thomas diener systemische-lösungsorientierte supervision und coaching geistliche begleitung gestalttherapeutische beratung
thomas diener                                                             systemische-lösungsorientierte                                                             supervision und coaching                                                                                                                                       geistliche begleitung                                                             gestalttherapeutische beratung

Dreimal und immer wieder

3. Sonntag nach Ostern

 

 

Der Schrecken steckt ihnen

noch in den Gliedern.

So richtig beruhigen konnten

sie sich noch nicht -  wie auch, nach

all dem, was sich zugetragen

hatte.

 

Zuerst der Tod Jesu.

Dann die Nachricht der

Frauen und der anderen,

dass Jesus auferstanden

sei, dass er lebt.

Nicht zu vergessen,

die vielen tausend Gedanken,

die ihnen wie Blitze durch

den Kopf schießen, gefolgt

von den peinigenden

Gewissensbissen.

Schließlich hatte jeder

auf seine Weise den Herrn

verraten.

 

Und wie großspurig hatte

er sich verhalten, Petrus:

„Nein, Herr, ich werde

dich niemals verlassen!“

Der Hahnenschrei ist

ihm immer noch im Ohr.

Er erinnert ihn daran, wie

schwach er gewesen war,

als es darauf ankam, sich für

ihn, Jesus, stark

zu machen.

 

Er hatte versagt.

Auf der ganzen Linie

ist er gescheitert.

Er hat falsch gemacht,

was falsch gemacht

werden konnte.

 

So etwas lässt sich

kaum aushalten:

„Ich gehe fischen!“,

platzt es aus ihm heraus.

Ablenkung tut gut.

Die Gedanken treten dabei

in den Hintergrund.

Für einen Moment wenigstens

kommt das Karussell

der Selbstanklagen

zum Stehen.

 

„Wir kommen auch mit!“,

stimmen die anderen mit ein.

Etwas Besseres haben auch

sie nicht zu tun. Auch sie

wollen diesem Stand-by-Modus

entfliehen. Allemal besser,

als nichts tuend herum zu sitzen

und Trübsinn zu blasen.

 

Der Fang wird zu einer

einzigen Katastrophe.

Die Netze bleiben

leer.

Zudem steht ein

Fremder am Ufer, der

es besser wissen will.

„Werft die Netze auf

der rechten Seite aus.“

 

Was soll´s.

Zu verlieren

haben sie eh nichts.

Etwas Anderes zu tun

auch nicht.

Also fahren sie

noch einmal hinaus.

Mit Erfolg.

 

Später sitzen sie

zusammen am Feuer.

Die Jünger und der Fremde,

den sie mittlerweile

erkannt haben.

 

Eine Offenbarung unter

vielen anderen in diesen

Tagen.

 

Wie er sich wohl

in seiner Haut gefühlt haben

mag, Petrus, der Kleingläubige,

der Angeber, der Verräter?

Geschämt haben wird

er sich. Am liebsten

im Erdboden verschwunden

wäre er.

 

Jesus geht auf ihn zu.

Er nimmt ihn zur Seite.

Fragen stellt er ihm.

Immer wieder dieselben.

Diese bohren sich wie

spitze Pfeile durch die Haut.

Sie gehen tief ins Herz.

Sie tun weh:

 

„Simon, Sohn des Johannes,

liebst du mich?“

 

Was soll das?

Will er ihn nun gänzlich

demütigen?

 

Zugegeben mit Liebe

hatte das nichts zu tun,

was Petrus in der Nacht

des Verrats getan hat.

Das war vielmehr Ausdruck

der Angst, seiner Angst

um das ganz eigene Leben.

 

Zögerlich kommt es aus

ihm heraus: „Du weißt,

dass ich dich lieb

habe.“

 

Doch damit nicht genug.

Zweimal noch muss sich

Petrus diese Frage gefallen

lassen:

„Simon, Sohn des Johannes,

liebst du mich?“

 

Trotz allem, was gewesen

war, Petrus liebt ihn, vielleicht

sogar mehr noch als damals.

„Du weißt, dass ich dich lieb

habe.“

 

Dreimal fragt Jesus nach,

so wie ihn Petrus dreimal

verleugnet hatte.

 

Die Frage nach der Liebe

 

dreimal fragst du mich

das schmerzt

warum fragst du immer

wieder du weiß es doch

 

oder willst du es einfach hören

immer wieder hören

fragst du damit ich es nie vergesse

und immer wieder neu sagen lerne

 

ja dann frage mich

frag immer wieder

frag immer neu

ach höre nie auf zu fragen

Andreas Knapp

 

Sie trägt sich durch

die Zeit, die Frage Jesu nach

der Liebe.

Nur mit dem einen Unterschied.

Sie richtet sich heute an uns:

 

„Sag, Werner liebst du mich?

Sag, Ursel, liebst du mich?

Sag, Paul, liebst du mich?

Sag, Dorothee, liebst du mich?

Sag, Ingrid, liebst du mich?

Sag, Klaus, liebst du mich?

Sag, Robert, liebst du mich?

Sag, Thomas, liebst du mich?

Liebst du mich mehr als

diese?“

 

Jesus will unsere Liebe.

Jesus will unsere Hingabe an ihn.

Jesus will, dass wir ihm

mehr sind als nur Freund.

 

Mit dem Wort „Absolut“

ist ein Gebet von Charles

des Foucauld überschrieben:

 

Herr, dir überlasse ich mich;

mach mit mir, was dir gefällt!

Was du auch mit mir tun magst,

ich danke dir dafür.

Zu allem bin ich bereit,

alles nehme ich an.

Wenn nur dein Wille sich

an mir erfüllt und an allen deinen

Geschöpfen,

so ersehne ich nichts weiter,

mein Gott.

In deine Hände lege ich

meine Seele.

Ich gebe sie dir, mein Gott,

mit der ganzen Liebe meines

Herzens, weil ich dich liebe

und weil es meine Liebe

verlangt,

mich dir hinzugeben,

mich in deine Hände

zu legen,

absolut,

mit grenzenlosem Vertrauen.

Denn du bist mein.

 

Ich höre die Frage im

Kirchenraum:

„Wie geht das,

Jesus, Gott, so zu lieben?“

Das geht nicht einfach so.

Die Liebe zu Gott ereignet sich.

Sie ereignet sich in unserem

Suchen, Fragen und

Sehnen nach

ihm.

 

„Du sucht unentwegt

nach Gott, willst ihn erkennen

in den Dingen, die dich

umgeben, in den Blicken,

die sich dir schenken,

den Händen, die sich

dir entgegenstrecken?

So liebst du ihn!“

 

„Du fragst mit deinem

ganzen Wesen nach Gott,

seiner Anwesenheit

in deinem Leben?

So liebst du ihn!“

 

„Du sehnst dich mit

deinem ganzen Herzen

nach Gott, seiner Nähe,

seiner Gegenwart

und Liebe?

So liebst du ihn!“

 

Lassen sie mich

enden mit einem anderen

Gebet, das mit dem Titel

„Späte Liebe“ überschrieben

ist:

 

Herr, ist es möglich,

dass einer neu geboren wird,

der schon des Lebens Mitte

überschritt?

Du hast´s gesagt,

und mir wurde es zur Wirklichkeit.

Des langen Lebens Last an Schuld

und Leid fiel von mir ab.

Ach, keines Menschen Herz

vermag zu fassen,

was du denen bereitet,

die dich lieben.

Nun hab ich dich

und lasse dich nicht

mehr los.

Edith Stein

 

 

Und das sei mein

Wunsch an Sie:

 

Dass Sie sich die Frage

Jesu nach der Liebe zu ihm

immer wieder gefallen lassen.

Dass Sie, bevor Sie selber eine

Antwort auf diese Frage geben,

wissen, dass er sie unbedingt

liebt.

Dass sie durch ihr eigenes

Suchen, Fragen und Sehnen

nach Gott, ihm immer näher

kommen und Ihre Liebe

zu ihm spüren und ahnen.

 

Und schließlich:

Dass, wenn Sie ihn

endlich haben,

ihn niemals mehr

loslassen und erfahren,

was er mit ihnen

gemeint hat,

als er sie ins Leben

rief.

 

So sei es.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Supervision-Coaching-Therapie-Geistliche Begleitung- Pfarrer Thomas Diener