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Wer ist schuld?

Joh 9,1-41

Der Mann ist blind.

Von Geburt an.

Jesus sieht ihn.

Und –

er macht ihn gesund.

 

Die Jünger fragen:

Wer hat gesündigt?

Er selbst?

Seine Eltern?

 

Wer ist schuld?

Wer ist schuld,

dass die Beziehung

in die Brüche ging?

Wer ist schuld,

dass das Kind in der Schule

nicht mitkommt?

Wer ist schuld

an meiner ganz persönlichen

Lebenssituation?

 

Es scheint:

Wie verwenden eine Menge Energie

auf die Frage, wem wir die Schuld

an unseren eigenen Schwierigkeiten

und den Katastrophen unseres Lebens

und in dieser Welt zuweisen

können:

 

Unseren Eltern,

den Fundamentalisten,

den Juden,

den Schwarzen,

den Katholiken,

den Protestanten,

Gott,

 

Wer ist schuld?

Die Frage nach der Schuld

ist so alt wie die Menschheit.

Adam weist die Schuld von sich

und zeigt auf Eva.

Eva fühlt sich nicht verantwortlich

und gibt der Schlange die Schuld.

 

Wer ist schuld?

Es verschafft einem eine

eigenartige Befriedigung,

wenn man mit dem Finger auf

jemanden zeigen kann.

Das liefert eine Art Erklärung

und bringt immerhin einige Klarheit.

Es vertreibt das Gefühl der Ohnmacht.

Aber hilft es wirklich weiter?

Bringt es einen selber weiter?

 

Wer ist schuld?

Jesus selbst kümmert die Frage

nach der Schuld nicht.

Sie ist unerheblich.

Und auch die Streitigkeiten

und die Einwürfe der Pharisäer

und der anderen kümmern

ihn nicht wirklich.

 

Jesu Blick geht in die Zukunft.

Probleme und Schicksale

können nicht mit Schuldzuweisungen

erklärt werden. Die wenigsten

zumindest. Und wenn,

dann ändern diese nicht wirklich

etwas an der ganzen Lage.

 

Wer ist schuld?

Für Jesu besteht

die Herausforderung darin,

mitten in der Finsternis

das Licht Gottes zu sehen,

damit zu rechnen,

dass Gott

sich in jeder Situation zeigen,

am Menschen handeln

seine Absicht wahr

werden lassen kann,

dass dieser lebe,

dass dessen Leben licht werde,

licht und hell von Christus her,

dem Licht der Welt,

dem Licht für alle,

die an ihn glauben.

 

Aus Jesu Sicht kann alles,

selbst die größte Tragödie,

zum Anlass werden,

dass sich Gottes Wirken

offenbart.

 

Wer ist schuld?

Wie radikal neu wäre das Leben,

wenn wir Menschen bereit wären,

das Suchen nach Schuldigen bleiben zu

lassen und stattdessen

unser Vertrauen in das Wirken Gottes

setzen würden.

 

Wenn die Augen etwas

so lange betrachten,

bis sie Gott darin wahrnehmen,

werden die Lippen nicht anders können,

als Gott zu danken, heißt es.

 

Alle Menschen

geraten einmal

in tragische Situationen,

Sie,

ich,

wir alle,

mehr oder weniger,

früher oder später.

Wir werden mit

Tod, Depression,

Verrat, Armut,

Ablehnung, Trennung,

Verlust und vielem

anderen mehr konfrontiert.

Selten haben wir

großen Einfluss darauf.

Doch wir können uns entscheiden,

wozu uns diese Momente

zum Anlass werden:

 

Entscheiden wir uns dafür,

die Tragödien unseres Lebens

und dieser Welt zum Anlass

von Schuldzuweisungen zu nehmen,

oder, zum Anlass,

Gott am Wirken zu sehen?

 

Die Bibel ist eine einzige Geschichte

von menschlichen Tragödien,

sagt Henry Nouwen,

aber wenn man diese Tragödien

als Momente und Augenblicke

in Erinnerung bringt, in denen sich

Gottes bedingungslose Liebe zu seinem

Volk Israel zeigt, wird diese Geschichte

zu einer Heilsgeschichte.

 

Die Blindheit eines Menschen

wird zur Heilsgeschichte.

Das Erdbeben,

dem tausende von Menschen zum Opfer fallen,

wird zur Heilsgeschichte.

Die Trennung vom Partner,

die einen Menschen in tiefe Depression

und Verlassenheit stürzt, wird zur Heilgeschichte.

Ein Krieg, dem unzählige Wehrlose

und Unschuldige zum Opfer

fallen, wird zur Heilgeschichte.

Eine atomare Katastrophe,

die eine ganze Welt in Atem hält,

wird zur Heilsgeschichte.

 

Mir stockt mein Atmen.

Bei diesen Worten

spüre ich Widerstand.

Ich stelle fest,

wie klein mein Glaube ist,

mein Vertrauen darauf,

dass jedem Tod der Stachel

bereits genommen ist,

dass Gott sich tatsächlich

jede auch noch so ausweglose

Situation zum Anlass nehmen kann,

an uns Menschen seine Größe,

seine Liebe, seine Herrlichkeit

zu zeigen.

 

Eigentlich müsste

ich es besser wissen,

weil ich es selber schon so

im Angesicht einer Krankheit,

im Angesicht des eigenen Todes

erleben durfte.

 

Wenn man die Tragödien

als Momente und Augenblicke

in Erinnerung bringt, in denen sich

Gottes bedingungslose Liebe zum

Menschen zeigt, wird diese Geschichte

zu einer Heilsgeschichte.

 

Blicken wir

auf Christus selber:

Menschlich gesehen

und mit den Augen der Welt

betrachtet, endet sein Leben

in einer Tragödie.

 

Doch in Wirklichkeit

haben am Ende nicht Tod

und Verlassenheit das letzte Wort,

sondern Gott, der Menschen

wie Dich und mich,

mit ihren ganz eigenen

und persönlichen

Tragödien dazu einlädt,

an ihn zu glauben,

an ihm festzuhalten,

weil er derjenige ist,

der Licht in unsere

Dunkelheiten

bringt.

 

Jesus ist unterwegs

Ein Mann ruft ihn an

Ich sehe keinen Weg

Blind bin ich

Jesus verschafft ihm

eine neue Sicht

und sagt:

Sie haben gut daran getan

mich anzurufen.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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