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Gebt ihr ihnen zu essen

Joh 6,1-15

 

 

Die Menschen haben Hunger.

Mehr nicht und auch nicht weniger.

Nein, keinen Hunger nach Gott.

Vielmehr meldet sich der

Magen zu Wort und der

will gefüllt werden.

 

Ausreichende Nahrung für den Körper

ist ein elementares Grundbedürfnis.

Wird dieses nicht auf Dauer befriedigt,

trägt der Mensch schwerwiegende

körperliche und seelische Schäden

davon.

 

Hunger ist bis heute in unserer

Welt eines der schlimmsten Übel,

obwohl weltweit ausreichend

Nahrung produziert wird.

Hunger sei vor allem ein Problem

der Verteilung meinen viele:

Bittere Not und großer Mangel

auf der einen Seite stehen übermäßigem

Genuss und verantwortungsloser

Verschwendung auf der anderen

Seite gegenüber.

Die Grenze verläuft schon lange

nicht mehr zwischen Nord und Süd

des Erdballs, sie zieht sich quer

durch alle Länder und Gegenden.

 

Der Jesuit Alfred Delp betont

in einer kritischen Analyse

über die Kirche und ihr Tun

vor mehr als 60 Jahren:

 

„Man wird uns die Botschaft

vom Heile nicht glauben,

wenn wir nicht alles tun für

die Heilung des gegenwärtigen

Lebens und Menschen.

Was helfen uns alle Proteste

und alle Einsätze um spezifisch

christliche und kirchliche

Eigentümlichkeiten, wenn

vor unseren Augen der Mensch

entwürdigt wird und auf eine Stufe

des Daseins herabgedrückt wird

oder herabsinkt, auf der es

ihm unmöglich ist, christliches Leben

und christliche Ordnungen

zu vollziehen.“

 

Die Menschen haben Hunger.

Mehr nicht und auch nicht weniger.

Nein, keinen Hunger nach Gott.

Vielmehr meldet sich der

Magen zu Wort und der

will gefüllt werden.

 

„Brot zum Leben

ein Recht

für alle –

sagen wir …

 

ich sehe

große Augen

in den ausgemergelten Gesichtern

über gequollenen Hautbäuchen.

 

gerechte Güterverteilung –

sagen wir…

 

Haufen gekeulter Tiere

Müllberge von Plastik

von Aids zerfressene Körper

verseuchte Umwelt

springen mir ins Gesicht

 

egalitäre

Tischgemeinschaft

für alle –

sagen wir …

 

gesellschaftliche Konventionen

hierarchisches Denken

oben und unten

halten uns in Schach

 

einer hat es gelebt

und wurde zerbrochen

einer

von dem wir sagen,

dass wir an ihn glauben …"

 

Natürlich kommt

der Kirche und mit ihr uns

allen eine besondere Verantwortung

für die Menschen zu.

Und auch für die Schöpfung,

in der wir leben und uns

bewegen, haben wir

Verantwortung.

 

Aber nicht nur wir

als Christen allein haben

Verantwortung.

 

„Solange der Mensch an

der Straße liegt, blutig,

geschlagen, ausgeplündert,

wird ihm der Nächste und damit

der Zuständigste sein,

der sich seiner annimmt

und ihn beherbergt.“

 

Angesichts der weltweiten

Umweltschäden und Missstände

in der Schöpfung und unter

den Menschen, wendet

sich Franziskus in seiner

neusten Enzyklika

„Laudato si´ an jeden Menschen,

der auf diesem Planeten wohnt.

Mit allen Menschen will

er ins Gespräch kommen in Bezug

auf „unser gemeinsames Haus“

und allen die darin wohnen.

 

„Es wird nicht genügen“, meint

der Papst, „die Symptome zu schreiben,

wenn wir nicht die menschliche Wurzel

der ökologischen Krise erkennen.

Es gibt ein Verständnis des menschlichen

Handelns und Lebens, das fehlgeleitet ist

und der Wirklichkeit widerspricht

bis zu dem Punkt, ihr zu schaden.“

 

Und weiter:

„Wenn wir uns der Natur

und der Umwelt ohne Offenheit

für das Staunen und das Wunder nähern,

wenn wir in unserer Beziehung zur Welt

nicht mehr die Sprache der Brüderlichkeit

und der Schönheit sprechen, wird unser

Verhalten das des Herrschers,

des Konsumenten oder des bloßen

Ausbeuters der Ressourcen sein,

der unfähig ist, seinen unmittelbaren

Interessen eine Grenze zu setzen.“

 

Es geht um ganz elementare Grundbedürfnisse

des Menschen, die garantiert werden müssen.

Es geht um die ganz elementare Würde des

Menschen, die beachtet werden muss.

Echte menschliche Entwicklung

ist moralischer Art.

Sie setzt die vollkommene

Achtung gegenüber der menschlichen

Person voraus, muss aber auch auf die

Welt der Natur achten und der „Natur

eines jeden Wesens (…) Rechnung tragen.

 

Das bedeutet, dass es schon lange nicht

mehr nur ausschließlich um den Menschen

allein geht.

 

Die Menschen haben Hunger.

Die Erde hat Hunger.

Die Bäume.

Die Pflanzen.

Die Gewässer.

Die Wiesen.

Die Tiere.

Alles, was lebt und besteht

hat Hunger.

 

Wo der Mensch selbst die

letzte Instanz ist, wo das Ganze

einfach ihm gehört und er es

für sich verbraucht, wird

die Schöpfung geschädigt,

wird das Leben zerstört.

 

Die Zerstörung setzt dort

ein, wo der Mensch keine

Instanz mehr über sich hat,

sondern nur noch sich selber

will.

 

Papst Franziskus schreibt:

„Wenn wir die Welt betrachten,

stellen wir fest, dass das Ausmaß

menschlichen Eingreifens, das häufig

im Dienst der Finanzen und

des Konsumismus steht, dazu

führt, dass die Erde, auf der wir

leben, in Wirklichkeit weniger

reich und schön wird, immer

begrenzter und trüber, während

gleichzeitig die Entwicklung

der Technologie und des Konsumangebots

grenzenlos weiter fortschreitet.“

 

Die Menschen haben Hunger.

Alles, was lebt und besteht

hat Hunger.

 

„Gebt ihr ihnen zu essen!“

sagt Jesus an einer anderen Stelle

zu seinen Jüngern.

Übersetzt ins Heute will das heißen:

 

Wir brauchen eine neue universale

Solidarität, es bedarf der Talente

und des Engagements aller,

um den durch den menschlichen

Missbrauch der Schöpfung

Gottes angerichteten Schaden

wieder gut zu machen.

 

Der Papst ist nicht blauäugig.

Er trägt keine rosarote Brille.

Ganz realistisch schätzt er die

Lage ein:

 

„Die Haltungen, welche –

selbst unter den Gläubigen –

die Lösungswege blockieren, reichen

von der Leugnung des Problems

bis zur Gleichgültigkeit, zur bequemen

Resignation oder zum blinden

Vertrauen auf die technischen Lösungen.“

 

Der Heilige Franz von Assisi

zeigte eine große Aufmerksamkeit

gegenüber der Schöpfung Gottes

und gegenüber den Ärmsten

und den Einsamsten.

Er war ein Mystiker und ein Pilger,

der in Einfachheit und in einer

wunderbaren Harmonie mit Gott,

mit den anderen, mit der Natur

und mit sich selbst lebte.

An ihm wird man gewahr,

bis zu welchem Punkt die Sorge

um die Natur,

um die Gerechtigkeit gegenüber den Armen,

um das Engagement für die Gesellschaft

und um den inneren Frieden

untrennbar miteinander verbunden sind.

 

Noch etwas vermag dieser Heilige

uns in den großen Herausforderungen

unserer Zeit zu zeigen:

 

Die Welt ist mehr als ein zu lösendes

Problem, sie ist ein freudiges Geheimnis,

das wir mit frohem Lob betrachten dürfen.

 

Schließlich:

Wer im tiefen Gefühl

der Dankbarkeit lebt für das

Wunder des Lebens, dem wird

der Schutz des Lebens zum

elementaren Bedürfnis.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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