

die Welt anhalten!

Ich möchte aussteigen –

mir ist schlecht!“

 

Es kann einem durchaus

schlecht werden, wenn man

die oftmals undurchschaubaren

Prozesse und Angelegenheiten

dieser Welt mitverfolgt, die sich

zudem in einer rasenden

Geschwindigkeit

vollziehen, so dass viele

von uns einfach keinen

Überblick mehr haben,

haben können.

 

Die Welt anhalten zu wollen,

um auszusteigen, weil

es einem einfach nur

schlecht davon ist,

das ist zu begreifen.

Das ist aber nicht

machbar.

 

Zugegeben,

ich kann mich für eine

Zeit lang vielleicht zurückziehen,

um Abstand zu finden, zu dem

was ist, und um es vielleicht

einmal aus einer anderen

Perspektive zu betrachten,

was durchaus sinnvoll

ist.

Doch gänzlich kann

ich mich dem Geschehen

dieser Welt und meines

Lebens nicht entziehen.

Ich kann meinen Kopf

nicht in den Sand stecken

und so tun, als ob es

mich nicht gäbe.

 

Die Welt stellt sich

mir immer wieder in

die Quere. Das Leben

will von mir beachtet

werden, ganz gleich,

in welchen Kleidern es

daherkommen

mag.

 

An dieser Stelle

packt mich das Wort

Jesu und fordert mich,

wie so oft, heraus:

 

„Wer mein Jünger sein

will, der verleugne sich selbst,

nehme täglich sein Kreuz

auf sich und folge mir

nach.“

 

Ja, die Welt und auch

das eigene Leben können

einem zum Kreuz werden.

An der Welt und ihren

Herausforderungen, noch

mehr an seinem eigenen

Leben und seinen Anforderungen

kann man schwer zu tragen

haben. Das kann bisweilen

auch ins Kreuz gehen,

denn auch der Körper

setzt sich oft zur Wehr,

sendet dem Menschen

seine Signale, macht

auf einmal nicht

mehr mit.

 

Jesus hat sich

dieser Welt und dem

Leben des Menschen

nicht entzogen.

Mitten hinein

in diese Welt

und das Leben

ist er geboren.

Mitten hinein in

diese Welt und das

Leben der anderen ist

er gegangen.

Er hat Kontakt

zu den anderen gesucht.

Er hat Beziehungen

mit den anderen entstehen lassen.

Er ist die Auseinandersetzung

mit den anderen eingegangen.

Zum Schluss nahm

er das Kreuz aller auf

sich und starb

daran.

 

Wolfgang Steffel scheibt:

 

„Täglich das Kreuz auf sich nehmen:

Nichts Außergewöhnliches tun,

sondern das Gewöhnliche

mit außergewöhnlicher Leidenschaft.

 

Täglich das Kreuz auf sich nehmen:

Nicht Heldenhaftes leisten müssen,

sondern kreativ ein kleiner Held

im Alltag werden.

 

Täglich das Kreuz auf sich nehmen:

Nichts Spektakuläres vollbringen,

sondern mich vom Gekreuzigten

anschauen lassen.

 

Täglich das Kreuz auf sich nehmen:

Nicht das Kreuz vor mir hertragen,

sondern es im eigenen Herzen

aufrichten.

 

Täglich das Kreuz auf sich nehmen:

Nicht nur äußerlich Jesus

nachfolgen, sondern ihn im

Innersten lebendig halten.“

 

Das Besagte hat auch etwas mit

der von Jesus angesprochenen

Selbstverleugnung zu tun.

 

Es läuft nicht immer alles so,

wie es der Mensch gerne plant.

Manches läuft anders,

ganz anders.

Die Welt und das Leben

funktionieren sehr oft

nicht nach unseren

Vorstellungen.

Sie ticken anders.

Ganz anders.

 

Das kann einen Menschen an

seine eigenen Grenzen

führen. An einen Punkt,

wo er sich selber zurücknehmen

und sich auf das Wichtigere

und Wesentlichere besinnen,

sein Leben um Jesu willen

verlieren, muss:

 

Weil seine Aufgabe sich

nicht nur im Bisherigen

erschöpft.

Weil sein Leben in

eine andere Richtung

verlaufen soll.

Weil seine Berufung eine

andere ist.

Wie auch immer.

 

„Kann mal bitte jemand

die Welt anhalten!

Ich möchte aussteigen –

mir ist schlecht!“

 

Es gibt einen, der

diese Welt schon einmal

angehalten hat.

Er hat gezeigt, was

diese Welt und das Leben

wirklich zusammenhalten

kann, so lenken und in

einer Geschwindigkeit

drehen lassen kann,

dass es einem nicht

schlecht davon werden

muss.

 

Die Frage ist nur,

ob wir uns sein Tempo

zu eigen machen wollen.

Seine Worte und Gedanken,

seine Sicht der Dinge,

des Lebens, des Menschen,

Gottes.

 

Manchmal habe ich

den Eindruck, dass

wir schon lange nicht

mehr die Geschwindigkeit

der Welt mit unseren

Möglichkeiten beeinflussen

können. Die Welt dreht

sich immer schneller.

Wir kommen schon lange

nicht mehr mit. Vieles

wächst uns nur noch

über den Kopf, auch

wenn es keiner

zugeben will.

 

Gott hält für uns die

Welt an. Immer wieder,

wenn wir es wollen.

Er lädt uns ein, diese Welt

und unser Leben, neu zu ordnen

um damit die Welt entstehen

zu lassen, die er unter uns

und mit uns schaffen

will.

 

Die Frage ist, ob wir den

Mut dazu haben, aus dem

Bisherigen auszusteigen,

uns die alten Lösungen

zu verbieten, Neues

zu wagen?

 

Das hat dann wieder

mit Selbstverleugnung

zu tun, die in diesem

Fall sicherlich heilsam

wäre. Und zwar für uns

alle.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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