thomas diener systemische-lösungsorientierte supervision und coaching geistliche begleitung gestalttherapeutische beratung
thomas diener                                                             systemische-lösungsorientierte                                                             supervision und coaching                                                                                                                                       geistliche begleitung                                                             gestalttherapeutische beratung

Sein wie Gott

Gen 2,7-9;3,1-7

 

 

Sein wie Gott.

Was für eine Vorstellung.

Wollte ich es wirklich?

Nicht unbedingt.

Wirklich nicht.

Die Konsequenzen wären

nicht abzusehen.

 

Und dennoch.

Sein wie Gott.

Von Anfang an steckt

diese Versuchung

im Menschen.

Wie ein roter Faden

zieht sie sich durch

die Geschichte.

 

Horst Eberhard Richter

spricht in diesem Zusammenhang

vom Gotteskomplex.

Der Mensch will wie Gott sein.

Er will es nicht nur so.

Er gebärdet sich auch so.

 

Gotteskomplex.

Wer diesem Komplex

verfallen ist, hat es nicht leicht,

mit den anderen nicht,

mit dieser Welt nicht,

mit sich selber nicht.

Und die anderen zweifelsohne

auch nicht mit ihm.

 

Gotteskomplex.

Wen dieser Wahn

besetzt hält, zwingt

sich in Rollen und Funktionen

und Verantwortlichkeiten,

die er nicht tragen,

an denen er nur zerbrechen

kann.

 

Gotteskomplex.

Wen dieses Begehren

einmal gepackt hat,

der wird es so schnell

nicht wieder los,

der fängt an zu glauben,

er könne sich erheben

über den Lauf der Dinge,

über das Schicksal des Menschen,

über den Prozess allen Lebens.

 

Gotteskomplex.

Die Bibel erzählt davon.

Adam und seine Frau

werden in Versuchung geführt.

Sie wollen sein wie Gott.

Nicht mehr sterben, wollen sie.

Das Gute und das Böse erkennen,

wollen sie.

Mit weit geöffneten Augen

durch die Welt gehen,

wollen sie.

 

Und so kommt es

dann auch.

Am Ende steht das beschämende

Erwachen darüber, dass sie

beide nackt sind.

Dabei könnte nackt sein

so schön sein.

 

Gotteskomplex.

Am Anfang

steht die Versuchung

zu sein wie Gott.

Am Ende ein böses

Erwachen über die

Unzulänglichkeit des Menschen

und seine ihm von Gott

gegebenen Möglichkeiten

und gesetzten Grenzen.

 

Menschen wollen über

andere Menschen herrschen.

Sie führen Krieg.

Sie zerstören Leben.

Gotteskomplex.

 

Menschen wollen mit

allen ihnen nur möglichen

Mitteln ihr Leben verlängern.

Gotteskomplex.

 

Menschen wollen das Recht

auf die Tötung des eigenen Lebens.

Gotteskomplex.

 

Menschen wollen ewig jung

bleiben, schlucken wie

besessen Medikamente

und nehmen

chirurgische Eingriffe

zu Hauf

in Kauf.

Ein bisschen dies.

Ein bisschen das.

Gotteskomplex.

 

Grundfragen:

 

Hauptsache gesund?

Werde ich nicht mehr.

Hauptsache schön?

War mal, wenn überhaupt.

Hauptsache Spaß,

Na ja.

Hauptsache Arbeit?

Habe i,h, aber unbezahlte.

Hauptsache Geld?

Wird schon reichen

irgendwie.

 

Hauptsache

Sinn

erfülltes

Leben.

                                   Carola Moosbach

 

Gibt es tatsächlich

einen Grund, sich als Mensch

so minderwertig zu fühlen,

um am Ende

seine Würde,

seine Bedeutung,

seine Einzigartigkeit,

seine Unverwechselbarkeit

seinen ihm eigenen Lebenssinn

der eigenen Hybris

zu opfern?

 

Mit Verlaub.

Nein.

Nein.

Und nochmals Nein.

Gott hat den Menschen

als Mensch erschaffen.

So hat er ihn gewollt.

Und nicht anders.

 

Kann es nicht auch

eine Entlastung

für den Menschen

darstellen,

selber nicht sein

zu müssen

wie Gott?

Vielmehr:

eigene Grenzen,

eigene Unzulänglichkeiten,

eigene Fehler,

eigenes Versagen,

eigene Schuld,

annehmen zu dürfen,

einfach so,

einfach,

weil

Gott uns Menschen

so angenommen hat,

so gewollt hat

und nicht anders?

 

Mach´s wie Gott,

werde Mensch.

Mach´s wie Gott,

bleibe Mensch.

Denn nur so kann er

an dir wirken.

Denn nur so kann er

deine Nacktheit

bedecken.

Deiner ganzen Hilflosigkeit,

Deinem ganzen Unvermögen

mit seiner Freundlichkeit,

mit seinem Erbarmen,

mit seiner Güte

entgegenkommen.

 

Das Wirken 

der göttlichen Gnade

setzt gerade dies beim

Menschen voraus.

 

Gott schenke uns

die Einsicht in unsere Schwäche

und unsere Fehler

und erfülle uns mit Mut

zu einem neuen Anfang.

Ermuntere uns,

voll Vertrauen zu dir zu

kommen,

und weck in uns die Hoffnung,

von dir alles zu empfangen,

um uns nicht selber

aufspielen zu müssen,

wie Gott.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Supervision-Coaching-Therapie-Geistliche Begleitung- Pfarrer Thomas Diener