thomas diener systemische-lösungsorientierte supervision und coaching geistliche begleitung gestalttherapeutische beratung
thomas diener                                                             systemische-lösungsorientierte                                                             supervision und coaching                                                                                                                                       geistliche begleitung                                                             gestalttherapeutische beratung

Das fliegende Pferd

Christi Himmelfahrt

Im alten Indien

verurteilte ein König

einen Mann zum Tode.

Der Mann bat den König,

das Urteil aufzuheben

und fügte hinzu:

 

„Wenn der König gnädig ist

und mein Leben schont,

werde ich seinem Pferd innerhalb

eines Jahres das Fliegen

beibringen.“

 

„Es sei“, sagte der König,

„aber wenn das Pferd in dieser Zeit

nicht fliegen lernt, wirst du

dein Leben verlieren.“

 

Als seine Familie voll Sorge

den Mann später fragte,

wie er sein Versprechen einlösen wolle,

sagt er:

 

„Im Lauf eines Jahres

 kann der König sterben.

Oder das Pferd kann sterben,

oder es kann fliegen lernen.

Wer weiß das schon?“

 

Pferde stehen

normalerweise mit vier Beinen

auf dem Boden.

Sie galoppieren

über die Koppel

oder springen über Hindernisse.

Aber fliegen, nein,

das können sie nun wirklich nicht.

 

 

Der Vorschlag des Mannes

ist gewagt.

Mehr als das.

Der Vorschlag des Mannes

ist geradezu unmöglich.

 

Aber, wer weiß!

 

Viele unter uns tragen

Sehnsüchte, Wünsche

und Vorstellungen in ihrem Herzen,

deren Verwirklichung von Außen

betrachtet unmöglich

erscheint.

 

Es muss nicht gerade

ein fliegendes Pferd sein,

aber vielleicht die Sehnsucht

nach Frieden,

der Wunsch nach Liebe und nach Leben,

die Vorstellung von Gemeinsamkeit,

und einer glücklichen Beziehung.

Und …

Und …

Und …

 

Was mir an dieser Geschichte

aus Indien gefällt ist,

dass es sich der Mann nicht nehmen lässt,

an das schier Unmögliche zu glauben;

dass er die Ausweglosigkeit seiner Situation

nicht zum Anlass nimmt,

an ihr zu verzweifeln,

zu resignieren und kaputt zu gehen.

Stattdessen einer Vision

in seinem Herzen Glauben schenkt,

die ihm Freiheit und Leben verheißt.

 

Die Himmelfahrt Jesu will

uns eine solche Vision in unser Herz einpflanzen.

Die Himmelfahrt Jesu spricht davon,

dass es Menschen möglich sein wird,

alles, was sie auf Erden

so sehr gefangen hält und niederdrückt,

hinter sich lassen zu können.

Dass Sehnsüchte, Wünsche und Vorstellungen,

die das wahre und tatsächliche Leben des Menschen betreffen,

Wirklichkeit werden können;

dass der Mensch zum Leben finden kann.

 

Es gibt tatsächlich diesen Ort,

an dem Träume nicht länger Träume bleiben müssen

und Visionen nicht mehr wie Seifenblasen zerplatzen,

einen Ort, an dem sich des Menschen Verlangen

nach Frieden,

nach Liebe,

nach Leben,

nach Gemeinsamkeit

erfüllen wird.

 

Es gibt den Himmel auch für uns!

Und manchmal berührt er schon

jetzt sanft die Erde und unser Leben.

 

Kein anderer Maler,

hat die Möglichkeit

des neuen Himmels und der menschlichen Sehnsucht

nach ihm in seinen Bildern so sehr festgehalten

und umgesetzt, wie Marc Chagall.

 

Dass das Pferd fliegt,

ist für Marc Chagall überhaupt keine Frage.

Ein Bild von ihm zeigt ein Pferd im Flug.

Es trägt zwei Menschen auf seinem Rücken.

Unter sich lässt das fliegende Pferd

mit dem Liebespaar die Stadt Jerusalem

und ihm zujubelnde Menschen.

 

Das Pferd fliegt in einen roten Himmel hinein

und trägt Mann und Frau mit sich, dem Himmel entgegen.

Der Himmel spannt sich rot über den gelb leuchtenden Hintergrund,

der an manchen Stellen durch das Rot des Himmels durchbricht.

Dieses Bild Chagalls ist ein Bild,

das von der vitalen Kraft der Liebe spricht.

Sie bringt das Pferd zum Fliegen.

Sie macht die beiden Menschen auf seinem Rücken

zu einem Königspaar,

voller Würde und ausgestattet

mit den unbegrenzten Möglichkeiten

und der Macht von Monarchen.

 

Die Energie der Liebe

ergreift und durchglüht

den ganzen Lebensraum,

Himmel und Erde,

Engel und Menschen,

Pflanzen und Tiere,

die am Himmel abgebildet sind

und agieren.

 

Christi Himmelfahrt

lädt den Menschen dazu ein,

den Visionen,

den Träumen,

den Wünschen,

die er in seinem Herzen trägt,

mit Vertrauen zu begegnen.

 

Vor allem aber doch

an die unzerstörbare Macht der göttlichen Liebe

zu glauben,

die alles an sich zieht,

die alles möglich macht,

die selbst das Pferd

zum Fliegen bringen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Supervision-Coaching-Therapie-Geistliche Begleitung- Pfarrer Thomas Diener