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Alles klar?

Mt 5,38-48

 

 

Es war Ende Januar.

Der Papst ließ von seinem Fenster aus

eine weiße Taube über den Petersplatz fliegen.

Es dauerte nicht lange, da machten

sich zwei andere Vögel über die Taube her,

eine Möwe und eine Krähe.

Sie stürzten auf sie ein.

Sie rissen sie zu Boden.

Sie töteten sie.

 

Eine weiße Taube.

Sie ist ein Symbol.

Sie ist ein Zeichen für den Frieden.

 

Das Bild von der Friedenstaube

von Picasso ist vielen bekannt.

Noah lässt eine Taube in die Luft

steigen. Mit einem Palmzweig im

Schnabel kehrt sie zurück.

Wenig später nur,

lässt er sie ein zweites Mal

in die Luft steigen.

Darauf war sie nicht mehr

gesehen und Noah erkennt:

Jetzt ist der Zeitpunkt da,

um aus der Arche

herauszugehen.

Land ist in Sicht.

Eine weiße Taube.

Sie ist ein Symbol.

Sie ist ein Zeichen für den Frieden.

Aber:

Eine weiße Taube macht

noch lange keinen Frieden.

Auch zwei Tauben nicht.

Auch drei Tauben nicht.

Ein ganzer Schwarm Tauben

ist dazu nicht in der Lage.

 

Eine weiße Taube,

eine Möwe und eine Krähe.

Das Bild scheint bezeichnend zu sein

für das, was unsere Ohren hören

und das was unsere Augen sehen,

um die Ecke, im eigenen Land,

in anderen Ländern dieser Erde.

 

Der Friede ist verletzbar.

Der Friede ist zerstörbar.

Der Friede ist gefährdet.

Der Friede ist schutzlos.

Der Friede ist wehrlos.

Der Friede ist ausgeliefert.

dem Vielen, das ihn zunichte

macht:

 

Neid,

Hass,

Macht,

Gier,

Egoismus,

Fanatismus,

Absolutismus,

Dummheit,

Boshaftigkeit.

 

Ich will Frieden auf der ganzen Welt.

Ich will Frieden in unserem Dorf.

Ich will Frieden, damit alle fröhlich sind.

Ich will Frieden, damit alle glücklich sein können.

Ich will Frieden, damit aller frei sein können.

Ich will Frieden, damit alle zu Freunden werden.

Ich will Frieden, damit ich meinen Feind umarmen kann.

 

(Yemei 13 Jahre, Tansania)

 

Angesichts der Gewalt

schließen wir oft die Augen.

Verdrängen

wir unsere Ohnmacht

und Hilflosigkeit.

Lassen unser Herz

und unseren Geist

abstumpfen.

Vertrauen wir nicht mehr der Kraft

des Guten und des Friedfertigen

im Menschen.

Angesichts der Gewalt

lassen wir geschehen,

was anscheinend nicht aufzuhalten

ist und überlassen dem Bösen

in dieser Welt den Platz.

 

Gibt es einen Ausweg?

Jesus meint: Ja!

 

Nicht nur euch selber lieben.

Nicht nur die lieben, die euch lieben.

Das macht jeder.

Das kann jeder.

Das ist nichts Außergewöhnliches.

Das tun selber die größten Verbrecher.

 

Nein:

Auch den Feind lieben.

Das ist der Schlüssel zum Frieden.

 

Den Feind lieben.

Den, der mir das Bein stellt,

den, der mir nachstellt,

den, der mich verleumdet,

den, der mich in der Tiefe meiner Seele verletzt,

den, der gegen mich intrigiert,

den, der die Unwahrheit über mich verbreitet,

den, der mir an den Kragen will,

den, der mir mein Leben zur Hölle macht,

den, der mich mit Füßen tritt,

den, der mir ins Gesicht schlägt,

den, der mir Gewalt antut,

den, der die Menschen verletzt, die mir lieb sind,

den, der ihre und meine Existenz zerstört.

 

Alles klar?

Nichts ist klar.

Weil an diesem Punkt

die meisten von uns scheitern.

Die Gesetze der Welt

gehen anders:

Auge um Auge.

Zahn um Zahn.

Wie du mir, so ich dir.

Nichts gefallen lassen.

Wenn dich einer auf die Nase schlägt,

dann hau gefälligst zurück.

Das sitzt wenigstens.

Stimmt – für den Moment vielleicht.

Die berühmte Schreckminute.

Aber dann?

Dann beginnt das ganze wieder von vorne.

Auge um Auge.

Zahn um Zahn.

Wie du mir, so ich dir.

Nichts gefallen lassen.

Wenn dich einer auf die Nase schlägt,

dann hau gefälligst zurück.

Spirale der Gewalt, nennt

sich das.

Aber Jesus besteht darauf.

Hört auf damit!

Lasst das!

Durchbrecht die Spirale der Gewalt!

Geht aufeinander zu!

Reicht euch die Hand!

Geht das überhaupt?

 

Vor mehreren Monaten.

erschossen jüdische Soldaten

den zwölfjährigen palästinensischen

Jungen Ahmad,

der sie mit einer Spielzeugpistole

bedroht hatte.

 

Der Vater

des erschossenen Jungen

verhielt sich nicht so, wie viele

es vermuten wollten.

Er spendete die Organe seines toten Jungen

an verschiedene andere Kinder.

Ahmads Herz rettete der Tochter

einer radikal jüdischen Familie das Leben.

 

„Darf ich dir eine Botschaft mitgeben?“,

fragt der Vater des Jungen einen Reporter

am Ende einer Aufnahme.

„Glaube mir,

Ich allein kann keinen Frieden machen.

Ich brauche Unterstützung,

von vielen, von allen.

Helft mir.“

 

Nicht zurückschlagen,

sondern einstecken;

nicht aufbegehren,

sondern erdulden;

mehr geben,

als eingefordert;

leiden,

ohne zu drohen;

ungerechte Strafe hinnehmen;

- den Feind lieben?

 

Verkehrte Welt!

Und dennoch:

sagen wir nicht wir glaubten

an einen, der einen solchen Weg ging?

Bekennen wir nicht

gerade den unseren Retter?

 

Er hat auch damals

die Welt auf den Kopf gestellt.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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