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Aufruf zu einer zärtlichen Kirche

Mk 6,7-13

 

 

Da ziehen sie hin.

Zu zweit, mit dem Auftrag

in der Tasche:

Menschen ins

Leben zurückzuholen;

Menschen von allem zu befreien,

was sie unfrei macht;

Menschen das Evangelium Gottes

zu verkünden.

 

Nichts haben sie bei sich

auf ihrem Weg:

kein Brot,

keine Vorratstasche,

kein Geld,

kein zweites Hemd.

Außer - sich selbst und

die ganz eigenen Erfahrungen

ihres Lebens und Gottes

mitten darin.

 

Die Erfahrung der eigenen Suche

nach Sinn und Orientierung,

Die Erfahrung der eigenen Sehnsucht

nach Leben und Erfüllung.

Die Erfahrung der eigenen Grenzen

und Unzulänglichkeiten.

Die Erfahrung der eigenen Schuld.

Die Erfahrung der eigenen Bemühungen

um das Gute.

Die Erfahrung des eigenen Scheiterns.

Die Erfahrung Gottes mitten im eigenen Leben.

Die Erfahrung des eigenen Wunsches nach Liebe.

und des Verlangens nach Annahme.

Die Erfahrung, was das Leben

eines Menschen ausmacht.

 

Braucht es mehr?

Braucht es mehr, um sich

in andere Menschen

hineinfühlen

und mit ihnen empfinden

zu können?

Braucht es mehr,

um sich mit ihnen

gemeinsam auf die Suche

zu begeben, nach all dem,

was Leben sein kann,

was dem Leben Halt zu geben

vermag?

Braucht es mehr,

um dabei Gott auf die Spur

zu kommen?

 

Nein, denn darauf käme

es an, wenn es darum geht,

sich auf den Weg zu machen,

hin zu den anderen

und glaubwürdige, authentische

Zeugen für das Evangelium Gottes

zu sein:

 

In der Nachfolge Jesu

sind wir angehalten dieser Welt

und ihren Menschen entgegenzutreten,

als die, die wir sind,

mit dem, was uns ausmacht

und mit einer Botschaft für

die Welt und die Menschen

in unserer Tasche,

die es wahrlich in sich hat.

Mit mehr nicht,

aber auch nicht mit weniger.

 

Alles andere geschieht

dann wie von selbst.

Bleibt von Gott gegeben,

der das Gute vollendet,

das wir in seinem Namen

beginnen.

 

Da ziehen sie hin.

Mit nichts mit auf ihrem Weg.

Außer sich selbst. Das muss

reichen. Das wird reichen.

 

Papst Franziskus wird Ende des Jahres

das Jahr der Barmherzigkeit ausrufen.

Ein heiliges Jahr. Ein Jahr, das Maßstäbe

setzen soll. Dafür steht schon jetzt

der Auftrag:

 

„…dass wir auf alle Menschen

zugehen und ihnen die Güte

und Zärtlichkeit Gottes bringen!“

 

„Gottes Barmherzigkeit

ist keine abstrakte Idee, sondern

eine konkrete Wirklichkeit,

durch die er seine Liebe als die Liebe

eines Vaters und einer Mutter

offenbart, denen ihr Kind zutiefst

am Herzen liegt“,

meint Franziskus

und ruft die Menschen zur

Verantwortung,

denn:

„Barmherzigkeit

sei nicht nur eine Eigenschaft des

Handelns Gottes, sie wird vielmehr

auch zum Kriterium, an dem man

erkennt, wer wirklich seine

Kinder sind.“

 

„Der Tragebalken,

der das Leben

der Kirche stützt,

ist die Barmherzigkeit“,

meint Franziskus.

Das hat Konsequenzen

für jeden von uns.

 

Zärtlich sollten wir uns an die

Menschen wenden. Liebevoll,

mit dem Blick des Herzens sollen

wir die anderen ansehen.

Kann es sein,

dass wir es für lange Zeit vergessen

haben, diesen Weg zu gehen?

Als Kirche,

als Gemeinde,

als Einzelne.

 

Es ist Zeit,

zum Wesentlichen

zurückzukehren.

Unsere Sprache und unsere

Gesten müssen Barmherzigkeit

vermitteln und so die Herzen

der Menschen wieder

erreichen und herausfordern.

 

„Die Kirche lebt

ein authentisches

Leben, wenn sie das Erbarmen

bekennt und verkündet“,

sagt Franziskus,

„die erste Wahrheit

der Kirche ist die Liebe.“

 

Jesus selber gibt hierzu die einzelnen

Schritte vor, die es zu gehen gilt:

 

  • - Richtet nicht,

    dann werdet auch ihr nicht

    gerichtet werden.

  • - Verurteilt nicht,

    dann werdet auch ihr nicht

    verurteilt werden.

  • - Erlasst einander die Schuld,

    dann wird auch euch die Schuld

    erlassen werden.

  • - Gebt, dann wird euch

    gegeben werden.

 

 „Am Abend unseres Lebens

werden wir nach der Liebe

gerichtet“, sagt Johannes

vom Kreuz.

Die über alles endscheidende

Frage, wird die Frage nach

der Liebe sein.

 

„Haben wir jemals, wirklich

geliebt“?

 

Da ziehen sie hin.

Zu zweit, mit dem Auftrag

in der Tasche:

Menschen ins

Leben zurückzuholen;

Menschen von allem zu befreien,

was sie unfrei macht;

Menschen das Evangelium Gottes

zu verkünden.

 

Nichts haben sie bei sich

auf ihrem Weg:

kein Brot,

keine Vorratstasche,

kein Geld,

kein zweites Hemd.

Außer - sich selbst und

die ganz eigenen Erfahrungen

ihres Lebens und Gottes

mitten darin.

 

Das muss auch uns reichen.

Mehr braucht es nicht.

Nicht wirklich.

Auch in einer Welt

voll Groll und Wut,

Gewalt und Rache,

Terror und Zerstörung,

Korruption und Intrige

nicht.

 

Franziskus meint:

„Barmherzigkeit ist der Weg,

der Gott und Mensch vereinigt,

denn sie öffnet das Herz für

die Hoffnung, dass wir trotz

unserer Begrenztheit aufgrund

unserer Schuld,

für immer geliebt sind.“

 

Braucht es mehr

für unseren Weg heute,

den Weg zu den Menschen?

 

Nicht wirklich.

Außer, den Mut, sich

endlich auf den Weg zu

machen.

Zu zweit.

Zu dritt.

Als Gemeinde.

Als Kirche.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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