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Vom richtigen Platz im Leben

Lk 14,1.7-14

 

 

 

Es geht um Bescheidenheit.

Es geht um Zurückhaltung.

Es geht um Demut.

 

Und es geht darum,

dass den Menschen,

von denen das Evangelium erzählt,

diese Haltung

gänzlich fremd zu sein scheint;

dass sich jeder von denen, die Jesus im Auge hat,

den Ehrenplatz aussucht;

dass man ganz schön begossen dasteht,

wenn es plötzlich und unvermittelt heißt:

Mach diesem hier Platz!

und man den untersten Platz einzunehmen hat.

 

Es geht aber auch um diese Fragen:

Wo ist eigentlich mein Platz in diesem Leben?

Habe ich den Platz, der für mich bestimmt ist, schon gefunden?

Befinde ich mich an dem richtigen Platz?

 

Manchmal wird man an einen Platz gestellt,

den man sich gar nicht ausgesucht hat.

Verschiedene Umstände führen einen dorthin,

die man oftmals gar nicht beeinflussen kann.

Und ehe man sich versieht,

ist man bestimmt von Gegebenheiten,

die einem nur das Eine vermitteln,

dass man am falschen Platz ist.

 

Auf Dauer kann dies einen Menschen unglücklich machen.

Auf Dauer kann die falsche Positionierung des eigenen Lebens krank machen.

Auf Dauer fühlt sich der Mensch am falschen Platz

immer mehr vom eigentlichen, vom wirklichen Leben wie abgeschnitten.

 

Manchmal sind es Entscheidungen von Vorgesetzten,

die den Menschen an einen falschen Platz bringen.

Manchmal sind es Schicksalsschläge, die einem einen Platz zuweisen,

den man sich von selbst niemals ausgesucht hätte,

mit dem es aber jetzt zu Recht zu kommen gilt.

Manchmal sind es die eigenen Entscheidungen,

die einen an einen falschen Platz bringen.

 

Es gibt Menschen, die haben ihren Platz gefunden.

Das sind Menschen, die eine unglaubliche Zufriedenheit

mit sich und dieser Welt ausstrahlen.

Menschen, die nicht mit Gier und Neid

auf das Leben der anderen schauen

und sich nicht immer wieder selbst auf die höheren Plätze erheben müssen,

nur um groß dazustehen und um Ansehen bei anderen zu haben.

Menschen, die wissen, was Leben bedeutet,

denen durchaus Bescheidenheit, Zurückhaltung und Demut gegeben ist.

Menschen, die sich eben nicht mehr so wichtig nehmen.

Vielleicht weil sie auch erkannt haben,

dass sie in Gottes Augen unendlich wichtig und kostbar sind.

 

Wieder andere sind immer noch auf der Suche

nach dem richtigen Platz in ihrem Leben.

Sie haben immer noch keine Ahnung, in welche Richtung ihr Leben sich

entwickeln soll;

in welche Gestalt ihr Leben hineinwachsen soll

und was ihre ureigene Lebensberufung ist.

Insbesondere junge Menschen sind davon betroffen.

 

Ja und dann gibt es Menschen,

die spüren, dass der Platz,

an dem sie es sich schon seit langem eingerichtet haben,

gar nicht der Platz ist, an den sie tatsächlich hingehören.

Das zu erkennen braucht manchmal Jahre,

mitunter ein halbes Leben.

 

Es geht um Bescheidenheit.

Es geht um Zurückhaltung.

Es geht um Demut.

 

Es geht aber auch um diese Fragen:

Wo ist eigentlich mein Platz in diesem Leben?

Habe ich den Platz, der für mich bestimmt ist, schon gefunden?

Befinde ich mich an dem richtigen Platz?

 

Immer wieder stellt uns das Leben vor diese Fragen.

Immer wieder fordert das Leben von uns, über diese Fragen nachzudenken.

Immer wieder fordert das Leben von uns das Recht, gelebt zu werden,

denn wer sich am falschen Platz befindet, der hat das Leben nicht,

wie es Gott für ihn gedacht hat, als er ihn schuf.

 

Die größte Sünde wider sich selbst ist das

Versagen, das Leben, das einem gegeben wurde,

wirklich zu leben,

sich selbst und dem mir geschenkten Leben

etwas schuldig geblieben zu sein.

Der Philosoph Kierkegeaard hat dies einmal gesagt.

 

Wer sich am falschen Platz befindet,

der muss nicht warten,

bis ihn das Leben,

die äußeren Umstände

oder andere Menschen

auf einen anderen Platz verweisen.

 

Wer sich am falschen Platz befindet,

der darf sich die Möglichkeit der Umkehr zunutze machen,

die immer dann erforderlich erscheint,

wenn das Leben nicht mehr stimmig ist;

wenn das Leben immer mehr an Lebendigkeit

und an seiner eigentlichen Bestimmung verliert.

 

Gewiss, zur Umkehr

und zu einem Neuanfang gehört immer auch Mut,

vor allem aber doch das Vertrauen darauf,

dass es tatsächlich einen Platz für uns in diesem Leben gibt,

an dem wir zur Ruhe kommen

und Leben in Fülle haben dürfen;

einen Platz, der ganz allein für uns vorgesehen ist

und den nur wir in Gottes Plan mit dieser Welt und diesem Leben

ausfüllen und einnehmen können.

 

Der Platz Jesu war stets an der Seite

derer, denen man in ihrem Leben

ihren Platz nicht zugestanden hat;

an der Seite

von Sündern und Ausgegrenzten,

von Kranken und Gedemütigten.

 

Dort soll auch der Platz all jener Menschen sein,

die an ihn glauben und vorgeben, ihm nachfolgen zu wollen.

Dort soll auch der Platz der Kirche sein.

Dort soll vornehmlich auch unser Platz sein.

 

Wenn du ein Essen gibst,

dann lade Arme und Krüppel,

Lahme und Blinde ein.

Du wirst selig sein,

denn sie können es dir nicht vergelten.

Es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung

der Gerechten. ( Lk 14,)

 

Übrigens, Jesu Platz an der Seite

der Sünder und Ausgegrenzten,

der Kranken und Gedemütigten,

brachte ihm am Ende den Platz

an der Rechten Gottes ein.

 

Darum hat ihn Gott über alle erhöht,

und ihm den Namen verliehen,

der größer ist als alle Namen,

sagt Paulus in seinem Brief an die Philipper

 

Manche Menschen sind Zeit ihres Lebens auf der Suche

nach dem richtigen Platz.

Sie streben einmal hier hin

und ein anderes Mal da hin,

immerzu strecken sie sich nach dem wahren und tatsächlichen Leben aus,

ohne es aber jemals ergreifen zu können.

 

So stellt sich am Ende

eine ganz andere Frage, nämlich die:

Woher wissen wir, dass wir am richtigen Platz sind?

Woher wissen wir, dass nicht ganz woanders unser Platz ist?

Was lässt uns unseres Platzes in dieser Welt und in diesem Leben sicher sein?

 

Am richtigen Platz befinden wir uns,

wenn wir das Leben in uns spüren.

Am richtigen Platz befinden wir uns,

wenn wir uns in der Tiefe unseres Herzens bewusst sind,

dass das Leben, wie wir es leben, tatsächlich die Gestalt hat,

in die es hineinwachsen sollte und die Gott gemeint hat,

als er uns ins Leben rief.

Am richtigen Platz befinden wir uns,

wenn uns eine innere Zufriedenheit erfüllt

mit uns,

mit unseren Mitmenschen,

mit dieser Welt,

und Dankbarkeit.

 

Am richtigen Platz

befinden wir uns,

wenn wir ehrlichen Herzens vor Gott

bekennen können:

Ich lebe -

und am Ende unseres Leben:

Ich habe gelebt.

Wirklich gelebt.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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