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Wer´s glaubt, wird selig

zum vierten Advent

 

 

„Wer´s glaubt wird selig“ -

So sagen wir bisweilen.

Mit diesem Wort äußern wir allerdings

nun weniger unsere feste Überzeugung von dem,

was unser Gegenüber ins Wort bringt.

Was wir mit diesem Satz zum Ausdruck bringen,

ist vielmehr unseren Zweifel

und unser Misstrauen gegenüber dem,

was uns der andere zu sagen hat.

 

„Wer´s glaubt wird selig“ –

Das will mit anderen Worten heißen:

Das glaub ich dir nicht!

Das kannst du anderen erzählen, aber nicht mir!

Das, was du da sagst, ist mehr als unwahrscheinlich.

Das kann einfach nicht stimmen!

 

„Wer´s glaubt wird selig“ –

Maria wird von Elisabeth seliggepriesen,

nur mit dem einen Unterschied:

Elisabeth ist davon überzeugt

und lässt keinen Zweifel daran,

dass es sich mit ihrer Cousine so verhält,

wie es der Herr ihr durch seinen Engel sagen ließ:

Du wirst ein Kind empfangen,

einen Sohn wirst du gebären:

dem sollst du den Namen Jesus geben.“ (Lk 1, 26 ff)

 

„Wer´s glaubt wird selig“ –

Maria war zunächst gar nicht selig gewesen.

Sie erschrickt über diese Nachricht,

die ziemlich unvermittelt vom Himmel fällt.

Voller Frucht ist sie, als der Engel bei ihr eintritt

und ihr sagt, was Gott mit ihr im Schilde führt.

Sie fragt nach.

Sie zweifelt:

„Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“

Der Engel versteht die Unsicherheit der jungen Frau

und erklärt.

Am Ende seiner Ausführungen

über Gottes Wirken an Maria stellt er fest:

„Für Gott ist nichts unmöglich!“

 

„Wer´s glaubt wird selig“ –

Das will mit anderen Worten heißen:

Das glaub ich dir nicht!

Das kannst du anderen erzählen,

aber nicht mir!

Das, was du da sagst ist mehr als unwahrscheinlich.

Das kann einfach nicht stimmen!

Bei Maria hat´s gestimmt!

Sie glaubt:

Ich bin die Magd des Herrn.

Mir geschehe, wie du es gesagt hast.

- Selig ist die, die geglaubt hat,

was der Herr ihr sagen ließ.

 

Was war es,

dass Maria dem ganzen Vorhaben Gottes mit ihr

Glauben geschenkt hat?

Was ließ sie so sicher sein

und ohne ein größeres Wenn und Aber

in Gottes Plan zustimmen?

War die Erfahrung Ausschlag gebend,

die sie mit Gott,

dem Gott ihrer Väter und ihres Volkes bislang machen durfte?

Schließlich hat sie bereits als kleines Kind gelernt,

auf diesen Gott zu vertrauen,

der einst ihr Volk aus Ägypten befreit

und es den Weg durch das Meer

und die Wüste geführt hat.

Fest im Glauben verwurzelt lebt sie ihr Leben

und vertraut es ihrem Gott an,

von dem ihr Volk im Gebet bekennt:

 

Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich.

Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir.

Von fern erkennst du meine Gedanken.

Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt,

du bist vertraut mit all meinen Wegen.

Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge,

du, Herr, kennst es bereits.

Du umschließt mich von allen Seiten

und legst deine Hand auf mich. (Ps 139)

 

„Wer´s glaubt wird selig“ –

Maria hat´s geglaubt.

Deshalb schenkt sie Gott ihr ganzes Vertrauen.

Ihren Glauben fasst sie so ins Wort:

 

Meine Seele preist die Größe des Herrn,

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan

und sein Name ist heilig ... (Lk „)

 

„Wer´s glaubt wird selig“ –

Glauben wir´s?

 

Glauben wir,

dass für Gott wirklich nichts unmöglich ist?

Dass unser Gott auf krummen Zeilen gerade schreiben kann?

Glauben wir,

dass unser Leben sich geborgen wissen darf in Gottes Hand?

Dass er uns nicht los lässt, gleich wo wir stehen,

gleich wo wir gehen?

Glauben wir, dass Gott unser Leben will?

Dass er uns seinen Sohn geschickt hat,

der uns durch sein Sterben und seinen Tod

vor dem eigenen ewigen Tod bewahrt

und damit gerettet hat?

 

„Wer´s glaubt wird selig“ –

In der Tat:

Wer glaubt, dass für Gott alles möglich ist,

der rechnet auch ganz fest damit,

dass er in den Unmöglichkeiten,

die für ihn sein Leben bereithält,

nicht untergeht, sondern,

dass ihm eben dieser Gott,

dem er sein ganzes Vertrauen schenkt, Zukunft verheißt

und damit Leben verspricht.

 

Dietrich Bonhoeffer hat diese Zuversicht ins Wort gebracht,

wenn er bekennt:

 

Ich glaube, dass Gott aus allem,

auch aus dem Bösesten,

Gutes entstehen lassen kann und will.

Ich glaube, dass uns Gott in jeder Notlage

soviel Widerstandskraft geben will, wie wir

brauchen.

In solchem Glauben müsste alle Angst

vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube, dass auch unsere Fehler

und Irrtümer nicht vergeblich sind,

dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden,

als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist,

sondern dass er auf aufrichtige Gebete

und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

 

„Wer´s glaubt wird selig“ - In der Tat:

Wer glaubt, dass er sich alle Zeit in Gottes Hand aufgehoben

und geborgen wissen darf,

den wird nicht die Einsamkeit überfallen

wie ein Dieb in der Nacht.

Selbst dann, wenn er von jedem anderem im Stich gelassen wurde,

Gott lässt ihn nicht im Stich.

Er bleibt selbst dann an unserer Seite,

wenn wir ihn schon längst abhanden gekommen glauben.

 

Dag Hammarsskjöld sagt in diesem Zusammenhang:

 

Das „Unerhörte“ - in Gottes Hand zu sein.

- Wieder ein Mahnen an dieses einzig Bleibende in deinem Leben

- und wieder diese Enttäuschung, die bezeugt,

wie lange du brauchst, um zu erkennen.

 

„Wer´s glaubt wird selig“ –

In der Tat:

Wer glaubt, dass Gott

sich dem Menschen mitgeteilt hat in seinem Sohn Jesus Christus

und dass in dessen Sterben und Tod alle Sinnlosigkeit,

die einem Menschenleben innewohnen kann,

aufgehoben ist,

der vermag sich auch mit seinem eigenen Sterben

und seinem Tod in Gottes Hände zu empfehlen,

weil dieser nicht das letzte Wort hat,

sondern Gott, der unser Leben will.

 

Hildegard von Bingen hält diesen Glauben

in ihren prophetischen Reden fest:

 

Gott spricht: O ihr törichten Menschen!

Warum fragt ihr das Geschöpf aus nach eurer Lebenszeit?

Niemand kann seine Lebenspanne überschauen,

sie um gehen oder überspringen.

Denn von mir allein ist das Leben festgesetzt.

Ja, o Mensch, wenn zeitlich wie geistlich dein Heilsziel erreicht ist,

dann wirst du das Zeitliche segnen

und in das übergehen, was keine Grenzen kennt.

 

„Wer´s glaubt wird selig“ –

Maria hat´s geglaubt

und mit ihr die vielen anderen Menschen,

die sich immer wieder auf die Suche nach dem gemacht haben,

das ihr Leben zusammenhält,

ihm Sinn gibt und Richtung weist.

Am Ende ihres Suchens verbindet sie,

über alle Unterschiede hinweg, das Eine:

Der unverrückbare Glaube an den einen Gott,

der das Leben des Menschen will

und dem nichts näher am Herzen liegt als der Mensch selber.

 

„Wer´s glaubt wird selig“ –

Auch wir werden in diesen Tagen zum Glauben herausgefordert sein,

und dazu, Gott gegenüber unser bedingungsloses Ja zu sprechen,

ihn in unser Leben aufzunehmen

und wie einst Maria, die Gott in ihrem Schoß trug,

mit uns zu tragen auf all den Wegen,

die uns unser Leben vorgeben wird zu gehen.

 

Wenn wir uns nicht in den vielen Ablenkungen und Besorgungen,

Bemühungen und Belastungen der letzten Wochen verloren haben

und wenn uns Weihnachten immer noch mehr bedeutet als das,

was uns kluge Geschäftemacher einzureden versuchen,

dann kommen wir um ein Bekenntnis zu diesem Gott nicht herum

und um die Möglichkeit, unser Leben reicher und tiefer,

bewusster und sinnvoller, gotterfüllter zu machen.

 

„Wer´s glaubt wird selig“ –

In der Tat. Und wer immer noch nicht glauben kann,

dem wünsche ich, dass es ihm spätestes am Weihnachtsabend

vor dem Kind in der Krippe wie Schuppen von den Augen fällt,

dann nämlich bekommt der Glaube

Hand und Fuß und einen Namen:

Jesus Christus.

Um des Lebens willen.

 


 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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