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Brauchen wir andere Menschen?

Mk 10,35-45

 

 

Da drängen sich zwei

nach vorne.

Ausgerechnet zwei Jünger:

Jakobus und Johannes.

 

Sie haben etwas auf

dem Herzen und nutzen

die Gelegenheit, die Gunst

der Stunde, Jesus

allein sprechen zu können.

 

„Lass in deinem

Reich einen von uns rechts

und den anderen links

von dir sitzen.“

 

Also doch.

Sie sind kein

bisschen besser als

die vielen anderen Menschen

die nach Ansehen und Prestige,

nach Bevorzugung und

den ersten Plätzen

Ausschau halten;

die selber immer wieder am besten

davon kommen wollen

und Gewinne und Erfolge

für sich verzeichnen möchten;

die mit starken Ellenbogen nach

vorne streben, vor Intrige

und Korruption nicht

zurückschrecken,

wenn es um die ganz

eigenen Interessen

und Absichten und

Gewinne geht.

 

Das ist enttäuschend.

Das ist erschreckend.

So etwas kann entmutigen.

Die anderen Jünger damals;

jeden von uns heute.

 

Ob die Jünger

zu schwach sind?

Ob es nur andere Jünger

bräuchte?

Eine andere Welt?

Einen anderen Gott

sogar?

 

Wo der Mensch nur

seinen eigenen Vorteil

und seine eigene Sache sieht;

wo der Mensch bereit ist

über Leichen zu gehen;

ist das Zusammenleben von Menschen

in seinen Wurzeln wesentlich zerstört;

zerstört durch das Verhalten

des Menschen, der durch sein Tun

Misstrauen und Verärgerung,

Bitterkeit und Enttäuschung,

Zorn und Anstoß sät und

dadurch seinen

eigenen Bankrott

heraufführt.

 

In einem Brief

zum Weihnachtsfest

im vergangenen Jahr an

die Kurie und

ihre Mitarbeiter

schreibt Franziskus von

fünfzehn verschiedenen Krankheiten,

denen er seine Mitbrüder

und Mitarbeiter ausgesetzt sieht,

„kuriale Krankheiten“

wie er sie nennt,

„die den Dienst für

den Herrn schwächen.“

Eine diese Krankheiten

sei die der Rivalität

und der Ruhmsucht.

 

Eine andere Krankheit

sei die der Gleichgültigkeit

gegenüber dem anderen.

Wenn jeder nur an sich

selbst denkt und die Ernsthaftigkeit

und Wärme in seinen menschlichen

Beziehungen verliert.

Wenn man aus Eifersucht

oder Verschlagenheit, sich freut,

jemanden fallen zu sehen,

statt ihm aufzuhelfen und ihn

zu ermutigen.

 

Die letzte Krankheit, die Franziskus

aufführt sei die des weltlichen Profits,

der Zurschaustellung –

wenn der Apostel seinen

Dienst zu Macht umgestaltet

und seine Macht zu einer

Ware, um weltlichen Nutzen

oder mehr Befugnisse

zu erhalten.

 

„Die Krankheiten und

Versuchungen seien eine Gefahr

für jeden Christen und jede

Verwaltung und Gemeinschaft,

jeden Orden und jede Pfarrei

und kirchliche Bewegung.

Sie können sowohl

beim Einzelnen

als auch in der Gemeinschaft

vorkommen“, hebt Franziskus

hervor und formuliert

seine Bitte entsprechend:

 

„Tut nichts aus Ehrgeiz

und nichts aus Prahlerei.

Sondern in Demut schätze einer

den anderen höher als sich

selbst. Jeder achte

nicht nur auf das eigene Wohl,

sondern auch auf das

der anderen.“

 

„Ob die Menschen

zu schwach sind?

Ob es nur andere Menschen

bräuchte?

Eine andere Welt?

Einen anderen Gott

sogar?

Gar keinen Gott?“

 

Das sind zumindest

die Fragen, die Berthold Brecht

in seinem Stück „der gute

Mensch von Sezuan“ stellt

und in dessen Epilog

der Zuschauer

auffordert wird

die entscheidende,

die rettende

Antwort selbst

zu geben.

 

Fassen wir diese

Fragen einmal weiter.

Dehnen wir sie aus:

 

Brauchen wir andere Menschen?

Brauchen wir andere Vorsitzende

in den großen Vorstandsetagen

der Unternehmen und Banken,

und Vereine?

Brauchen wir andere Politiker?

Brauchen wir andere Bischöfe

in den Bistümern und andere Pfarrer

in den Gemeinden?

Brauchen wir andere Gläubige

an der Basis?

 

Nein,

brauchen wir nicht,

nicht wirklich.

Es gibt keine besseren!

 

Was wir brauchen ist eine

neue und andere Orientierung,

eine ganz neue und andere Ausrichtung

jedes einzelnen Menschen,

seine Besinnung auf das Eigentliche

und Wesentliche,

auf das was

das Leben erhält und nicht

zerstört und vernichtet;

auf das was die Achtung

vor der Würde des anderen

Menschen stärkt und nicht

untergräbt;

auf das, was ihn auch

der Schöpfung die Achtsamkeit

entgegenbringen lässt, die sie

braucht, wenn er in ihr

sein Zuhause finden

will.

 

Jesus setzt diesen

anderen Maßstab:

„Bei euch aber soll

es nicht so sein, sondern,

wer bei euch groß sein will,

soll der Sklave aller sein.

Denn auch der Menschensohn

ist nicht gekommen, um sich

bedienen zu lassen, sondern

um zu dienen und sein Leben

hinzugeben … für viele.“

 

Warum geht es?

Dass wir auf den

anderen Menschen

schauen und nicht zuvörderst

auf das, was unser Gewinn

ist; was für uns persönlich

dabei herauskommt.

Diese Hinwendung

zum anderen Menschen

hat Jesus radikal gelebt.

Sie bedeutet eine

Herausforderung für alle,

die es mit Menschen zu

tun haben und mit

Verantwortung und

Macht ausgestattet

sind.

 

In der Gesellschaft.

In der Politik.

In der Kirche.

In der Wirtschaft.

In der Forschung.

In allen Bereichen,

die in Zusammenhang

mit dem Menschen

stehen.

 

Diese Frage bleibt

zum Schluss:

Wie ist diese Hinwendung

zu erreichen?

 

Zunächst müssen wir

uns fragen lassen, ob wir

diese Hinwendung denn

tatsächlich wollen?

Ich bin mir da

nicht immer so

sicher.

 

Das setzt voraus,

dass wir unsere Defizite

erkennen und annehmen

möchten,

einen anderen

Blick auf die Situation

werfen und nicht ausschließlich

die eigene Wirklichkeitskonstruktion

als das Maß aller Dinge

ansehen wollen.

 

„Ob die Menschen

hierzu zu schwach sind?

Ob es nur andere Menschen

bräuchte?

Eine andere Welt?

Einen anderen Gott

sogar?

Gar keinen Gott?“

 

Nein!

Was es braucht ist

vielmehr das Vertrauen

in den einen Gott und

dass wir es mit seiner Unterstützung

schaffen werden, dieser

wunderbaren Welt und

ihren einzigartigen Menschen

ein neues Angesicht geben

zu können.

 

Augustinus meint:

 

„Solange ein Teil zum Leib

gehört, ist seine Heilung

nicht vergebens;

was hingegen abgeschnitten

wurde, kann weder geheilt

werden noch gesunden.“

 

Achten wir aufeinander.

Passen wir auf,

dass niemand verloren

geht oder einfach so

abgeschnitten wird.

Vertrauen wir darauf,

dass Gott an uns und durch

uns heilend in dieser Welt

wirken will und lernen wir

alles Leben in Zusammenhang

mit ihm zu sehen.

 

Ich glaube,

dann wird es gut.

Grundlegend gut.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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