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Wie gewonnen, so zerronnen

Lk 12,13-21

 

 

 

Wie gewonnen,

so zerronnen.

Manchmal ganz schleichend.

Ein anderes Mal

ganz plötzlich und unvermittelt

über Nacht.

 

In der Tat:

Wer viel besitzt,

ist in Gefahr, sich in sein

Vermögen zu verlieben.

Das gewinnt eine Eigendynamik

nach immer Mehr.

Das verführt dazu,

sein Herz daran zu hängen

und auf keinen Fall mehr

davon zu lassen.

 

Wer wüsste das nicht

von sich selbst?

Wer sähe das nicht in unserer

Haben-Gesellschaft?

Wer viel besitzt,

muss es auch sichern –

zur Not mit Gewalt.

 

Wer das Heil von Geld und

Vermögen erwartet,

wird sich entsprechend

rüsten müssen –

zur Verteidigung seines

Besitzstandes.

Der wird immer

noch größere Scheunen

für seine Vorräte

bauen müssen.

 

Es muss nicht unbedingt

Geld und materieller Reichtum

sein.

Es gibt auch einen intellektuellen

Kapitalismus,

der nicht minder aufgerüstet daherkommt.

 

Wissen, Macht und Geld –

das sind drei Großmächte,

die einen eigenartigen Hang

zur Absolutsetzung

in sich haben.

Wer darauf baut,

muss bist ins Innerste

seines Herzens

„auf Abwehr“

eingestellt sein.

Hier liegt die Quelle

der Rechthaberei,

des Unfriedens,

der Gewalttätigkeit,

des Egoismus.

 

Windhauch,

Windhauch,

sagte Kohelet,

Windhauch,

Windhauch,,

das alles ist Windhauch.

Denn es kommt vor,

dass ein Mensch,

dessen Besitz durch

Wissen, Können,

und Erfolg erworben wurde,

ihn einem anderen,

der sich nicht dafür angestrengt hat,

als dessen Anteil übergeben

muss.                                                    Koh 1,2

 

Wie gewonnen,

so zerronnen.

Manchmal ganz schleichend.

Ein anderes Mal

ganz plötzlich und unvermittelt

über Nacht.

 

Eine Todesanzeige fällt

mir in die Hand.

Der Tod eines Unternehmers

wird bekanntgegeben.

Erfolgreich war er.

Kompetent und engagiert.

Innovativ und zukunftsorientiert

führte er sein Unternehmen.

Er organisierte.

Er fusionierte.

Er konsolidierte.

Mitte Fünfzig war er

nach längerer Krankheit

gestorben.

 

Michael Frank

dichtete im 17. Jahrhundert

diese Zeilen:

 

Ach wie flüchtig,

ach wie nichtig ist der Menschen Leben!
Wie ein Nebel bald entstehet

und auch wieder bald vergehet,
so ist unser Leben, sehet!

 

Ach wie nichtig,

ach wie flüchtig sind der Menschen Tage!
Wie ein Strom beginnt zu rinnen

und mit Laufen nicht hält innen,
so fährt unsre Zeit von hinnen.

 

Ach wie flüchtig,

ach wie nichtig ist der Menschen Freude!
Wie sich wechseln Stund und Zeiten,

Licht und Dunkel, Fried und Streiten,
so sind unsre Fröhlichkeiten.

 

Ach wie nichtig,

Ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne!
Wie ein Blümlein bald vergehet,

wenn ein rauhes Lüftlein wehet,
so ist unsre Schöne, sehet!

 

Ach wie flüchtig,

ach wie nichtig ist der Menschen Glücke!
Wie sich eine Kugel drehet,

die bald da, bald dorten stehet,
so ist unser Glücke, sehet!

 

 

Ach wie nichtig,

ach wie flüchtig sind der Menschen Schätze!
Es kann Glut und Flut entstehen,

dadurch, eh wir uns versehen,
alles muss zu Trümmern gehen.

 

Ach wie flüchtig,

ach wie nichtig ist der Menschen Prangen!
Der in Purpur hoch vermessen

ist als wie ein Gott gesessen,
dessen wird im Tod vergessen.

 

Ach wie nichtig,

ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen!
Alles, alles, was wir sehen,

das muss fallen und vergehen.
Wer Gott fürcht', wird ewig stehen.        

 

Wie gewonnen,

so zerronnen.

Manchmal ganz schleichend.

Ein anderes Mal

ganz plötzlich und unvermittelt

über Nacht.

 

Worauf kommt´s an?

Wir wissen:

Geld allein mag beruhigen,

aber es macht nicht wirklich glücklich.

Ein hoher Dax-Kurs macht nicht

wirklich satt.

Er stillt nicht still den Hunger

der Seele, das Verlangen,

das dem Inneren

des Menschen entspringt

und nach mehr verlangt,

als nach hohen Gewinnen

als nach hohen Dividenden

als nach hohen Renditen.

 

Worauf kommt´s an?

Zu erkennen,

was uns wirklich reich macht.

Zu erkennen,

was uns wirklich zufrieden

sein lässt,

von innen heraus

spürbar zufrieden, glücklich,

froh und frei sein lässt.

Zu erkennen,

worauf es wirklich ankommt.

 

Oftmals sind es gerade die Dinge,

die sich nicht mit Geld

bezahlen und machen lassen,

die uns wahre Glücksmomente bescheren:

Ein Sonnenaufgang über den Weinbergen.

Die meditative Stille eines glasklaren Sees.

Das unbeschreibliche Freiheitsgefühl

beim Blick in die Rheinebene hinunter.

Der unbeschwerte Genuss eines

guten Glases Wein.

Das Lachen eines Kindes und

seine Unbeschwertheit dem Leben

und den Menschen gegenüber.

Momente auf dem Rücken eines Pferdes,

das uns durch die Wälder und über

die Wiesen trägt.

Die Nähe, die wir einem lieben Menschen

gegenüber empfinden,

wenn wir ihm Zeit und Aufmerksamkeit schenken.

 

Noch einmal:

Worauf kommt´s an?

Zu erkennen,

was uns wirklich reich macht.

Darauf kommt´s an.

Und darauf,

das Erkannte zu tun,

umzusetzen,

zu leben.

 

Das ist es,

was Jesus zu seinen Jüngern

zu sagen veranlasst,

alles zu verlassen

und nichts, aber auch gar nichts

auf den Weg mitzunehmen:

Kein Brot.

Keine Vorratstasche.

Kein Geld.

Keine Schuhe.

Kein zweites Hemd.

 

Das ist es,

was es dem reichen Jüngling

andererseits wiederum

schwer mach, Jesus

nachzufolgen.

 

Das ist es,

was einen Oberzöllner Zachäus,

am Ende der Begegnung mit Jesus

die Hälfte seines

Vermögens den Armen

zurückgeben lässt.

 

Das ist es,

was die Vögel des

Himmels und die

Lilien des Feldes

auszeichnet

und letztere

schöner sein lässt als

König Salomo in seiner ganzen

Pracht.

 

Und über

und vor allem das

Vertrauen in Gott,

dem die Anzahl der Haare

auf unserem Kopf schon längst

bekannt ist;

der unsere Worte kennt,

noch ehe sie uns auf

der Zunge liegen;

dem wir nicht gleichgültig

sind und der über jedem

von uns immer wieder

aufs Neue die Sonne

aufgehen lässt,

jeden Tag

und auch am Ende

unserer Erdenzeit.

 

Leider finden die meisten

unter uns immer einen Grund,

nicht radikal zu sein.

In der Nachsicht mit

sich selber

sind sie grenzenlos.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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