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Für wen haltet ihr mich?

Mt 16,13-20

 

 

Was soll das?

Will er wirklich wissen,

für wen ihn die Leute

halten?

Ist er sich seiner so

unsicher geworden?

 

Er, der niemals ein Blatt

vor den Mund nimmt.

Er, der nicht davor zurückschreckt,

immer wieder

anzuecken,

vor den Kopf zu stoßen,

die anderen zu provozieren?

 

Was soll das?

 

Nein,

unsicher ist er sich seiner

nicht geworden.

Wie auch!

Aber die anderen.

Die anderen haben ganz unterschiedliche

Auffassungen von ihm.

Ihr Bild haben sie sich von ihm gemacht.

Ihren Plan in der Tasche haben sie von ihm.

 

Es ist Johannes.

Es ist Elija.

Es ist Jeremia.

„Alles Quatsch“

sagen schließlich

andere: „Es ist irgendein

anderer von den Propheten“,

meinen sie.

 

Ihr aber,

für wen haltet ihr mich?

Jetzt will er es aber

wissen.

Von seinen eigenen Leuten.

 

Das Bekenntnis folgt

unmittelbar:

Jesus ist der Messias.

Jesus ist der Sohn Gottes.

Jesus ist der Retter.

Jesus ist der Heiland.

Jesus ist der Herr.

 

Gibt es mehr zu sagen?

Nein. Eher nicht.

Vielmehr zu tun:

Jesus gibt Petrus

die Schlüssel des Himmelreichs

und die Macht zu binden

und die Macht zu lösen.

 

So funktioniert redaktionelles

Arbeiten. Alle drei Evangelisten

haben sich damit beschäftigt:

Matthäus, Markus, Lukas.

Und die Kirche begründet den Primat

des Papstes mit dieser Textstelle

bis heute.

 

Für wen halten die Leute

den Menschensohn?

Für wen halten wir ihn?

 

„Jesus ist der Grund

meiner Hoffnung.“

„Jesus ist der einzige Mensch

in der Weltgeschichte, der

einen Anspruch zu stellen

gewagt hat, wie ihn Gott

im Alten Bund erhob …“

„Jesus ist mir die vorher

nie dagewesene und niemals

überholbare Offenbarung Gottes

in seiner Zuwendung zu den Menschen

und seinem Anspruch an die Menschen,

und zwar in einer Weise,

dass ich selbst durch Jesus

unmittelbar angesprochen

und angefordert bin …“

„Jesus stellt mich vor bzw.

in das Geheimnis Gottes,

dem ich sonst nur auf mühseligen

Denkwegen nahe komme ...“

 

Große Gedanken.

Sie möge fassen,

wer sie fassen kann.

 

Bei meinem Urlaub

in Frankreich vor einigen

Wochen musste ich zum Arzt.

Der Arzt und ich kamen

miteinander ins Gespräch.

„Mon père, wissen Sie,

ich bin nicht katholisch.

Ich bin christlich.

War das nicht ein Pfundskerl

dieser Jesus?

Auf den schaue ich.

An den halte ich mich.

Das reicht.“

 

Ich persönlich halte

es mit Helmut Gollwitzer:

„Jesus stört mich.

Ich kann mich wegen seines

Dazwischentretens nicht verhalten,

wie ich es zunächst wollte.

Oft genug tue ich es natürlich,

leider.

Aber er überlässt mich nicht

meinen Neigungen und Launen.

Er ringt mit mir …

So gestört zu werden

ist das Heilsamste,

was uns widerfahren kann.“

 

Haben Sie ihre Antwort

schon gefunden?

 

Vielleicht meinen Sie:

Jesus

ist der Weg,

ist die Wahrheit.

ist das Leben.

 

Vielleicht meinen Sie:

Jesus zeigt, wie Leben geht.

Jesus zeigt, wie Leben funktioniert.

Jesus zeigt, worauf es im Leben ankommt.

 

Vielleicht meinen Sie:

Jesus schenkt Liebe.

Jesus schenkt Vergebung.

Jesus schenkt Vertrauen.

 

Und vielleicht

merken Sie auch:

Jeder trägt sein eigenes Bild

von Jesus in seinem Herzen.

 

Das ist gut.

Das ist richtig.

Das ist wichtig.

Nur:

Wir sollten uns davor hüten,

es als die ganze Wahrheit

zu verstehen.

 

Dieser Mann ist nicht

zu fassen.

Dieser Mann ist nicht

zu begreifen.

Dieser Mann ist

eben auch Gott.

Und der lässt sich

bekanntlich niemals

so richtig verstehen.

 

Für wen halten die Leute

den Menschensohn?

 

Viele sagen:

Jesus, ja.

Kirche, nein.

Ich meine:

Das Eine geht

nicht ohne das andere.

Ich meine Jesus, ja.

Ich meine aber auch:

Kirche, ja.

 

Weil ich mir

Jesus ohne die Menschen,

die an ihn glauben und

im Glauben eine Gemeinschaft,

die  Kirche, bilden,

nicht vorstellen kann,

nicht vorstellen will.

Umgekehrt ist es

sogar unmöglich.

Kirche ohne Jesus.

 

Das soll nicht über

die dunklen Flecken

der Institution hinwegtäuschen.

Über diese unansehnlichen

Stellen, die mittlerweile

derart ins Auge stechen,

dass es schon weh tut

und schmerzt.

 

Das soll auch nicht

über die Unzulänglichkeiten

ihrer amtlichen Vertreter,

auch nicht über die eines

jedes einzelnen

von uns selber,

hinwegtäuschen,

die es zweifelsohne

auch gibt.

 

Für die Kirche

gewinnt Jesus eine ganz

eigene Bedeutung.

Und die Antwort auf

die Frage, für wen

sie Jesus hält, muss

entsprechend ausfallen.

Vielleicht so:

 

Jesus ist für mich der,

an dem sich die Kirche

reiben muss.

Jesus ist für mich der,

durch den die Kirche sich

in Frage stellen lassen

muss.

 

Die Kirche als Institution

und wir alle mit ihr,

als Gemeinschaft derer,

die an Jesus glauben,

dürfen keinen geringeren

Anspruch

an das Leben,

an den Menschen,

an diese Welt

haben, als den,

der Jesus selber

zu Eigen ist.

 

Und diesen Anspruch

gilt es zu leben,

überzeugt,

begeistert

und froh

mit einer eindeutigen

Hinwendung

zum Menschen,

zum Leben.

 

 

Nur das macht uns glaubwürdig.

Nur das lässt uns

auch wieder zu einer

moralischen, ethischen,

menschenbezogenen Instanz werden,

die viele Menschen so dringend

brauchen.

 

Und es scheint mir,

heute mehr denn je,

wo sie dabei sind,

sich im Namen Gottes,

und ihrer eigenen Befangenheiten

und Egoismen

die Köpfe einzuschlagen

und schlussendlich Verrat

an dem begehen,

was die Absicht Gottes

immer war und bleiben

wird:

dass der Mensch

Leben habe, in Fülle.

 

So etwas fängt

im Kleinen an:

Bei Dir.

Bei mir.

Bei jedem von uns.

 

Alles beginnt

tatsächlich mit dieser

einen Frage:

 

Ihr aber, für wen

haltet ihr mich?

 

Die Antwort auf

diese Frage setzt

den Maßstab.

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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