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Zeigefinger Gottes

Joh 1,29-34

 

 

Sie warten.

Die Menschen aus Jerusalem.

Auf den Messias.

Und sie sind sich unsicher.

Deshalb fragen sie nach,

bei Johannes, ob er denn der

Messias sei.

 

Ist er nicht.

Vielmehr jener, der nach ihm kommen wird.

Er selber geht ihm nur voraus.

Er ebnet ihm den Weg.

 

Und dennoch lassen die Menschen

nicht locker. Sie laufen hinter Johannes her.

Sie wollen wissen, was sie denn zu tun haben,

wenn sie dem Messias den Weg bereiten sollen.

 

Einfache Menschen sind es.

Menschen wie Du und ich.

Menschen, die spüren,

dass sich Grundlegendes in ihrem Leben

verändern muss;

dass nicht alles beim Alten bleiben darf;

dass sich eine Sehnsucht

in ihrem Herzen ausgebreitet hat

nach dem wahren,

dem unverstellten,

dem befreiten Leben,

von dem sie jetzt sehr wenig verspüren.

Angesichts der poltischen Verhältnisse

in ihrem Land nicht.

Im Hinblick auf ihr ganz eigenes, persönliches

Leben nicht.

 

Einfach erscheinen

die Antworten des Johannes.

 

Teilen sollen die Menschen.

Hab und Gut.

Verstehen und Akzeptanz.

Achtung und Wertschätzung.

Hilfe und Aufmerksamkeit.

Die Zöllner sollen niemanden betrügen

und keinem Menschen mehr Zoll

abnehmen, als ihnen zusteht.

Die Soldaten sollen mit ihrem

Sold zufrieden sein und keine Gewalt

ausüben, gegenüber niemanden.

 

Es scheint:

Die wirklich tragenden Lösungen auf die

Fragen des Lebens und seine Herausforderungen,

liegen gar nicht so weit von uns entfernt,

wie wir dies oftmals zu meinen glauben

und manchmal erscheinen sie sehr, sehr einfach.

 

Die innere Wandlung der Menschen

soll durch ein Zeichen verdeutlicht werden.

Johannes tauft die Menschen.

Mit Wasser.

Es ist eine Taufe der Umkehr.

Der Messias tauft die Menschen

mit dem Heiligen Geist.

Es ist eine Taufe, die den Bund Gottes

mit dem Menschen besiegelt,

eine Taufe der Stärkung.

 

Unvermittelt steht er vor ihm:

der Messias.

Die Zeit ist erfüllt.

 

Für Johannes scheint es Zeit zu sein,

sich zurückzuziehen und Jesus Platz zu machen.

Jesus sieht dies anders, zunächst.

„Tauf mich“, meint er zu Johannes.

„Das muss so sein.

So hat es Gott gedacht.“

 

Die Begegnung zwischen Jesus und Johannes

ist überschattet durch den Heiligen Geistes.

Der lässt sich bei der Taufe auf Jesus nieder

und Gottes Stimme bekennt:

„Das ist mein geliebter Sohn.

Ich habe Gefallen an ihm.“

 

Der Groschen scheint noch nicht gefallen

zu sein, zumindest bei den anderen Leuten

nicht.

Noch begreifen sie nicht.

Sie sind weiterhin auf das Zeugnis des Johannes

angewiesen.

Der legt Zeugnis für Jesus ab,

wieder einmal:

 

„Seht her, der ist es.

Von ihm habe ich gesprochen.

Ihn habe ich gemeint.“

 

Er ist der, der Euch retten wird,

aus aller Verstrickung, aus Not, aus Leid, aus Schuld.

Er ist der, der Euch geben wird, wonach Euer Herz verlangt,

Ansehen und Beachtung, Wertschätzung und Leben,

Leben auch über den Tod hinaus.

Er ist der, der für Euch eintreten wird bei Gott.

Er ist der, auf den Ihr wartet.

Er ist der Sohn Gottes.

 

Beeindruckend ist es,

wie Matthias Grünewald,

diese Szene ins Bild bringt.

Er malt Johannes wie ihn sich

unser inneres Auge vorstellen

mag.

Eine asketische Gestalt.

Bekleidet mit einem Fell

aus Kamelhaar.

Und einem übergroßen Zeigefinger,

mit dem Johannes auf Jesus weist:

das Lamm Gottes,

das die Sünde der Welt hinwegnimmt.

Und die Augen des Betrachters

des Isenheimer Altars in Colmar

sehen Jesus von seinem Ende her.

Sie sehen Jesus am Kreuz.

 

Wir Menschen heute

stehen nicht viel anders da,

als die Menschen damals

vor Johannes.

Auch jeder von uns hat seine

ihn bedrängenden

Fragen und Sorgen und Unsicherheiten.

Es wäre gut, wenn auch uns

zuallerst die Frage unruhig werden

lassen würde, was es denn zu tun gäbe,

um den Weg für Gott

zu bereiten,

hinein in diese Welt,

hinein in das Leben der Menschen,

hinein in unser eigenes Leben.

„Sucht zuerst das Reich Gottes“, meint Jesus

und dass dem Menschen

alles weitere hinzugegeben werden würde.

 

Menschen warten.

Auf den Messias.

Nicht nur damals in Jerusalem.

Auch heute.

Sie suchen Heilung ihrer verwundeten Seelen.

Sie suchen Ruhe statt ständiges Umhergetriebensein.

Sie suchen Frieden in ihren Beziehungen,

in dieser Welt, in ihrem Herzen.

Sie suchen ihre Ängste und Sorgen zu überwinden.

Sie suchen Vertrauen in etwas Bleibendes,

die Endlichkeit dieser Welt Überragendes.

 

Dabei laufen sie oftmals

all jenen Angeboten hinterher,

von denen sie sich

Freude,

Lust

und Unendlichkeit erhoffen.

 

Einmal in diese Richtung.

Einmal in jene Richtung.

Und immer wieder drehen

sie sich um sich selber und ihre ach so kleine

und begrenzte Welt, die sie gerne als das Maß

aller Dinge ausgeben würden.

 

Viele gibt es,

die sich die Unsicherheit und die Sehnsucht

des Menschen nach Heil

zunutze machen und ihre Gewinne

daraus erzielen,

die aber nicht halten können,

was sie sprechen,

weil sie ihre eigenen Grenzen

nicht sprengen können,

die des maßlosen Eigennutzes

und Profitdenkens nicht,

schon gar nicht die Grenze

der Endlichkeit und der des Todes.

 

Das kann nur Einer:

Gott.

 

Zu dem,

was wir Menschen tun können, gehört,

dass wir Gott wieder an die erste Stelle setzen;

dass wir als Christen mit unserem Leben,

so wie es damals Johannes tat,

derart auf Gott verweisen,

dass man wieder

beginnt, nach Gott zu fragen.

So sehr und so eindringlich zu fragen,

dass allein schon der Gedanke an ihn wieder anfängt,

das Leben dieser Welt zu beeinflussen

und unser Denken

und unser Tun

und unser Miteinander.

 

Wir müssen

das Experiment mit Gott wieder wagen –

und ihn wieder hineinwirken lassen

in unsere Gesellschaft,

in unser Leben,

in unsere Familien,

in unsere Beziehungen,

in die unterschiedlichsten Arbeitsfelder,

in denen wir am Wirken sind,

in all die Hoffnungslosigkeit

und Resignation,

die vielen Menschen heute innewohnen

und auch in die glücklichen und erfüllenden

Momente hinein, denn auch sie

sind von ihm her zu deuten

und zu verstehen.

 

Unsere große Aufgabe ist es,

in erster Linie, die Priorität Gottes wieder

ans Licht zu bringen.

Heute ist das Wichtigste,

dass man wieder sieht,

dass es Gott gibt,

dass Gott uns angeht,

dass Gott an jedem einzelnen Menschen gelegen ist,

dass er uns antwortet

und wie das Leben von ihm her gedacht ist.

 

Und dass umgekehrt,

wenn Er wegfällt,

alles andere noch so gescheit sein kann,

aber dass der Mensch dann seine Würde

und seine eigene Menschlichkeit verliert

und damit das Wesentliche

zusammenbricht.

 

Gott,

halte in uns die Sehnsucht wach,

die Sehnsucht nach mehr,

als das tägliche Einerlei,

die Sehnsucht nach mehr,

als Essen und Trinken

und Fernsehschauen,

die Sehnsucht, deinen Auftrag zu erfüllen,

die Sehnsucht nach dir!

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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