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Das Eine tun,                               ohne das Andere zu lassen

Jak 2,14-18

 

 

Streit unter den Aposteln?

Den soll es gegeben haben.

Mehr als einmal.

Dabei ging es nicht nur darum,

wer von ihnen wohl der Größte sei (vgl. Lk 22,24),

wer von ihnen im Himmelreich rechts

und wer links neben Jesus 

sitzen darf (Mt 20,20).

 

Es gab Streitpunkte,

die griffen tiefer,

die waren entscheidender.

Sie betrafen das Heil des Menschen.

Seine Rettung.

Seine Erlösung.

Seine Rechtfertigung.

 

Worum geht´s?

Es geht um das,

was Paulus zu sagen hat

über den Glauben und

die Werke des Menschen.

Und es geht um das,

was Jakobus hinsichtlich

des Glaubens und der Werke

zu verstehen gibt.

Und es scheint,

auf den ersten Blick hin gesehen,

dass sie sich in ihren Aussagen

heftig widersprechen

und entgegenstehen.

 

Paulus sagt: 

„Glaube nur!“

Das reicht.

Das ist alles. 

Deine Gnade und

deine Erlösung bewirkt Gott.

An ihn musst du glauben.

Durch deine Werke

wirst du vor Gott nicht gerecht.

Sie spielen keine Rolle.

„Gerecht gemacht aus Glauben

haben wir Frieden mit Gott.“ (vgl. Röm 5,1 ff)

 

Jakobus behauptet

genau das Gegenteil:

„Was nützt es, wenn einer sagt,

er habe Glauben, aber

es fehlen die Werke?

Kann etwa der Glaube

ihn retten?“ (vgl. Jak 2, 14 ff)

 

Und ehe wir uns versehen

befinden wir uns selber mitten drin

in den Auseinandersetzungen

der beiden und

mit der Frage konfrontiert,

wer denn nun eigentlich

recht hat und woran

wir uns halten sollen.

 

Schon sehr früh

haben sich die Geister

an den beiden und dem,

was sie ins Wort bringen

und behaupten, geschieden.

 

Für Martin Luther

stellte der Jakobusbrief mit

seiner Feststellung,

dass der Glaube allein

nicht ausriechend sei,

eine strohende Epistel dar.

 

Er schlug sich lieber

auf die Seite des Apostels Paulus.

Als wenn dies wirklich

nötig gewesen wäre.

Vielleicht vom damaligen

Kenntnisstand aus.

Doch zwischenzeitlich hat

sich einiges getan im

Bereich der Bibelarbeit

und der Erforschung

der Heiligen Schriften.

 

Mittlerweise wissen wir,

wann und unter welchen Umständen

die Zeilen entstanden sind

und in welche Zeit sie hineinsprechen.

Was zunächst als ein Widerspruch

gelten mag, das zeigt sich dann

durchaus als nachvollziehbar.

Es kann sich sogar ergänzen.

Schauen wir genauer hin.

 

Paulus hatte es

mit Gegnern zu tun,

die von der strengen jüdischen Vorstellung

beeinflusst waren, dass die strikte

Befolgung des Gesetzes

dem Menschen Zugang

zu Gott verschaffen würde.

Schlussendlich seine Erlösung

bewirken könnte.

 

Das geht so nicht meint Paulus.

Seine Rettung kann der Mensch

nicht durch seine Taten bewirken.

So zu denken würde bedeuten,

dass der Mensch selber seine Erlösung

bewirken könnte,

wenn er sich denn nur an die Gebote

halten würde.

 

Wer darauf vertraut

und Gott außen vor lässt,

der geht zwangsläufig in die Irre.

Rettung, Erlösung

und Rechtfertigung sind

Geschenk.

Gottes unverdientes Geschenk

an uns, weil wir ihm wichtig

und wertvoll sind, weil er uns

bedingungslos liebt.

Das einzige, was wir tun können ist,

diese Liebe Gottes zu erwidern,

indem wir an ihn glauben

und an seine Absichten

mit uns Menschen.

Mehr braucht es nicht.

Punkt.

 

Jakobus schreibt seine Zeilen

einige Jahrzehnte später.

Sie entsprechen einer ganz anderen

und veränderten Situation.

Er hatte neue Adressaten im Auge,

Menschen, die sich nicht mehr

wie zuvor unbeugsam an das Gesetz

und seine Befolgung hielten.

 

Das Gegenteil war jetzt der Fall.

„Wozu braucht es die Werke,

wenn allein der Glaube selig macht?“

„Wozu all die Bemühungen

und Anstrengungen,

wenn uns zum Ende eh

alles von Gott gegeben wird?“

 

Das geht so nicht,

meint Jakobus und macht

ein großes Fragezeichen hinter

diese Auffassung.

Auf den Glauben kommt es an.

Und auf die Werke nicht weniger.

 

Welchen Wert hat der Glaube,

wenn ihm keine ihm entsprechenden

Taten folgen?

Und wie sind die Taten zu beurteilen,

denen kein Glaube zugrunde liegt?

Nein, das eine geht nicht

ohne das andere.

Glaube und Werke

aus dem Glauben bewirken

die Rettung, die Erlösung,

die Rechtfertigung des Menschen.

Es braucht beides. Punkt.

 

Paulus und Jakobus

haben das gleiche Ziel im Auge.

Sie wehren den Extremen.

Sie widersprechen sich nicht.

Sie machen nur deutlich,

was uns schon der gesunde

Menschenverstand eingeben müsste:

 

Rettung, Erlösung

und Rechtfertigung des Menschen

bleiben ein Geschenk Gottes.

Der Mensch kann sich die Gnade

nicht verdienen.

Gnade ist und bleibt unverdient.

Erst recht die göttliche Gnade.

 

Dass jedoch der Glaube

entsprechende Werke bewirkt,

das erscheint nur allzu konsequent zu sein.

An unseren Werken wird man

auch künftig zweifelsohne erkennen,

wes Geistes Kind wir sind.

Und dass man durchaus

das eine tun sollte,

ohne das andere zu

vernachlässigen.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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