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Dennoch

Mt 15,21-28

 

Hoppla!

Das bin ich nicht

gewohnt.

Damit habe ich

nicht gerechnet.

 

Der, der ansonsten

niemand übergeht,

der, der sich ansonsten

jedem Menschen zuwendet,

der, der zwischenmenschliche

Konventionen über den Haufen

wirft und ignoriert,

zeigt jetzt einer Frau gegenüber

die eiskalte Schulter.

 

Aber die Frau lässt sich

nicht beirren. Anscheinend

weiß sie auch um das Andere:

Dass Jesus sich der Menschen

erbarmt, losgelöst von deren Ansehen

und Aussehen, deren Stand

und Religion.

Das macht ihr Mut.

 

Und sie schreit ihnen nach,

Jesus und den Jüngern.

So sehr, dass selbst die Jünger

es nicht mehr länger hinnehmen

wollen und Jesus eindringlich

darum bitten, sich dieser

Frau endlich doch anzunehmen,

bevor es gänzlich peinlich

für sie alle wird.

 

Jesus bleibt unbeeindruckt.

Im Gegenteil.

Er besteht auf seiner Haltung

der Frau, einer Heidin, gegenüber.

Seine Erklärung haben wir

noch im Ohr:

„Ich bin nur zu Israel gesandt.“

 

Oha!

Auf diesen Einwand

war ich nicht vorbereitet.

Weniger zumindest

als die Frau es war.

Denn:

Die lässt nicht nach.

Die lässt nicht los.

Ganz schön penetrant,

diese Alte. Oder?

 

Handbuch der Mutigen,

heißt ein Buch von Ulrich Schaffer.

Er erzählt darin von mutigen

Menschen und er schreibt:

 

Der Mutige vertraut

auch noch nach vielen Enttäuschungen.

Er führt nicht Buch über seine

Verletzungen. Er rechnet sie

nicht auf gegen die Erfüllung,

die er auch mit Menschen erlebt

hat …

… Er hat es zu seiner wichtigsten

Übung gemacht, jeden Tag

immer wieder neu zu beginnen.

Er sieht jeden Morgen als Moment

der Verheißung …

… Er glaubt, dass es besser ist zu

vertrauen und gelegentlich

enttäuscht zu werden, als gar

nicht mehr zu vertrauen.

Sein Mut beruht auf dem Wissen,

dass sich die Welt auftut

und zugänglich wird,

wenn ein Mensch vertraut.

So hat er den Begriff

„grundlegendes Vertrauen“

für sich entdeckt.

Früher brauchte er immer

einen Grund, um zu vertrauen.

Jetzt vertraut er oft ohne Grund

und legt schon mit diesem

Vertrauen den Grund.

Häufig beginnt bei seinem

Gegenüber durch seinen

Vorschuss an Vertrauen

eine Veränderung.

Beide können sie den

Fuß in die Luft setzen,

und sie erleben,

dass sie trägt.

 

Wirklich!

Am Ende der Begegnung

trägt die Luft, beide.

Jesus und die Frau

und zudem jene Tochter,

von der die Rede ist.

 

Es gibt Menschen unter uns,

die das Vertrauen

in das Leben,

in andere Menschen,

in Gott schon lange

aufgegeben haben.

 

Es gibt Menschen unter uns,

die sehen sich als Opfer der Welt,

weil sie allzu viel von ihr erwartet

haben

an Zuvorkommenheit,

an Beachtung,

an Zuwendung,

an Aufmerksamkeit,

an Liebe,

an Verstehen …

 

Diese Erfahrung

machte sie mutlos.

Und so gehen sie

ihren eigenen Weg bis heute

durch die Straßen unserer

Städte:

 

Enttäuscht.

Verbittert.

Frustriert.

Resigniert.

Unzufrieden

mit sich,

mit anderen,

mit der Welt

mit dem Leben,

mit Gott.

 

Dabei sind ihre Erfahrungen

nicht viel anders als jene Erfahrungen,

welche die anderen Menschen machen,

die, die weitaus welt-, lebens-,

menschenzugewandter

durchs Leben gehen;

die genau so wie sie,

sich immer wieder verbrennen,

wenn sie in eine Flamme fassen,

oder nass werden, wenn sie

im Regen stehen und

die genauso viel Angst

haben wie sie.

 

Was macht den Unterschied aus?

Worauf kommt es an?

 

Es kommt darauf an,

wie ich mit den Erfahrungen,

die ich mit dem Leben

mache umgehe.

 

Wenn ich vergnüglich

mit einem Freund im

Regen gehe, oder mit Kindern

durch die Pfützen springe,

dann macht es

mir wenig aus, dass es regnet.

Wenn ich mich verbrenne,

weil ich jemanden zu Hilfe gekommen

bin und gerettet habe, dann werde

ich meine Verbrennung

als gering erachten,

weil ich einem anderen Menschen

das Leben bewahren konnte.

Ich habe Angst vor dem nächsten Schritt,

vor der längst überfälligen Entscheidung,

aber wenn ich dadurch etwas über die

Welt und das Leben lerne und

auch über mich selber und zudem

auf meinem Lebensweg voranschreiten

kann, bin ich bereit, die Angst in Kauf

zu nehmen.

 

Noch einmal:

Was macht den Unterschied aus?

Worauf kommt es an?

Dass die zuletzt Genannten

keine Angst vor der Angst haben.

Dass sie sich vielmehr auf

ihren Mut konzentrieren.

 

Sie sind dabei nicht

anders als die anderen,

denn Angst zu haben ist

menschlich.

Aber in Ängstlichkeit

zu verharren ist etwas,

wogegen sie sich

ganz bewusst entschieden

haben.

 

Die kanaanäische Frau

hat genau dies gewagt

gegen alle Konventionen,

gegen besseres Wissen,

gegen die Erfahrung

und sie hat dabei erfahren,

dass die Luft trägt.

Nein: Nicht nur,

dass die Luft trägt.

Vielmehr,

dass Gott trägt,

dass auf Gott Verlass ist,

dass man mit Gott rechnen

darf, gegen alle

Erfahrungen, die uns

das Leben lehrt.

„Dennoch“ eben.

 

Glauben Sie,

dass Sie den Mut wählen

können?

Glauben Sie,

dass Sie die Grenze, ab

der Sie nicht mehr vertrauen

können, verschieben können?

Glauben Sie, dass es

möglich ist,

so zu leben,

wie diese Frau,

von der uns das Evangelium

erzählt

mit Mut,

mit Vertrauen,

mit Glauben oder machen Sie

immer noch die Welt und die anderen

für Ihr eigenes Schicksal

und Ihre eigenen Entscheidungen

verantwortlich?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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