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Innerlicher als ich zu meinen glaube

Joh 1,35-42

 

 

„Wo wohnst du?“

Welche Antwort würden wir

auf diese Frage erwarten?

Wo glauben wir,

wohnt er, Jesus?

 

Ist Ihnen schon einmal

aufgefallen, dass nirgendwo

in den Evangelien wirklich zu lesen

ist, wo Jesus wohnt?

Wo er seine Bleibe hat?

Wo er Zuhause ist?

Wo er ansässig ist?

 

Aufenthaltsorte

werden genannt:

Auf dem Berg.

Im Haus des Petrus.

Bei Maria und Marta.

In einer einsamen Gegend.

Und immer wieder

auf dem Berg.

Am meisten jedoch

unter Menschen.

 

Auf einer Hochzeit.

Im Haus des Zöllners.

Am Tisch des Pharisäers.

Am Bett des todgeglaubten Mädchen.

Auf Marktplätzen.

In Synagogen.

 

„Wo wohnst du?“

Teresa von Avila

schreibt über Augustinus:

„Überall suchte er Gott.

Bis er ihn endlich fand.

In seinem eigenen Inneren.

Das muss man sich mal vorstellen,

was es für eine verstreute Seele

bedeutet, wenn sie erkennt,

dass sie nicht zum Himmel aufsteigen

muss, um mit dem Vater zu reden,

und dass kein lautes Rufen notwendig ist,

um seine Liebe zu erfahren.

Wie leise sie auch spreche,

er ist so nahe, dass er sie hört.“

 

„Wo wohnst du?“

Teresa schreibt einmal diese

Zeilen, die ihr eigenes Suchen

nach der Bleibe Gottes

wiederspiegeln:

 

„In meines Herzens Tiefe trage

ich dein Porträt, so echt gemalt;

sähst du, wie es vor Leben strahlt,

verstummte jede bange Frage.

Und wenn dein Sehnen Mich nicht findet,

dann such nicht dort und such nicht hier,

gedenk, was dich im Tiefsten bindet,

und, Seele, suche Mich in dir.

 

Du bist mein Haus und meine Bleibe,

bist meine Heimat für und für;

ich klopfe stets an deine Tür,

dass dich kein Trachten von Mir treibe.

Und meinst du, ich sei fern von hier,

dann ruf Mich, und du wirst erfassen,

dass ich dich keinen Schritt verlassen;

und, Seele, suche Mich in dir.“

 

„Wo wohnst du?“

 

Wollen Sie das Experiment

mit mir wagen?

Schließen Sie Ihre Augen.

Werden Sie ganz still.

Achten Sie auf Ihren Atem.

Stellen Sie sich im Stillen

die Frage: „Wo wohnst du, Herr?“

Drehen Sie sich zu Ihrem Nachbarn hin.

Öffnen Sie die Augen und blicken

Sie ihn an.

 

Die Antwort sitzt Ihnen gegenüber.

Gott wohnt im anderen. Im Innersten

seines Daseins, in der inneren Kammer

seines Herzens. Als Licht und Erbarmen.

Als Liebe und Zärtlichkeit.

 

Der Weg zu Gott läuft nicht vom

anderen weg. Er führt geradewegs

auf den anderen zu. Gott ist uns

näher als wir meinen.

Sozusagen immer dicht auf den

Fersen. Manchmal steht er einem

auch fest auf dem Fuß.

 

Das muss man sich einmal vorstellen!

So etwas hat zweifelsohne Konsequenzen.

Sicher, es kann oftmals ein lebenslanges Suchen

und Wandern sein, dort anzukommen,

wo Gott wohnt.

 

Für den, der ihn dann gefunden hat

verstummte nicht nur jede bange Frage.

Es hätte endlich auch ein Ende

mit der Fremdenfeindlichkeit

unter Menschen,

in unserem Land.

Es hätte endlich auch ein Ende

mit Hass und Terror in dieser Welt,

mit Gewalt und Unterdrückung,

mit Zerstörung und Mord,

mit Ausschluss und Abweisung.

 

Ich hörte vor kurzem von einem

Ruander, der immer wieder unsere

Gottesdienste in unserer Pfarrei

besucht. Nein, er wohnt nicht hier.

Er kommt nur immer wieder gerne

zu uns, um mit uns Gottesdienst

zu feiern. An Weihnachten verweigerte

man ihm beim Friedengruß die Hand.

Bewusst.

 

Wie gesagt:

Es kann oftmals ein lebenslanges Suchen

und Wandern sein, dort anzukommen,

wo Gott wohnt.

Es gibt aber auch welche,

die sich noch nicht einmal die

Mühe des Suchens und Wanderns

machen wollen.

 

„Wo wohnst du?“

Auch in meiner eigenen Tiefe

ist er zu finden. Der Weg zu Gott

läuft auch nicht von mir weg.

Er ist mir selber innerlicher

als ich es zu meinen glaube.

 

Auch das hat seine Konsequenzen,

wenn es darum geht groß und gut

von mir selber zu denken.

Das muss man sich einmal vorstellen,

wenn wir anfingen, mit einem Mal

zu sehen, wie Gott mit seiner ganzen

Kraft in uns ist.

 

„Wisst ihr nicht,

dass ihr Gottes Tempel seid

und der Geist Gottes in euch wohnt?“

Paulus fragt dies seine

Gemeindemitglieder.

Wissen Sie es?

 

Wer das einmal anfängt zu begreifen,

wer das „sehen“ könnte,

dem würde die Angst vertrieben,

der würde aus der Enge

in die Weite kommen,

vom Dunkel ins Licht.

Da wäre mit einem Mal

eine so große Freude in uns.

 

„Wo wohnst du?“

Gott ist uns innerlicher

als wir zu meinen glauben.

Wir brauchen keine Flügel,

um zu ihm zu gelangen,

nur in die Einsamkeit

müssen wir uns wagen,

uns getrauen in unser Inneres

zu schauen und uns nicht wundern

über einen so hohen Gast.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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