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Grundwort aller Existenz

Jak 1,17-18ff

 

Im Jahr 1964

schrieb Romano Guardini

folgende Zeilen:

 

Heute Nacht,

aber es war wohl morgens,

wenn die Träume kommen,

dann kam auch zu mir einer.

 

Was darin geschah,

weiß ich nicht mehr,

aber es wurde etwas gesagt,

ob zu mir oder von mir selbst,

auch das weiß ich nicht mehr.

 

Es wurde also gesagt,

wenn ein Mensch geboren wird,

wird ihm ein Wort mitgegeben,

und es war wichtig, was gemeint

war:

 

Nicht nur eine Veranlagung,

sondern ein Wort.

Das wird hineingesprochen

in sein Wesen und es ist

wie ein Passwort zu allem,

was dann geschieht.

 

Es ist Kraft und Schwäche.

Es ist Auftrag und Verheißung.

Es ist Schutz und Gefährdung.

 

Alles, was dann im Gang

der Jahre geschieht, ist Auswirkung

des Wortes, ist Erläuterung

und Erfüllung.

Und es kommt darauf an,

dass der, dem es zugesprochen wird -

jeder Mensch, denn jedem wird eines

zugesprochen –

es versteht und mit ihm ins

Einvernehmen kommt.

 

Und vielleicht wird

dieses Wort die Unterlage sein,

was der Richter einmal

zu ihm sprechen wird.

 

Haben Sie dieses

Wort, das zu Anfang ihres

Lebens über sie ausgesprochen

wurde schon gehört?

Was ist ihr Passwort,

die Unterlage zu dem,

was Gott einmal zu ihnen

sagen wird?

 

Es gibt dieses göttliche

Wort, das sich auf alles Lebende

bezieht, auch auf den Menschen

selbst.

 

Dieses Wort lautet:

Ich will, dass du bist.

Ich will, dass du existierst

und zwar als der, der du bist.

In deiner Einmaligkeit,

in deiner Besonderheit,

mit deiner ganz eigenen

Lebensberufung,

unverwechselbar,

einfach nur DU.

 

Dieses Ja Gottes zum Leben

ist das Grundwort, das sich

über unsere Existenz ausbreitet.

Es tut zugleich Gottes Absicht

mit uns Menschen kund,

dass wir Leben haben,

unverstellt,

heil,

erlöst,

befreit,

in Fülle.

 

Das Ja Gottes zu uns

Menschen und unserem Leben

steht grundsätzlich

in Frage, wo immer sich

das Denken und Handeln

des Menschen selber

gegen dieses Ja richtet:

 

Durch Missachtung,

durch Verletzung,

durch Meidung,

durch Verachtung des anderen.

 

Durch Gewalt,

durch Terror,

durch Vergewaltigung,

durch Krieg unter Menschen.

 

Durch Korruption,

durch Intrige,

durch  Lüge,

durch Unwahrhaftigkeit in Systemen,

 

 

überall dort, wo

Schöpfung und Mensch

mit Füßen getreten

werden und zudem,

wo der Mensch selber

nicht an seine Berufung

glauben will und die

Besonderheit seines

Lebens nicht bereit ist

anzunehmen.

 

Ruth Pfau, Lepraärztin

in Pakistan und Autorin

vieler Bücher, sieht darin

ihre Aufgabe, dem Menschen

zum „Aufblühen“ zu verhelfen,

indem sie ihm dieses Grundwort

seines Lebens zusagt und

ihm verhilft, dieses Wort

zu hören und anzunehmen,

schließlich daraus zu leben.

 

Sie sagt:

 

„Das Aufregendste im Leben

finde ich überdies, jemanden

 zur Selbstverwirklichung, zum Blühen

oder zur Entfaltung zu verhelfen.“

 

Also dazu, wie es Guardini

in seinen Worten meint:

mit dem Passwort des Lebens

ins Einvernehmen zu kommen,

immer mehr,

damit es gelebt werden kann,

in aller Konsequenz.

 

Das Ja Gottes zum Leben

ist das Grundwort, das sich

über alle Existenz ausbreitet.

 

„Nehmt euch das Wort zu Herzen,

das in euch eingepflanzt ist und das die

Macht hat euch zu retten“,

heißt es in der Lesung.

 

Es ist ein nur kleines Wort,

dieses „Ja“ Gottes zum Leben.

Ein Wort, das es wahrlich in sich

hat: Es macht bewusst,

wie Gott ganz persönlich

auf jeden Menschen eingeht

und wie er ganz persönlich

jede Beziehung gestaltet.

Denn jeder Mensch

ist in seinen Augen.

unendlich kostbar.

 

Das ist gut zu wissen.

Das tut gut zu wissen.

Das richtet auf.

Das stärkt die Seele.

Zunächst die ganz eigene.

Doch das reicht nicht aus.

 

„Hört das Wort nicht nur an,

sondern handelt danach, sonst

betrügt ihr euch selbst“, sagt

die Lesung.

 

Wie gesagt:

Das Ja Gottes zum Leben

ist das Grundwort,

das sich über unsere Existenz

ausbreitet.

Es muss gelebt werden,

in aller Konsequenz zur Anwendung

kommen.

Doch ich darf es nicht nur hören

im Hinblick auf mein eigenes Leben.

Ich muss es wie selbstverständlich

auch hören im Hinblick

auf das Leben des anderen,

des Menschen neben

mir.

 

Gott nimmt keinen

Menschen von diesem

„Ja“ aus.

 

Der Mensch dagegen

sehr oft schon.

In der Diskussion um

die ganze Flüchtlingsproblematik,

die uns betrifft, ist das z.B. der Fall.

In den Kriegen unter

den Religionen ist das z.B. der Fall.

In jeder nur kleinen abfälligen

Bemerkung über einen anderen

Menschen ist das z.B. der Fall.

 

Der Jesuit

Herbert Alphonso:

 

„Die ganze Aufgabe des Menschen

besteht darin, dieses einmalige Wort

Fleisch werden zu lassen und es

in dieser Welt vernehmbar zu

machen.“

 

Das hörende Herz

braucht ebenso sprechende

Hände, damit das Wort

Gottes Wirklichkeit

werden kann, vor allem

doch im Kleinen, in dem

ganz alltäglichen Umgang

unter uns Menschen.

Ansonsten betrügt

der Mensch sich selbst.

 

Es gibt dieses göttliche

Wort, das sich auf alles Lebende

bezieht, auch auf den Menschen

selbst.

 

Dieses Wort lautet:

Ja. Ich will, dass du bist.

 

Und es kommt darauf an,

dass der, dem es zugesprochen wird -

jeder Mensch, denn jedem wird es

zugesprochen –

es versteht und mit ihm ins

Einvernehmen kommt.

 

So etwas kann nicht

unbedingt von heute auf morgen

geschehen, so etwas braucht Zeit,

manchmal sehr viel Zeit.

Lassen wir diese Zeit

nicht einfach so verstreichen.

Versuchen wir mit dem

Ja Gottes seiner Schöpfung

und uns Menschen gegenüber

ins Einvernehmen zu kommen.

So vieles hinge davon ab.

 

Vielleicht wird

dieses Wort tatsächlich

auch die Unterlage sein,

was Gott einmal

zu uns sprechen wird.

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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