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Eingeladen zum Fest des Lebens

4. Fastensonntag

 

 

Es gehört wohl zu

den schönsten Gleichnissen,

die Jesus erzählt hat:

Das Gleichnis vom

verlorenen Sohn.

 

Viele Menschen, die

diese Geschichte hören,

lassen sich von ihr ansprechen

und in ihrer Seele tief

anrühren.

 

Offensichtlich spricht

das Gleichnis ihre tiefsten

Sehnsüchte an:

 

Die Sehnsucht,

aus der Entfremdung wieder

nach Hause zu finden.

Die Sehnsucht,

aus dem Uneigentlichen

wieder zum Eigentlichen

zu finden.

Die Sehnsucht,

dass in jeder Situation

Umkehr und Rückkehr

möglich sind.

Die Sehnsucht,

dass der Mensch in

das Haus findet, in dem

er tatsächlich und wahrhaft

beheimatet ist.

 

Die beiden Söhne

in der Geschichte, sie stehen

für die beiden Pole,

die sich in jedem Menschen

wiederfinden lassen:

 

Der jüngere Sohn will

aus der Enge der Familie,

der Vorschriften und

Gesetze ausbrechen,

um das Leben in all

seinen Höhen und

Tiefen kennen zu lernen.

Der andere Sohn ist

über die Haltung seines

Vaters zutiefst verärgert.

 

Was den jüngeren Sohn

an Sehnsucht erfüllt

bringt die Aussage eines

jungen Mannes zum Ausdruck:

 

„Dieses ständige

Wegwollen.

Weg, trampen zu den

Freunden, in die Diskothek,

in Gaststätten saufen.

Hauptsache nicht mehr

zu Hause sein müssen,

zu Hause, wo es keine

Rückzugsmöglichkeiten

gibt, kein eigenes Zimmer,

offene Türen,

Telefon im Wohnzimmer,

wo einen selbst die Möbel

beobachten.“

 

Doch – so sagt es das Gleichnis –

gerade mit dieser Einstellung

verliert der junge Mann sich

selbst.

Er lebt zügellos.

Er lebt ohne Form.

Er lebt ohne Halt.

 

Er verschleudert sein Vermögen.

Er vergeudet sich an nutzlose Dinge.

Und so geht es ihm immer schlechter:

 

Er drängt sich einem Fremden auf.

Er landet bei den Schweinen.

Tiefer kann man nicht fallen.

 

In solchen Momenten

geben sich viele Menschen

auf. Sie können nicht sich selbst

verzeihen, dass sie ihr Leben

zugrunde gerichtet haben,

dass sie gescheitert sind.

Falscher Stolz spielt dabei

eine nicht unwesentliche

Rolle:

Wie sollte sich der junge

Mann, der völlig abgewirtschaftet

hat, seinem Vater und seinem

Bruder zeigen?

Deren Antwort liegt

auf der Hand:

„Das habe ich schon immer

gewusst, dass aus dir nichts wird,

dass du am Ende in der Gosse

landen wirst.“

Diese Schadensfreude

wollen sich viele Menschen

ersparen.

 

Der junge Mann,

von dem Jesus erzählt,

aber reagiert anders.

Völlig anders.

Sein Leidensdruck

ist so groß, dass er in

sich geht.

Er kommt zu sich selbst.

Und so bei sich selbst

angekommen, spürt er

die Sehnsucht nach

Heimkehr.

 

„Ich will aufbrechen

und zu meinem Vater gehen

und zu ihm sagen:

Vater ich habe mich gehen

den Himmel und gegen dich

versündigt. Ich bin nicht

mehr wert, dein Sohn

zu sein, mach mich

zu einem deiner

Tagelöhner.“

 

Der Sohn fühlt sich

wie tot und will endlich

wieder Auferstehung

erfahren; heraus aus

dem ganzen Wust seines

Lebens will er kommen.

 

Er geht also nach Hause.

Da kommt ihm auf dem Weg

sein Vater entgegengelaufen,

der ihn schon von Weitem

erblickt hat.

Er fällt ihm um den Hals.

Er küsst ihn.

Er steckt ihm einen

Ring an den Finger.

Er bekleidet ihn.

Er zieht ihm Schuhe an.

Von einem Vorwurf

ist nicht die Rede.

Im Gegenteil:

Freude macht sich

in ihm breit, darüber,

dass sein Sohn aus dem Tod

zum Leben erstanden ist,

dass er, der sich in der Welt

verloren hatte, wieder zu sich

selbst und zu seinem wahren

Wesen gefunden hat.

 

In vielen von uns

gibt es die Selbstverurteilung,

wenn sie einen Fehler gemacht

haben.

Sie können sich nicht

vergeben.

Und jede Einladung, sich selbst

zu vergeben, weil Gott ihnen

vergeben hat, bleibt im

Kopf stecken und erreicht

sie nicht in der Tiefe ihres

Herzens.

 

Da braucht es dieses Gleichnis

Jesu, das in der Tiefe

der Seele, im Unbewussten,

eine Wandlung herbeiführt

und es ermöglicht, sich

selbst zu vergeben.

Mit diesem Gleichnis heute,

will Jesus die inneren

Widerstände zerbrechen,

die das Unbewusste in einem

Menschen gegen Umkehr

und Vergebung aufbaut.

Das Gleichnis will unsere

Selbsteinschätzung verwandeln.

Es will uns Mut machen,

zu uns selbst heimzukehren,

ganz gleich, wie wir bisher

gelebt haben.

Das Gleichnis will uns

in der Person des jüngeren Sohnes

uns unseren Selbstwert wieder

zurückgeben.

Und zwar derart,

dass wir wieder aufrecht

durch das Leben gehen

können;

dass wir uns die Vergangenheit

nicht mehr länger vorwerfen,

sondern voller Dankbarkeit

in der Gegenwart leben,

weil wir selber aus dem Tod

zum Leben erstanden sind

und uns selbst wiedergefunden

haben.

 

Walter Kasper

wertet das Geschehen

in diesem Gleichnis so:

„Indem der Vater dem Sohn

sein bestes Gewand anzieht,

und einen Ring an die Hand

steckt, setzt er ihn neu

als Sohn ein, er gibt ihm

also seine Sohnrechte zurück

und anerkennt neu seine

Würde als Sohn.

Er schenkt ihm damit nicht

nur Leben sichernde Verhältnisse,

wie es der Sohn zunächst erhofft

hatte; die Barmherzigkeit des

Vaters geht über jedes

erwartete Maß hinaus.

Sie orientiert sich an der

Würde des Sohnes.

Diese ist der Maßstab

seiner Barmherzigkeit.“

 

Fazit:

Die Barmherzigkeit Gottes

führt den Menschen zur Rückkehr

zur Wahrheit über sich selbst;

dass er eine unauslöschliche

Würde besitzt, die ihm niemand

nehmen kann und dass er sich

von Gott angenommen und

geliebt wissen darf, ganz

gleich in welchen Sumpf

er in seinem Leben

geraten ist.

 

Doch da gibt es

auch den angepassten Sohn.

Auch er müsste umkehren:

aus der Enge in die Freiheit,

aus der Härte in die Barmherzigkeit.

 

Der Vater hat auch für ihn

Verständnis. Aber er mutet

ihm eine Verwandlung zu.

Nein, er macht auch

ihm keinen Vorwurf.

Ganz im Gegenteil:

„Wir müssen uns doch freuen

und ein Fest feiern.“

Er lädt ihn zur Freude ein.

 

Das Gleichnis lässt offen,

ob der ältere Bruder umkehrt.

Gleiches gilt für uns alle:

Jesus will uns zu nichts

zwingen. Weder in die eine

noch in die andere Richtung.

Er lädt uns dagegen ein,

das Gleichnis mit dem

Herzen zu hören.

 

Wenn wir uns ansprechen

lassen, dann geschieht

eine innere Weitung unserer

Enge und unser Herz

wird offen.

Wir finden uns dann wieder

und stehen auf, um neu

unseren Weg zu gehen,

ohne uns ständig die

vergangenen Fehler

und unser Scheitern

vorzuhalten.

 

Wir finden endlich

heim in das Haus, in dem wir

wirklich und tatsächlich

zu Hause sind, wo wir

das Fest des Lebens

feiern dürfen.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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