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heil(ig)?

Allerheiligen

 

 

Viktor Frankl

gilt als der Begründer

der Logotherapie,

einer Wissenschaft,

die den Menschen in

seiner Suche nach dem Sinn

in seinem Leben begleiten und

unterstützen will, gerade auch

im Hinblick auf die ganze

Fragwürdigkeit und das Leiden

in seinem Leben und

der ihn umgebenden Welt.

 

Viktor Frankl wurde 1905

in Wien als Kind einer jüdischen

Familie geboren. Er ist dort

im Jahre 1997 gestorben.

Zur Zeit des Nationalsozialismus

war er gerade Anfang dreißig.

 

In einem Beitrag aus dem

Jahr 1949 geht Viktor Frankl

der Frage nach,

die bereits der Psalmist

stellt:

Was ist der Mensch?

 

Frankls Antwort

auf diese Frage lautet

zunächst so:

 

„Wir haben ihn kennengelernt

im Lager, wo alles Unwesentliche

vom Menschen weggeschmolzen war;

wo alles fortfiel, was einer besessen

hatte: Geld, Macht, Ruhm, Glück,

wo nur mehr das übrigblieb,

was ein Mensch nicht „haben“ kann,

sondern, was er „sein“ muss:

Was übrig blieb, war der Mensch

selbst – verbrannt von Schmerz

und durchglüht vom Leid,

wurde er eingeschmolzen

auf das Wesentliche in ihm,

auf das Menschliche.

 

Was ist der Mensch?

 

Der Psalmist selber stellt

nicht nur die Frage, was der

Mensch sei. Er geht sogar

noch einen entscheidenden

Schritt weiter und fragt so:

 

„Was ist der Mensch,

dass du (Gott) an ihn denkst,

des Menschen Kind, dass du

dich (Gott) seiner annimmst?“ PS 8

 

Was ist der Mensch?

 

Er ist das Wesen,

das mit Gott in Zusammenhang

gedacht und verstanden werden

muss.

Er ist das Wesen,

mit dem Gott sich selber

verbunden und verbündet hat,

und zwar auf ewig.

Er ist das Wesen,

an dem Gott Gefallen gefunden

hat und das er dazu berufen

hat durch ihn und in ihm

zur Herrlichkeit des Lebens

zu finden, zur Heiligung

seiner Existenz.

 

Was ist der Mensch?

 

 

Vor dem Hintergrund

des Allerheiligentages

darf auch diese Antwort

gegeben werden:

 

Der Mensch ist

Gott heilig.

Was soviel

bedeutet wie:

Er ist Gott wichtig.

Er ist für Gott bedeutsam.

Er ist für ihn beachtenswert.

Er ist von ihm erwählt.

 

Für Gott ist der Mensch

etwas Zentrales, wesentlich

und wertvoll, nicht wegzudenken

aus seiner Schöpfung.

Der Mensch ist

stellvertretend

für Gott und seiner

Liebe wert.

 

Das gilt es zunächst

einmal zu begreifen.

Das gilt es zu verstehen

und anzunehmen.

Das bestimmt die Richtung

des Lebens, die Suche

nach dem Sinn des Lebens.

Alles andere kommt

von daher.

 

Was ist der Mensch?

 

Viktor Frankl meint

weiterhin auf diese Frage:

 

„Er ist ein Wesen, das immer

entscheidet, was es ist.

Ein Wesen, das in sich

gleichermaßen die Möglichkeit

birgt, auf das Niveau eines

Tieres herabzusinken

oder sich zu einem heiligmäßigen

Leben aufzuschwingen.

Der Mensch ist jenes Wesen,

das immerhin die Gaskammern

erfunden hat;

aber er ist zugleich auch jenes

Wesen, das in eben diese

Gaskammern hineingeschritten

ist in aufrechter Haltung

und das Vaterunser oder

das jüdische Sterbegebet

auf den Lippen.“

 

Was ist der Mensch?

Blaise Pascal sagt:

 

Der Mensch ist ein

Schilfrohr, das denkt und

dieses Bewusstsein,

dieses Verantwortlichsein,

es macht die Würde des

Menschen aus, die Würde

jedes einzelnen Menschen.

Und es liegt ganz und gar

immer nur am einzelnen

Menschen, ob er sie mit

Füssen tritt –

oder ob er sie wahrt.“

 

Ich glaube,

dass der Mensch zur Zeit

wieder einmal mehr vor

dieser alles entscheidenden

Frage steht:

Trete ich die Würde des Menschen

mit Füssen oder wahre ich sie?

 

 

Diese Frage sticht um

so mehr ins Auge, je

unwürdiger die Bilder

und die Nachrichten sind,

die uns täglich über die

Medien erreichen.

 

Von ihrer Beantwortung

hängt das Schicksal

des Menschen ab,

das der Mensch zu einem

großen Teil immer noch

selber in seinen Händen

hat und bestimmt.

 

Ich weiß, die Welt

ist nicht heil. Aber sie

ist heilbar und der Mensch

kann immer noch vieles

verhindern, wenn er es

denn wirklich will

und ihn

die eigene Angst und Sorge,

seine Lähmung und Betroffenheit,

das eigene Entsetzen und

seine Fassungslosigkeit,

sein Egoismus und

die eigene Gleichgültigkeit,

seine Gemeinheit und Falschheit,

der eigene Hass und

seine Böswilligkeit

nicht daran hindern.

 

Einen Gedanken von Renate Wind

will ich an dieser Stelle wiedergeben:

 

Auferstandenes Golgatha

 

Als dein Weg endete, Christus,

als offenbar wurde, dass Gottes

Weg der des Menschen war, bis zuletzt,

kamen zusammen, denen du Bruder

warst in den Träumen und im Brot

der Armen, blieben bei dir,

denn du warst einer von ihnen,

kamen zusammen, hielten inne,

als die Erde bebte und der Vorhang zerriss

und ihr Gott starb wie ihresgleiches.

 

Auf sich gestellt in der Todesstunde Gottes,

der Mensch gewesen wie sie,

hoben sie ihre Hände zum leer gewordenen

Himmel und begannen zu sehen:

betrachteten tastend ihre ungelenken Finger,

ahnten ungläubig die Stärke ihrer erhobenen

Faust und – ungewohnte Berührung –

reichten sich die Hand.

 

Seht die Gemeinschaft der Heiligen!

Verloren noch in ihrer Schwachheit,

bereiten sie sich zur Auferstehung.

 

Unter dem Kreuz,

das die Niedrigen erhöht,

beginnt zaghaft das Fest

der Hoffnung.

 

Darum ginge es für uns:

Unsere Hände gegen den Himmel

zu erheben.

An unsere Stärke und Würde zu glauben

und das Gute im anderen Menschen,

an das Gute in der Welt.

Einander die Hände zu reichen

und, noch verloren in unserer

Schwachheit, daran zu glauben,

dass Gott das Gute, das der Mensch

aus Verantwortung für das

ihm Nächste tut,

vollenden -

heiligen wird …

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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