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Dein Wille geschehe

Lk 11,1-13

 

 

„Herr, dein Wille geschehe!“

 

Wie oft am Tag

sprechen wir diese Worte?

Wie oft kommen sie

über unsere Lippen?

Vor allem wann?

 

Am Morgen,

am Mittag,

am Abend,

in der Freude,

in der Trauer,

in der Krankheit

und dem Schmerz,

in der Stunde

des Todes.

 

In guten wie in

schlechten Zeiten machen

wir sie uns zu eigen.

 

„Herr, dein Wille geschehe.“

 

Doch was genau ist der

Wille des Herrn? Was will

Gott? Was beabsichtigt er

zu tun mit uns, den Menschen,

mit seiner Schöpfung, der

Welt?

 

Die einen sagen:

„Der Wille des Herrn ist es,

einen heiligen Krieg zu führen,

und zwar gegen all jene,

die nicht an ihn glauben wollen.

Ungläubige gilt es zu vernichten.“

Diese hinterlassen eine Spur

von Blut in dieser Welt.

Unzählige Gräber von unschuldigen

Menschen, die durch

sie den Tod finden.

 

Die anderen meinen:

„Der Wille des Herrn ist

es, dass Menschen in Frieden

zusammenfinden. Es soll keine

Gewalt und kein Hass zwischen

Menschen bestehen. Jeder

besitzt die gleiche Würde

und das Recht seinen ganz

eigenen Glauben zu leben,

zu feiern, mit anderen

zu teilen. Die Achtung

und die Wertschätzung

dieses Gutes gilt

es zu leben.“

 

Die einen sagen das.

Die anderen meinen dies.

Beide beten zu demselben

Gott. Den Gott Abrahams,

Isaaks und Jakobs.

 

In der einen Aussage

finden wir fundamentalistisches

Gedankengut, das andere Werte,

Vorstellungen und Glaubensanschauungen

neben sich nicht gelten lassen will.

 

In der anderen Aussage

finden wir eine von Respekt

und Würdigung durchdrungene

Haltung, die ausnahmslos jedem

Menschen gegenüber gelten

soll.

 

„Herr, dein Wille geschehe!“

 

Es ist kaum bekannt,

dass es im Zentralrat der

Deutschen Katholiken einen

Gesprächskreis gibt, in dem

Christen und Muslime nicht

übereinander, sondern

miteinander reden.

 

Das Gremium hat nach jahrelanger

Arbeit eine Erklärung veröffentlicht.

Sie stellen sich der Realität, die

davon geprägt ist, dass es in vielen

Gegenden der Welt islamischen

Terrorismus gibt, dass in Deutschland,

die Angst vor den Muslimen verbreitet

ist, dass die Muslime unter Generalverdacht

stehen und dass viele Vorurteile

zu Missverständnissen über den

Islam führen.

 

Der gemeinsame Text enttäuscht

nicht. Acht Gebote sind es, die

die Erklärung jedem Gläubigen

sozusagen ans Herz legt:

 

"- Gott zur Rechtfertigung von

Tötungen und Gewalttaten in Anspruch

zu nehmen, ist Gotteslästerung.

- Heilige Kriege gibt es nicht.

Ziel Gottes ist der gerechte Friede.

Daran muss sich menschliches

Handeln ausrichten.

- Als Christen und Muslime verurteilen

wir jeden Fundamentalismus, Radikalismus,

Fanatismus und Terrorismus.

- Bibel und Koran wollen die Menschen

zu Gerechtigkeit und Frieden führen.

- Die Ausbreitung des Glaubens

darf niemals mit Zwang und Gewalt

geschehen.

- Wir sprechen uns gemeinsam

für die Achtung des Menschenrechts

auf Religionsfreiheit aus.

- Feinbilder sind zu erkennen

und zu überwinden.

- Gewaltprävention ist eine

Aufgabe für alle religiöse Menschen."

 

„Herr, dein Wille geschehe!“

 

Gott will keine Gewalt

und keinen Mord unter Menschen.

Er will auch nicht, dass sich

Menschen auf ihn berufen,

wenn sie in den Krieg ziehen

und damit bereit sind,

Menschenleben zu vernichten.

Gottes Wille ist Frieden auf

Erden und unter Menschen.

Alle Extreme widersprechen

Gottes Absicht.

Der Mensch soll aus eigener

Entscheidung zum Glauben

an Gott finden. In der Ausübung

seines Glaubens ist er frei.

Die Achtung vor dem Menschen

und die Würdigung eines jeden

Menschen entsprechen ganz

und gar Gottes Haltung.

Wer sich für diesen

Gott entschieden hat,

der muss Gewalt

vermeiden.

 

„Herr, dein Wille geschehe!“

 

Es heißt, dass der Wille

Gottes sich bereits in dieser

Welt durchsetzt. Gottes

Reich am Entstehen sei.

Jesus selber sagt es

den Menschen zu.

 

Daran zu glauben,

fällt bisweilen schwer.

Weil vieles in dieser

Welt Gottes Willen

widerspricht;

weil der Mensch sehr

oft Gottes Willen

entgegenhandelt;

weil menschlicher Wille

als das Maß der Dinge

angesehen wird;

weil der Mensch seinen

Willen absolut setzt.

 

Christen wollen, dass Gottes

Wille geschieht. Sie möchten

sich mit ihrem Leben dafür

einsetzen, dass unter Menschen

geliebt, getröstet, beschützt

und befriedet wird.

 

Jörg Zink,

evangelischer Theologe,

bemerkt:

 

„Wenn ich nun darum

bitte, dass Gottes Wille sich

durchsetzen möge, könnte es

sein, dass ich das gegen mich

selbst bitte. Weiß ich denn,

was Gott will? Weiß ich, ob ich

das Schicksal wollen kann,

das Gott mir zugedacht hat?

Hat in diesem göttlichen Willen

nicht alles Raum, auch Krankheit,

Schmerz und Einsamkeit

und qualvolles Sterben?“

Aus diesem Willen kommt

mein Geschick, und –

weiß Gott! – ich bin nicht

eins mit ihm.

Aus diesem Willen kommt

mein Wesen, das mir

zu schaffen macht, und mein

Lebensauftrag, dessen Sinn ich

so oft nicht weiß.

Dennoch bitte ich darum, dass

der Wille Gottes geschieht,

auch gegen meinen Willen,

und dass Gott mich umformt

nach dem Bild seines Willens,

so dass ich wollen kann,

was er will, und dass der

Wille Gottes nicht nur im

Himmel, sondern auch

auf der Erde – und das heißt

durch mich – geschieht.“

 

„Herr, dein Wille geschehe!“

„Aus diesem Willen kommt

mein Geschick, und –

weiß Gott! – ich bin nicht

eins mit ihm.“

 

Das ist die Lebensaufgabe,

eines gläubigen Menschen:

Immer mehr eins zu werden

mit Gottes Willen und alle

lebenszerstörende Eigenwilligkeit

hinter sich zu lassen.

Das kann er aber nur,

wenn er selber daran glaubt,

dass seine Erfüllung

und auch der Sinn seines

Lebens in der Absicht

Gottes liegen, ganz und gar

seinem Willen entsprechen.

 

„Ich bin nicht vom Himmel

herabgekommen“, sagt Jesus,

„um meinen Willen zu tun,

sondern den Willen dessen,

der mich gesandt hat.

Es ist aber der Wille dessen,

der mich gesandt hat,

dass ich keinen von denen,

die er mir gegeben hat,

zugrunde gehen lasse,

sondern dass ich sie

auferwecke am Letzten Tag.

Denn es ist der Wille meines Vaters,

dass alle, die den Sohn sehen

und an ihn glauben,

das ewige Leben haben

und dass ich sie auferwecke

am Letzten Tag.“                    Joh 6,38 ff

 

„Lehre mich,

deinen Willen zu tun;

denn du bist mein Gott.

Dein guter Geist leite mich

auf ebenem Pfad.“    Ps 143

bittet der Beter

des Psalms.

„Herr, was willst Du,

das ich tue?“ Der Heilige

Franziskus stellt diese Frage

unaufhörlich seinem Gott.

 

Im Hinblick auf die großen

und die kleinen Herausforderungen

dieser Welt und unseres eigenen Lebens,

auch im Hinblick auf die ganz eigenen

Befürchtungen

und Sorgen und Ängste könnte

unser Beten so heißen:

 

„Ich bitte dich, Gott,

gib, dass dein Wille geschieht.

Nicht nur im Himmel,

sondern auch auf Erden:

Nicht nur allgemein in

der Welt, sondern auch bei

mir und durch mich.“

 

Dass sich Gottes Wille

in unserer Welt

immer mehr durchsetzt,

hängt von einem ersten

entscheidenden Schritt ab,

der immer beim einzelnen

Menschen beginnt und seiner ganz

eigenen Entscheidung für

einen Gott, der sein

Leben will und das

der anderen auch.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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