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Alles beginnt mit der Sehnsucht

Zweiter Thomasgottesdienst

Alles beginnt mit der Sehnsucht, 
immer ist im Herzen Raum für mehr,
für Schöneres, für Größeres.

 

Nelly Sachs, eine Jüdin,

die den Holocaust überlebte

beginnt mit diesen Worten

eines ihrer Gedichte.

 

Alles beginnt mit der Sehnsucht …

 

In der Tat.

Schon das Baby

schreit nach Nahrung.

Schon das Kind

bittet stumm mit großen Augen

um Zuwendung, Aufmerksamkeit,

um körperliche Nähe,

kurz: um Liebe.

 

Und das wird sich

bis zum Lebensende

eines Menschen

nicht mehr ändern.

Keiner von uns ist sich selbst genug.

Aufeinander sind wir verwiesen,

aufeinander angewiesen,

sehnend und

uns ausstreckend nach allem,

was uns Glück verspricht.

 

Nelly Sachs meint: 

 

Das ist des Menschen

Größe und Not:

Sehnsucht nach Stille,

nach Freundschaft

und Liebe.

 

In der Tat:

Anerkennung,

Wertschätzung,

Zuneigung,

Freundschaft,

Liebe –

danach sehnt sich der Mensch.

Es gibt wohl

niemanden unter uns,

der ohne solche Erfahrungen

glücklich und seines Lebens

wirklich froh werden könnte.

 

Und auch das scheint

mir bedenkenswert im Hinblick

auf uns Menschen:

 

… immer ist im Herzen Raum für mehr,
für Schöneres, für Größeres…
Und wo Sehnsucht sich erfüllt,
dort bricht sie noch stärker auf.

Wann immer

wir ein Ziel erreichen;

wie viele Wünsche

auch immer sich uns erfüllen,

und wäre es das Größte,

das die Erde zu bieten hat –

es wäre zu wenig,

es würde unsere Sehnsucht

nie restlos stillen.

 

In allem, was diese

Welt zu bieten hat,

ist zu wenig, als dass

der Mensch darin  wirklich

und tatsächlich

seine Erfüllung finden

könnte.

 

Diese Tatsache

wirft ein ganz anderes

Licht auf unser Leben.

Vor allem auf das,

was nach diesem Leben

zu erwarten ist.

 

Diese Tatsache nämlich

besagt nichts anderes als,

dass diese Sehnsucht,

mit der alles beginnt

und die unser Leben

bis zu seinem Tod

begleitet, nur etwas,

nein, vielmehr jemand,

erfüllen kann, der jenseits

des irdisch Erreichbaren

ist.

 

All unsere Sehnsucht,

ob wir es uns eingestehen wollen

oder nicht, ist immer auch

die Sehnsucht nach Gott.

 

Gott selbst ist dieses

Mehr, das wir spüren.

Nach Gott selber greifen

wir aus voller Sehnsucht,

wenn wir spüren,

dass es nicht ausreicht,

dass wir uns nicht zufrieden geben wollen,

dass wir nicht satt sind,

dass wir immer noch dürsten,

dass nichts in der Welt

diesen Hunger unserer Seele

zu stillen vermag.

 

Der Kirchenlehrer Augustinus

meint: „Unruhig sei unser Herz

bis es ruhe in Gott.“

Jesus meint zu der Frau

am Brunnen: „Wer von dem

Wasser, das ich ihm geben werde

trinken wird,

wird niemals mehr Durst haben.“

 

Nelly Sachs hebt in ihrem

Gedicht noch einen

anderen Aspekt

hervor.

Sie spricht

von einer

ganz anderen Sehnsucht.

Der Sehnsucht Gottes

nach dem Menschen.

 

Fing nicht auch

Deine Menschwerdung, Gott,
mit dieser Sehnsucht

nach dem Menschen an?

Kann das sein?

Wie soll das gehen?

Ist das nicht zu weit gedacht?

Von zu weit hergeholt?

Viel zu verwegen?

 

Mitnichten!

Gott sehnt sich

auch nach dem Menschen.

Nicht, dass er uns brauchen

würde.

Sein Sehnen ist ein Sehnen

in Liebe und nicht ein Sehnen

aufgrund einer

eigenen Bedürftigkeit.

 

Gott sehnt sich

nach Dir,

nach mir,

nach jedem einzelnen

von uns.

 

Alles beginnt mit der Sehnsucht, 
immer ist im Herzen Raum für mehr,
für Schöneres, für Größeres.

 

Es kommt auch vor,

dass Menschen

ihre Sehnsucht ins

Verkehrte wenden.

Dass sie ihre eigentliche und tiefste

Sehnsucht verdrängen und diese

zu beruhigen versuchen,

indem sie sie auf kurzen Wegen,

durch das schnelle,

durch das käufliche,

durch das machbare Glück

zu finden meinen.

 

An die Stelle der Sehnsucht

tritt nicht selten die Sucht.

Unterhaltungssucht,

Kaufsucht,

Arbeitssucht,

Esssucht,

Magersucht,

Tablettensucht,

Genusssucht.

Zum Schluss bleibt

eine gähnende,

durch nichts auszufüllende

Leere.

 

Und auch das kommt vor,

dass Menschen überhaupt

keine Sehnsucht mehr verspüren.

 

Nicht die sind zu bedauern,

deren Sehnsüchte nicht in Erfüllung

gehen, sondern diejenigen,

die keine mehr haben.

Wer nichts ersehnt,

ist tot.

 

Gerade dort,

wo sich der Mensch

süchtig,

unfrei,

träge

und leer erfährt,

ist er eingeladen, mit der

Sehnsucht in Berührung zu kommen,

die tiefer liegt,

die tiefer reicht,

die auf dem Boden seiner

Seele ruht.

 

Wie viele Menschen

sind gar nicht mehr in

einem echten Kontakt

mit sich selbst?

Wie viele Menschen

wissen überhaupt nicht darum,

wohin ihr Herz wirklich

zielt und was sie tatsächlich

von ihrem Leben wollen?

Wie viele Menschen

wissen nicht, wonach sie

sich sehnen sollen?

 

Dann tut es gut,

in die Tiefe des Herzens

hinabzusteigen,

um wieder mit sich selbst,

um wieder mit ihrem Ursprung,

um wieder mit ihrer Sehnsucht

in Berührung zu kommen.

 

In dieser Tiefe

wird der Mensch dann

auch wieder in Berührung mit

Gott kommen können.

Da werden sich Himmel

und Erde, Gott und Mensch

tatsächlich einander wieder

berühren können.

Und mit einem Mal

darf ganz klar werden,

wohin die Sehnsucht

wirklich zielt.

Die Sehnsucht des Menschen

und die Sehnsucht Gottes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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