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thomas diener                                                             systemische-lösungsorientierte                                                             supervision und coaching                                                                                                                                       geistliche begleitung                                                             gestalttherapeutische beratung

Wollen wir einander helfen durchzuhalten?

Lk 9,51-62

 

 

Wir hängen dazwischen.

Altes ist leer geworden,

es klingt hohl,

bringt nichts mehr zum Schwingen

in uns.

 

Worte,

Lieder,

Gesten,

Bewegungen,

Gedankengebäude,

sie betreffen uns nicht mehr,

und darum sind wir nicht betroffen.

Es geschieht etwas an uns

aber nicht in uns.

 

Wir warten.

Wir überlegen.

Wir sind unsicher.

 

Ich las diesen Gedanken,

zum wiederholten Mal in diesen Tagen.

Er fällt mir immer wieder ein

und er begleitet mich sozusagen,

seit vielen Jahren.

Er scheint zu passen,

in so vielen Momenten und Augenblicken

meines Lebens, in denen sich etwas an mir

vollzieht und ich noch nicht ahnen kann,

wohin mich das Leben führen und stellen wird.

 

So viel weiß ich jedoch dann schon:

Dass ich das Alte verloren habe.

Dass das Neue noch nicht da ist.

Dass es aber kommen wird,

weil meine alten Worte nicht mehr passen,

weil meine bisherigen Vorstellungen

zu eng geworden sind.

weil ich innere Bilder sehe,

aber den Weg noch nicht kenne.

 

Und diese Worte scheinen zu passen,

und sie scheinen zuzutreffen, auch dann,

wenn ich die augenblickliche Situation

unserer Kirche und unserer Gemeinden

betrachte, die am ehesten wohl mit den Worten:

Unsicherheit,

Angst,

Vertrauensverlust,

Resignation,

Wut,

Überforderung,

und Hilflosigkeit

umschrieben werden kann.

 

Wir hängen dazwischen.

Altes ist leer geworden,

es klingt hohl,

bringt nichts mehr zum Schwingen

in uns.

 

Worte,

Lieder,

Gesten,

Bewegungen,

Gedankengebäude,

sie betreffen uns nicht mehr,

und darum sind wir nicht betroffen.

Es geschieht etwas an uns

aber nicht in uns.

 

Wir warten.

Wir überlegen.

Wir sind unsicher.

 

Die Versuchung, in dieser Zeit des Umbruchs

zurückzuschauen und den vermeintlich guten

alten Zeiten nachzutrauern, ist bei vielen Gemeindemitgliedern

groß und die Kraft und der Mut, dieser Versuchung zu widerstehen

sind äußerst gering.

Das Loslassen fällt schwer.

Das Loslassen bereitet große Probleme.

Das Loslassen scheint geradezu unmöglich.

Aber daran festzuhalten,

immer blind und ungeachtet der sich

gewandelten Herausforderungen für unsere

Kirche und Gemeinden weiterzumachen,

das geht nicht.

 

Weil wir das Alte schon lange verloren haben,

auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen.

Weil wir dazwischen hängen, auch wenn viele noch meinen

festen Boden unter ihren Füßen zu spüren.

Weil wir nach Vorne schauen müssen

und uns die Lösungen der Vergangenheit nicht mehr

erlauben können.

Sie passen nicht mehr.

Sie greifen nicht mehr.

Sie laufen ins Leere.

 

Jesus meint:

Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat

und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich

Gottes. (Lk 9,62)

 

Das ist ein Wort, das uns vorantreiben will.

Das ist ein Wort, das uns Mut machen will.

Das ist ein Wort, das unsere Aufmerksamkeit

konzentriert auf das lenken will,

was jetzt getan werden muss und nicht vernachlässigt werden

darf,

wenn unsere Kirche,

wenn unsere Gemeinden wieder

ansprechend,

attraktiv,

begeisternd,

einladend,

dem Evangelium treu,

orientierend

und wegweisend

sein sollen.

 

Und Jesus sagt:

Lass die Toten ihre Toten begraben,

du aber geh und verkünde das Reich Gottes. (Lk 9,59)

Mit anderen Worten.

Schau nicht zurück.

Bleib nicht stehen.

Verschließ dich nicht dem Leben gegenüber

und dem, was sich vorsichtig nur andeutet,

aber noch keinen Namen hat

und vertraue darauf, dass alles weitergeht,

dass es einen Punkt gibt,

auf den wir zuströmen,

dass es eine Kraft gibt,

die die Entwicklung steuert.

Vorausgesetzt,

du entziehst dich nicht der Veränderung

und lässt los,

damit du das Neue, das kommt,

umarmen kannst.

 

Im Hinblick auf das Gemeinte:

eine neue Gestalt von Gemeinde,

die Gemeinde von morgen.

eine neue Gestalt von Kirche,

die Kirche von morgen.

 

Es gibt Dinge,

die stehen unverrückbar fest

für Sie, für mich,

für unsere Gemeinden.

Restriktionen, Vorgaben, innerhalb

deren wir uns bewegen müssen.

Daran lässt sich schwerlich etwas ändern.

 

Vielleicht ist es ja auch gut so,

dass wir daran nichts verändern können,

weil uns das den vermeintlichen Sicherheiten

entreißt und weil wir endlich anfangen müssen,

uns darüber Gedanken

zu machen, wie wir unseren Gemeinden

und unserer Kirche wieder ein neues Gesicht

geben können

und wie wir,

jeder einzelne und jede einzelne von uns,

ich, du, wir alle eben, uns als Christen neu

aufzustellen und in dieser Welt zu positionieren haben,

wenn das Evangelium nicht an Glaubwürdigkeit

einbüßen soll.



Jesus meint:

Die Füchse haben ihre Höhlen

und die Vögel ihre Nester;

der Menschensohn aber hat keinen Ort,

wo er sein Haupt hinlegen kann. (Lk 9,51ff)

 

Das gilt zweifelsohne

auch für die Kirche,

eine Gemeinde,

also auch für uns:

dass wir uns nicht auf dem einmal

Erreichten ausruhen können,

dass wir uns immer wieder herausrufen

lassen und auf einen Weg

stellen lassen müssen, von dem wir

noch nicht die leiseste Ahnung haben,

wohin er uns führen wird,

dass wir uns der Veränderung nicht entziehen

dürfen,

weil wir uns nur so weiterentwickeln

werden

auf unseren Ursprung zu,

auf die Vollkommenheit,

aus der wir kommen

und zu der wir gehen.

 

Das ist und bleibt ja auch

das Spannende an dieser

ungeheuren Reise auf

unserem Weg wieder hin zu unserem

Ursprung.

 

Wollen wir einander helfen

durchzuhalten?

Wollen wir eine Verschwörung bilden,

die das Neue herbeisehnt?

Heute an diesem Punkt zu stehen,

in diesem Nicht-Mehr und Noch-Nicht,

ist eine Form von Glauben,

und sich die Lösungen der Vergangenheit

nicht mehr zu genehmigen,

ist Ausdruck des Vertrauens,

dass alles weitergeht.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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