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Die Größe des Menschen

Lk 7,36-8,3

 

 

„Wenn er wirklich ein Prophet wäre,

müsste er wissen, was das für eine

Frau ist, von der er sich berühren

lässt; er wüsste, dass es eine Sünderin

ist.“

 

Für den Pharisäer steht fest:

Von einer solchen Person

lässt man sich nicht berühren.

Eine solche Person ist unrein.

Mit ihr vermeidet man am

besten ganz den Kontakt.

 

„Wenn er wirklich ein Prophet wäre,

müsste er wissen, was das für eine

Frau ist, von der er sich berühren

lässt; er wüsste, dass es eine Sünderin

ist.“

 

Ist uns dagegen schon einmal

in den Sinn gekommen, dass gerade

weil Jesus um die Frau und ihre

Lebenssituation weiß, er sich

von ihr berühren lässt?

 

Die Frau ist in der Gesellschaft

aufgrund ihres Lebenswandels

in Ungnade gefallen. Man sagt ihr

nach, dass sie sich den Männern

hingebe. Sie also eine Sünderin

sei.

 

Wissen sie überhaupt,

was die Frau in diese Lage

gebracht hat?

Wissen sie überhaupt

wie es der Frau

wirklich zumute ist, wenn sie

ihrem Tun nachgeht

und die Fantasien

der Männerwelt

zu befriedigen versucht?

 

Wie groß die Sehnsucht

der Frau nach einem anderen

Leben sein muss, das zeigt sich

für mich darin, dass sie

sich, eingedenk ihrer

Schuld, in das Haus des

Pharisäern hineinzugehen

getraut und sich wagt,

Jesus zu nähern.

 

Sie musste mit einem

Eklat rechnen, den ihr

Eintreten und ihr Tun

auslösen würde.

Wenn nicht

sogar mit einem

Rausschmiss.

 

Dazu kommt es aber

nicht. Nicht offensichtlich.

Der Pharisäer denkt

sich vielmehr das Seine:

 

„Wenn er wirklich ein Prophet wäre,

müsste er wissen, was das für eine

Frau ist, von der er sich berühren

lässt; er wüsste, dass es eine Sünderin

ist.“

 

Seine Gedanken bleiben

Jesus nicht verborgen.

Also wendet sich Jesus

ihm zu. Er redet mit

ihm und gibt ihm eine

Frage zum Nachdenken.

 

In der Geschichte, die

Jesus vorausschickt geht

es um Nachsicht, um Güte,

um Milde, um Barmherzigkeit,

wie Jesus sie als das Maß

aller Dinge anlegt, wenn

es um den Menschen

geht, gerade jenen,

der sich in seinem

Leben verrannt hat,

auf das Falsche gesetzt

hat, vom Weg abgekommen

ist und in der Not sich

befindet, in einer

Lebenskrise steckt.

 

Jesus lässt sich auf die

Frau ein. Er stößt sie nicht

weg. Er spürt, was sie in

diesem Moment braucht

und was ihr guttut.

Er weiß, jeder Mensch

ist immer mehr als

seine Schuld.

 

Damit macht er

jedem von uns

Mut, unserer eigenen

Intuition mehr zu trauen,

als irgendwelchen

Konventionen und

gesetzlichen Vorgaben.

 

Die Frage, die sich

heute an uns richtet

ist diese:

Wann hat mir schon einmal

mein Glaube geholfen, weil

ich Grenzen überschreitend

meinem Herzen folge,

Tränen nicht scheute,

die Sprache der Liebe wählte,

nicht darauf achtete,

was andere denken

und in mir tiefen

Frieden fand?

 

Und wenn nicht –

was hindert mich bis

heute daran, meinem

Herzen zu folgen?

 

Jesus folgt der

Stimme seines Herzens,

der göttlichen Stimme

in der Tiefe seines

Inneren.

Er geht auf jeden

einzelnen Menschen ein,

zärtlich und sanft.

Er schafft einen Raum

der bedingungslosen

Zuwendung, in dem nicht

bewertet wird, sondern

Vertrauen entstehen

kann, Begegnung mit

dem Göttlichen.

 

Damit stärkt er

den einzelnen Menschen,

lässt ihn wieder Selbstvertrauen

fassen und an seine ganz

eigenen Kräfte glauben.

 

„Wenn er wirklich ein Prophet wäre,

müsste er wissen, was das für eine

Frau ist, von der er sich berühren

lässt; er wüsste, dass es eine Sünderin

ist.“

 

Jesus spricht die Menschen

nicht ständig auf ihre Schuld

hinan. Vielmehr weckt er

in ihnen den Kern, der von

der Schuld nicht infiziert

worden ist.

 

Er traut dem Menschen

zu, dass sie mit ihrem inneren

Bereich in Berührung kommen,

indem Gott herrscht und nicht

die Sünde.

 

Nur dort, wo Gott als

das Geheimnis in ihnen

wohnt, können Menschen

auch bei sich selber sein.

Dort erfahren sie Heimat.

Dort spüren sie ihre

eigene innere Mitte.

 

Von dieser eigenen inneren

Mitte her können Menschen

schließlich auf eine neue

Weise leben, können sie

aufstehen zu neuem

Leben, einer anderen

Weise ihres Daseins.

 

„Wenn er wirklich ein Prophet wäre,

müsste er wissen, was das für eine

Frau ist, von der er sich berühren

lässt; er wüsste, dass es eine Sünderin

ist.“

 

Jesus ist mehr als ein Prophet.

Er ist Gottes Sohn. Als solcher

weiß er um das Leben

des Menschen und setzt

alles daran, dass Menschen

Heilung erfahren und lernen,

an das Gute in ihnen selbst

zu glauben.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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