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Abbild Gottes sein

7. Sonntag nach Ostern

 

 

Gott schauen.

Das wär eine Sache.

Ihn sehen, wie

er ist, das klingt reizvoll.

Geht aber nicht.

 

 

„Wer Gott sehen will,

muss auf mich blicken“,

meint Jesus. Seht ihr mich,

seht ihr ihn. Erkennt ihr

ihn, versteht ihr mich.

 

Jesus ist Gottes Sohn,

sein Fleisch und Blut.

In ihm begegnen wir Gott.

In ihm bekommen wir

den Vater zu greifen.

Durch ihn schaut

Gott uns selber an,

spricht er mit uns,

sagt uns zu, was

gesagt sein muss

über das Leben,

über den Menschen,

über den Sinn des Lebens

und des Tuns des Menschen.

 

Gott schauen.

Das wär eine Sache.

Ihn sehen, wie

er ist, das klingt reizvoll.

Geht aber nicht.

 

 

Wirklich nicht?

Wir können ihm begegnen.

Jeden Tag können wir auf ihn

treffen.

Wir fallen gleichsam

über ihn, wenn wir nicht

aufpassen.

Und genau darum geht´s.

Darauf aufzupassen,

wo und wie Gott uns

begegnen will.

 

Zu allererst im anderen.

In meinem Gegenüber will

Gott auf mich zukommen.

Vor dem Hintergrund

mancher Erfahrung mit

unseren Mitmenschen klingt

das komisch, ist aber so!

 

Jeder von uns ist ein

Abbild Gottes in dieser Welt,

vor ihr und vor den anderen

Menschen.

 

Der Gedanke ist gewagt.

Er kommt von Gott selber.

Der Psalm fragt nach:

 

„Wer sind wir dann,

dass an uns gedacht werden sollte?

Mensch, wer bist du,

dass du gewusst wirst?“

 

Und er gibt zugleich die Antwort:

„Göttertöchter sind wir und –söhne,

gekrönt mit unsichtbare Kronen,

in verfeinerte Körper gekleidet.

Und die ganze Erde ausgelegt

zu unseren Füßen, bis in die

fernsten Fernen, dass wir

sie behüten.

 

Henry Nouwen spricht

davon, dass der Mensch die Herrlichkeit

Gottes sei. Das muss man sich einmal

vorstellen und noch mehr -

auch einmal an sich heranlassen.

„Ich bin die Herrlichkeit Gottes.“

Klingt geradezu vermessen,

ist aber so.

 

Und jetzt die alles entscheidende

Frage. Die Frage, die weiterbringt,

weiterbringen soll:

Wenn es so ist, dass wir Abbilder

Gottes sind. Sie, ich, jedermann,

welches Bild machen sich dann

andere Menschen von Gott.

 

Die Frage hat es in sich.

Sie lässt einen erst einmal

tief Luft holen, vorausgesetzt,

man hat sie gleich verstanden,

was nicht selbstverständlich ist.

Man muss sie zweimal hören.

Mindestens.

 

Also noch einmal,

sozusagen zum Mitschreiben:

Welches Bild machen Menschen

sich von Gott, wenn ich sein Abbild

bin?

 

„Oh je“, wird vielleicht

der ein oder andere denken.

„Dann käme er ziemlich

schlecht weg, Gott.

Dann lieber doch nicht.

Lieber kein Abbild sein“

 

Aus dieser Sache kommen

wir aber schlecht raus.

Wir stecken sozusagen

bis zum Hals mitten drin,

ob wir es wollen oder nicht.

Wir sind Abbilder Gottes.

 

„Niemand hat Gott je

geschaut“, sagt die Lesung,

„wenn wir einander lieben,

bleibt Gott in uns und seine

Liebe ist in uns vollendet.“

 

Mit anderen Worten,

wenn wir uns lieben,

dann vermag Gott selber

in unserem Leben und

dem Leben anderer

greifbar zu werden,

dann nur kann er geschaut

werden.

 

Wenn wir darüber klagen,

dass Gott selber in dieser Welt

zu wenig zu erfahren sei,

liegt das dann mitunter daran,

dass wir einander zu wenig

lieben?

 

Das wäre eine mögliche

Schlussfolgerung, die sich

geradezu aufdrängt.

Vielleicht auch noch diese:

Dass zu wenig Menschen

damit rechnen, dass ihnen

Gott mitten in ihrem Alltag

ständig auf die Füße

tritt und ihnen in die Quere

kommt. Im anderen.

Vornehmlich.

 

Das Bewusstsein,

dass mir Gott im Anderen

entgegenkommt,

hat unausweichliche Konsequenzen

für mich und den anderen auch.

 

Menschen können sich gegenüber

nicht mehr länger so gebärden,

wie sie dies oftmals in unserer

Gesellschaft tun:

ohne Rücksicht auf den anderen,

ohne Achtung vor dem anderen,

ohne die Wertschätzung des anderen,

ohne Verantwortung für den anderen,

ohne Mitgefühl für den anderen …

 

Solche Haltungen bewirkt

allein der Geist Gottes.

Und es entscheidet sich

vieles an der Frage, ob

wir denn diesen Geist

in uns wirken lassen möchten,

oder „wes Geistes Kind“ wir

wirklich sein wollen.

 

Diese Entscheidung hat

Folgen für das ganze Leben.

Sie entscheidet über unsere

ganz persönliche Beziehung zu Gott,

der sich nun einmal keinen anderen

Weg dafür ausgesucht hat,

wie wir ihn erkennen können,

als über die Liebe zu Nächsten.

 

hat einmal diese Zeilen

verfasst:

 

Was ist die Welt?

fragt Stephanie Abgottspon

Wie ist die Welt?

Böse?

 

Die Welt hat dich gehasst.

Die Welt das sind die Menschen,

die Welt das sind wir.

 

Gott hat die Welt erschaffen,

Gott trägt und hält die Welt

Gott sah, dass alles gut ist.

 

Ist die Welt gut?

Ist „alles“ gut?

 

Die Welt ist wie sie ist.

Die Welt kann gut oder

zumindest besser sein für alle,

wenn Menschen sich darum bemühten.

 

Die Nebenwirkungen

liegen auf der Hand.

Wir alle wären Gott

um ein ganzes Stück

näher gekommen.

Fast zum Schauen näher

gekommen.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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