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Allzeit um uns in Sorge

Joh 14,1-12

 

 

Sie hatten es gewusst.

Die ganze Zeit über

hatten sie es gewusst:

Dass er von ihnen gehen wird.

Dass er sie verlassen muss.

Dass er eines Tages nicht mehr

unter ihnen sein wird.

Schließlich hatte er sie

immer wieder auf diesen Augenblick

hingewiesen.

Er tat dies vor seinem Tod.

Er tat dies nach seiner Auferstehung.

 

Sie hatten es gewusst.

Sie hätten es wissen müssen.

Aber als es dann soweit ist,

überkommt sie die Angst.

Unsicher sind sie.

Wie vor den Kopf gestoßen.

Verwirrt.

 

Jesu Wort ist angebracht:

„Euer Herz lasse

sich nicht verwirren.

Glaubt an Gott.

Glaubt an mich.“

 

Dass es mit dem Glauben

der Jünger nicht weit her ist,

das wissen wir.

Kleingläubig sind die meisten

unter ihnen und nicht nur Petrus,

als dieser den Gang über den See

wagen will.

Thomas fragt nach:

„Wir wissen nicht wohin du gehst.

Wie sollen wir den Weg kennen?“

Philippus greift nach dem letzten Strohhalm:

„Herr, zeig uns den Vater.“

 

Letzte Versuche der Jünger,

Jesus zu sagen:

„Lass uns nicht allein.

Ohne dich sind wir verloren.

Ohne dich können wir nicht bestehen.

Ohne dich fällt alles auseinander.

Ohne dich geht es nicht weiter.“

 

Es ist, wie wenn die Angst eines kleinen

Kindes beim Zubettgehen hervorbrechen

und sich zu Wort melden würde;

die Angst beim Schließen der Zimmertür

endgültig verlassen zu werden

und das mit seinen Nachfragen

das Loslassenmüssen von Vater oder Mutter

hinauszögern und unterbinden,

verhindern will.

Und das schließlich hilfesuchend darum bittet,

die Zimmertür noch einen Spalt weit

offen zu halten, damit noch Licht

ins Zimmer hineinscheinen kann.

 

Aber das Leben geht weiter.

Unaufhörlich nimmt es seinen Lauf,

ob wir es wollen oder nicht.

Auch nach Jesu Auferstehung

und Himmelfahrt.

Unaufhaltbar.

Für die Jünger.

Auch für uns selber.

Und nicht immer wissen wir dabei

um den nächsten Schritt.

Mehr als einmal fühlen wir uns

vom Leben überfordert

und inmitten seiner Abläufe

verlassen, hilflos und allein.

Auch von Gott verlassen.

 

Wenn so viel ins Wanken gerät,

was bislang als sicher geglaubt wurde

und unverrückbar galt,

braucht es Sicherheiten.

Nicht nur für die Jünger.

Auch für uns.

Da braucht es etwas,

auf das wir bauen können und

auf das wir uns verlassen dürfen.

 

Das Ziel steht fest.

Unverrückbar.

Ein Platz bei ihm,

ein Platz an seiner Seite,

eine Wohnung im Himmel.

 

Bis dorthin soll uns der Glaube

tragen und uns Menschen

Mauern und Grenzen überwinden lassen,

die wir bisher für unüberwindbar glaubten.

„Glaubt an Gott und glaubt mich“,

sagt Jesus zu seinen Jüngern.

„Glaubt an Gott und glaubt mich“,

Das sagt er auch zu uns.

 

Das Leben mit all seinen Herausforderungen,

die noch unerkannt vor uns liegen,

können wir nur in der Kraft des Glaubens bestehen

und in dem festen Zutrauen, dass er tatsächlich

selbst jetzt noch bei uns ist,

wo er schon längst dort angekommen ist,

wohin es uns alle einmal hinbringen wird,

das Leben,

das Sterben,

der Tod,

die Auferstehung

zu Gott.

 

Gibt es darüber hinaus etwas anderes,

an das wir uns in den zahllosen

Ungewissheiten klammern könnten?

Etwas, das uns bestehen lässt

in den großen Unsicherheiten

des eigenen Lebens, denen

dieser Welt und unserer Kirche?

Etwas das uns Halt gibt

in Kummer, Krankheit, Elend

und Not, in Trauer und in Schmerz?

 

Es gibt für uns keine anderen Zeichen,

als jene, die auch die Jünger hatten:

die Werke Jesu,

sein Wirken am Menschen,

sein heilendes Eingreifen

in das Schicksal derer, die ihm

lieb und teuer waren.

Und die Annahme,

dass er auch heute noch Wunder

an uns Menschen vollbringt und dass in jedem

Wunder, das uns in diesem Leben wiederfährt,

Gott selber an uns handelt.

und uns zeigt, dass er uns nicht im Stich lässt.

 

Von diesem Vertrauen

spricht Huub Oosterhuis

und ein Lied in unserem

Gotteslob, das seine Worte

aufnimmt:

 

Herr, unser Herr, wie bist du zugegen

und wie unsagbar nah bei uns.

Allzeit bist du um uns in Sorge,

in deiner Liebe birgst du uns.

 

Du bist nicht fern, denn die zu dir beten,

wissen, dass du uns nicht verlässt.

Du bist so menschlich in unserer

Mitte, dass du wohl dieses Wort verstehst.

 

Du bist nicht sichtbar für unsere Augen,

und niemand hat dich je gesehen.

Wir aber ahnen dich und glauben,

dass du uns trägst, dass wir bestehen.

 

Du bist in allem ganz tief verborgen,

was lebt und sich entfalten kann.

Doch in den Menschen willst du wohnen,

mit ganzer Kraft uns zugetan.

 

Herr, unser Herr, wie bist du zugegen,

wo nur auf Erden Menschen sind.

Bleib gnädig so um uns in Sorge,

bis wir in dir vollkommen sind.

 

Wer an ihn glaubt,

geht nicht zugrunde,

sagt die Lesung.

 

Bleiben wir uns gewiss,

dass wir das Leben, nur in der Kraft

des Glaubens an den lebendigen Gott

und mit Taten, die in diesem Glauben

wurzeln, bestehen können,

insbesondere die Tiefen

dieses Lebens.

 

Das ist kein neuer Gedanke.

Nein, mit Sicherheit nicht.

Wir wissen es.

Oder?


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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