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Göttliche Gerechtigkeit

5. Fastensonntag (Misereorsonntag)

 

 

Was treibt Sie in

Ihrem Leben an?

Was ist der Motor,

der Sie in Bewegung

bringt und in Bewegung

hält?

Was gibt Ihrem Leben

Sinn und worauf zielt

es ab?

 

Ich weiß nicht, was

es ist, das sie fördert

und innerlich zutiefst

bewegt. Wie auch.

Zu unterschiedlich

werden die Antworten

auf meine Frage sein.

Zu vermessen wäre es

von mir, sie kennen

zu wollen.

 

Für Jesus ist es

in diesem Augenblick

das Schicksal der Frau,

die vor ihm im Sand

kniet und ihrer Hinrichtung

mit Angst und Schrecken

entgegenbangt.

 

Was hier passiert ist

vielleicht rechtens, denn

so sieht es der Talmud

vor: Auf Ehebruch

steht die Todesstrafe.

Doch entspricht dies

tatsächlich dem Ansinnen

Gottes?

 

Mit Nichten:

Gott will Gerechtigkeit.

Gottes Gerechtigkeit aber

ist seine Barmherzigkeit.

Und die sprengt das

Gesetz. Sie stellt

es sogar

gänzlich in Frage,

wenn es um den

Menschen geht,

sein Wohl,

seine Würde,

sein Leben.

 

Doch, „wo kämen wir

hin, wenn wir alles so

einfach durchgehen ließen?

Recht muss Recht

bleiben. Koste es, was

es wolle, und sei es

selbst das Leben eines

Menschen.“

 

„Wo kämen wir hin,

wenn alle sagten,

wo kämen wir hin

und niemand ginge,

um einmal zu schauen,

wohin man käme,

wenn man ginge,“

fragt der schweizer Pfarrer

Kurt Marti provozierend

nach.

 

Jesus geht.

Jesus schaut dahinter.

Ohne Angst.

Ohne Frucht.

Er sprengt damit

Konventionen.

Er legt sich an.

Er eckt an.

 

Zunächst malt er in den

Sand. Und dann stößt

er allen vor den Kopf.

Den Selbstgerechten.

Den Scheinheiligen.

Den Besserwissern.

 

„Wer von Euch ohne

Sünde ist …“

 

Jesus geht.

Jesus geht immer weiter.

Am Ende kostet

dies ihn Kopf und Kragen.

Er kommt damit bis

zum Kreuz.

Zunächst und keinen

Schritt weiter.

 

Ist damit alles in

Frage gestellt;

ad absurdum geführt?

Behält am Ende

doch der Recht, der

am lautesten schreit

und nach Vergeltung

ruft?

 

Man möchte es meinen.

Damals wie heute.

Doch wo enden diese

lauten Rufe?

 

Sie erzeugen Aggression

und Gewalt. Sie verletzten

und sie demütigen. Sie

machen klein und

entwürdigen. Sie setzen

herab und zerstören.

Am Ende bleibt

nichts mehr übrig

außer Schutt und Asche

und eine zerstörte

Seele.

 

Was treibt Sie in

Ihrem Leben an?

Was ist der Motor,

der Sie in Bewegung

bringt und in Bewegung

hält?

Was gibt Ihrem Leben

Sinn und worauf zielt

es ab?

 

Ich kann es immer

noch nicht sagen.

Aber ich kann sagen,

was Jesus antreibt,

was es ist, das ihn immer

wieder weitergehen

und hinter die Dinge

schauen lässt:

 

Jesus treibt der

Mensch an und seine

Sorge um ihn.

Ihm soll Gerechtigkeit

wiederfahren.

 

In dem Wort Gerechtigkeit

steckt das kleine Wort Recht.

Der Mensch hat

grundlegend ein Recht

auf Würde und Ansehen,

Achtung und Respekt.

Das sind Werte, die

eine Gesellschaft

am Leben erhalten

und das Zusammenleben

von Menschen, ungeachtet

ihrer Herkunft, ihres Geschlechts,

ihrer Nationalität, ihrer Religion,

ihres Status, garantieren

sollen.

 

In einer gerechten

Gesellschaft kommt

jede und jeder zu

seinem Recht

und kann sich als Mensch

entfalten  –

mit all den Fähigkeiten,

den Fertigkeiten, die Gott

jedem einzelnen von uns

geschenkt hat.

 

Wie Menschen Gerechtigkeit

wiederfahren kann bringt

Jesus in der Bergpredigt

ins Wort:

 

Trauernde finden Trost.

Hungernde werden satt.

Barmherzige finden Erbarmen.

Menschen mit einem weiten

Herzen werden Gott schauen.

Jene, die Frieden Stiften

werden Kinder Gottes sein.

Und wer um der Gerechtigkeit

willen verfolgt wird, für den wird

sich der Himmel öffnen. (vgl. Mt 5)

 

An diesen Worten Jesu

wird zugleich spürbar,

dass Gottes Gerechtigkeit

weiter reicht, als die Gerechtigkeit,

wie wir sie auf Erden anstreben.

Die menschliche Gerechtigkeit

besagt, dass wenn jemand etwas

gestohlen hat, er dafür

bestraft werden muss.

Die menschliche Gerechtigkeit

sagt uns, dass dies das Richtige

ist.

 

Gottes Gerechtigkeit besteht

darin, dass er barmherzig

ist, dass er mitfühlt,

Schuld vergibt

und damit

einen Neuanfang für den

Menschen möglich macht.

Nicht nur einmal.

Immer wieder.

 

„Frau, hat dich keiner

verurteilt? … Auch ich

verurteile dich nicht. Geh

und sündige von jetzt an

nicht mehr.“

 

Walter Kasper

schreibt in seinem

neusten Buch, Barmherzigkeit:

„Gott ist nicht wie ein

Richter oder ein Angestellter,

der ein von höherer Autorität

aufgestelltes Gesetz gerecht

anwendet; Gott ist souveräner

Herr, der nicht unter dem

Gesetz eines anderen steht,

sondern seine Gaben souverän

zuteilt.

Dabei geht er nicht willkürlich

vor, er handelt vielmehr gemäß

der ihm eigenen Güte.

So steht Barmherzigkeit

nicht gegen die Gerechtigkeit;

sie setzt sie nicht außer Kraft,

sondern geht weit über sie

hinaus. Sie ist die Erfüllung

der Gerechtigkeit.“

 

Auf die Frage eines Journalisten,

ob man Katholiken, die geschieden

sind und die wieder geheiratet

haben, nicht doch zu den

Sakramenten zulassen könne,

antwortet Papst Franziskus:

„Die Barmherzigkeit ist größer

als jener Fall, den Sie vorstellen.

Ich glaube, dass dies die Zeit

der Barmherzigkeit ist.“

 

Und weiter:

 

„Dieser Eprochenwechsel,

auch viele Probleme der Kirche …

haben viele Verwundete

hinterlassen, viele Verwundete.

Und die Kirche ist Mutter;

Sie muss hingehen und die

Verwundeten pflegen,

mit Barmherzigkeit.

Wenn aber der Herr

nicht müde wird

zu verzeihen, haben wir

keine andere Wahl

als diese."

 

Und schließlich:

 

„Warum verkomplizieren

wir, was so einfach ist?

Jesus hat uns mit seinen

Worten und seinen Taten

diesen Weg der Anerkennung

des anderen gewiesen.

Warum verdunkeln,

was so klar ist?

Sorgen wir uns nicht

nur darum, nicht in

lehrmäßige Irrtümer zu

fallen, sondern auch darum,

diesem leuchtenden Weg

des Lebens und der Weisheit

treu zu sein.“

 

In diesem Sinne ist

Barmherzigkeit eine Kraft,

die Leben schenkt, die

den Menschen erweckt;

ihn herausholt aus dem

Sumpf seines Lebens.

Damit reicht sie aber

weit über das hinaus,

was wir üblicherweise

als Gerechtigkeit

verstehen.

 

Die ach so Selbstgerechten

lassen nach Jesu Einschreiten

beschämt ihre Steine in den

Sand fallen. Sie gehen

betroffen weg.

 

Was treibt Sie in

Ihrem Leben an?

Was ist der Motor,

der Sie in Bewegung

bringt und in Bewegung

hält?

Was gibt Ihrem Leben

Sinn und worauf zielt

es ab?

 

Jeder mag darauf

seine ganz eigene Antwort

haben. Der Epheserbrief (4,32)

stellt uns eine sicherlich

in mancherlei Hinsicht

herausfordernde und

bleibend gültige, zugleich

uns alle belebende vor:

 

„Seid gütig zueinander,

seid barmherzig, vergebt einander,

weil auch Gott euch

durch Christus vergeben hat.“

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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