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Der Kirche laufen die Leute weg

Joh 6,24ff

 

 

Die Erfahrung ist die:

Unseren Kirchen laufen schlicht

und einfach die Leute weg.

Um 600 000 Personen

sind die Kirchen

in Deutschland innerhalb

eines Jahres geschrumpft.

Der Auszug aus dem

Christentum, aus

dem Glauben selber

ist eine Katastrophe.

 

Dabei beklagt die

protestantische Kirche

noch mehr Austritte

als die katholische.

 

Das zeigt,

dass die wahren Gründe

dieses Zusammenbruchs

nicht finanzieller Art sind.

Es sind auch nicht die Skandale

wie Kindesmissbrauch oder ein

Limburger Protzbau.

Es liegt auch

nicht an der Zurücksetzung

der Frauen, an Priestermangel,

XXL – Pfarreien,

nicht einmal am Papst.

 

Der Grund ist der Glaubensverlust.

Viele können nicht mehr an Gott glauben,

nicht an Christus, nicht an Auferstehung,

also das Wesen des Christseins.

 

Die Kirche ist obsolet geworden.

Egal mit welchen sozialen Diensten

und ritualen Angeboten sie wirbt,

sie scheint überflüssig,

unzeitgemäß, passe´,

antiquiert, out.

 

Es braucht Mut,

sich dieser Wirklichkeit

auszusetzen.

Die eigentlichen Themen

müssen auf den Tisch.

Es sind im Grunde die

uralten Fragen, die sich

unter heutigen Bedingungen

als radikal neu erweisen:

 

„Wozu Gott?“

„Wozu der Mensch?“

„Warum müssen Menschen sterben,

oftmals auf brutalste Weise sterben?“

„Was ist das Ziel?“

„Was ist der Sinn?“

 

Schlussendlich geht es

darum, den Glauben zu suchen:

innovativ, offensiv, öffentlich,

solange der Mensch sich

noch als Suchender

versteht und den letzten Sinn

und die letzten unverrückbaren

Antworten auf die Fragen, die

das Leben stellt, noch nicht

gefunden hat.

 

Wie z.B. auf jene Frage,

die die Menschen im Evangelium stellen:

„Was müssen wir tun, um

die Werke Gottes zu vollbringen?“

Die Antwort Jesu darauf klingt simpel:

„Dass ihr an mich glaubt!“

 

Kirche ist

kein Selbstzweck.

Gemeinde ist kein

Selbstzweck.

 

Gott hat die Kirche

nicht ins Leben gerufen,

damit sie sich mit sich selbst

beschäftigt,

sondern damit sie das Wort,

das Gott in Jesus Christus

ein für allemal gesprochen hat,

den Menschen zu allen Zeiten

und an allen Orten verkündet.

Damit sie das Brot, das Christus,

selber ist, weiterreicht.

Damit die Menschen

zum Glauben an ihn gelangen.

 

„Legt den

alten Menschen ab!“

ruft Paulus der Gemeinde in Ephesus zu,

„… ändert eurer früheres

Leben und erneuert euren Geist

und Sinn!“

 

Ja, darum geht´s:

Kirche muss lernen,

wieder Kirche zu sein!

Das zu leben, wozu sie

von Gott bestimmt ist

und berufen.

 

Je mehr wir als

Christen auf den Spuren Jesu

gehen,

je mehr wir seine Worte

unser Leben prägen lassen,

umso mehr kommen wir

Christus selber nah

und unserer Berufung

als Kirche:

Salz der Erde,

Licht der Welt

zu sein.

 

Der Jesuit Alfred Delp

fordert:

„Die Kirche muss sich selbst

viel mehr als Sakrament,

als Weg und Mittel

begreifen,

nicht als Ziel

und Ende.“

 

Er spricht in diesem

Zusammenhang von einer

dienenden und inspirierenden

Kirche.

Die Kirche sei geschickt

und verpflichtet

zu leuchten,

zu werben,

zu suchen,

zu heilen,

Gutes zu tun auf Kosten

der eigenen Substanz.

 

„Wir bleiben zu sehr

bei uns und unter uns“,

meint Delp.

„Uns fehlt irgendwie der große

Mut, der nicht aus dem Blutdruck

oder der Jugendlichkeit oder

ungebrochener Vitalität,

sondern aus dem Besitz des Geistes

und dem Bewusstsein des Segens,

der uns zuteil geworden ist,

kommt.“

 

Die Frage steht im Raum:

„Warum haben wir den Menschen

nichts zu sagen oder besser,

da wir was zu sagen haben,

warum  sagen wir

den Menschen nichts?“

 

Keine Frage:

„Man wird wieder um den

einzelnen Menschen werben

müssen“, das ist Delps

Feststellung schon vor mehr

als 70 Jahren, gegen Ende

der Nazidiktatur, kurz

vor seiner Hinrichtung

durch diese.

 

Die Worte Papst Franziskus´

gehen in die gleiche Richtung.

An den „Rändern“ sollen wir

zu sehen sein.

Die „Peripherie“ sei der Ort,

an dem wir wirken sollen.

Zuerst gelte der Mensch

in seiner Not.

 

Doch statt dem

desorientierten  und ungeborgenen

Menschen unserer Zeit, Halt

zu geben und Mut zu machen,

kapseln wir uns

viel zu oft ein.

Wir misstrauen viel zu sehr

den schöpferischen Kräften,

reagieren zumeist

nur negativ auf neue Ansätze.

Wähnen uns allzu sicher

in den alten und verkrusteten

Strukturen.

 

Die Erfahrung ist die:

Unseren Kirchen laufen schlicht

und einfach die Leute weg.

Viele unter uns haben in

den vergangenen Tagen

sehr betroffen auf diese

Nachricht reagiert.

 

Betroffenheit ist gut.

Doch Betroffenheit reicht

nicht aus.

Ich will mir

gerne die Bitte eines

Kirchenliedes zu Eigen

machen, die da heißt:

 

Weck die tote Christenheit

aus dem Schlaf der Sicherheit,

dass sie deine Stimme hört,

sich zu deinem Wort bekehrt.

Erbarm dich, Herr.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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