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Süßer die Glocken ...

zum Weihnachtsfest

 

Weihnachten.

Fest der Emotionen.

Fest der Erwartungen.

Fest der Enttäuschungen

zugleich.

 

Weihnachten.

Alle Jahre wieder.

Maria und Josef.

Engel und Hirten.

Krippe und Stall.

Und mitten drin:

Das Jesus-Kind.

 

Und:

„Süßer die Glocken die klingen!“

„Ihr Kinderlein kommet!“

Und weil es so schön ist

und ohne es für viele unter uns

kein Weihnachten wäre:

„Stille Nacht, heilige Nacht!“

 

Es gibt welche, die meinen,

dass Weihnachten zu feiern nicht bedeute,

gefühlsselig auf die Geburt eines Kindes

zu schauen

und dass die Menschen

dem Evangelium keinen Gefallen täten,

wenn sie aus Jesus eine Art ewiges Kind machten,

das ihnen kaum oder überhaupt

keine erwachsenen Antworten abverlangte

und die fragen,

was für eine Geisteshaltung

dahinterstehe,

Jesus als Kindlein festhalten zu wollen.

 

Es gibt welche, die meinen,

dass Weihnachten mehr bedeute.

Zunächst sicherlich dies:

Gott wird Mensch.

Und der Mensch darf erfahren,

dass es gut ist, Mensch zu sein,

dass es gut ist auf dieser Erde zu leben,

dass es gut ist, einen Leib zu haben.

In Jesus sagt Gott „Ja“

zu alle dem.

 

Und dennoch sei dies nicht alles,

meinen welche,

und dass wir es nicht zulassen

dürften, dass Weihnachten

verharmlost oder verwässert

wird, so sehr, dass uns die Botschaft von

Weihnachten nichts mehr abverlangt.

 

Das Gegenteil ist der Fall.

Die Herausforderungen durch Leid,

Ungerechtigkeit und Zerstörung auf diesem Planeten

sind derzeit so gewaltig,

dass es sich der Mensch nicht länger

erlauben kann,

sich mit einer Botschaft für die Kinderstube

zufriedenzugeben.

 

Stattdessen müssen wir

hoffen und aktiv

darum bemüht sein,

dass die Finsternis schwindet,

vor allem auf dem Gebiet

der großen sozialen Fragen

unserer Zeit und in unserer Gesellschaft.

 

Wir wünschen,

der Hunger auf der Welt

könnte ausgerottet werden.

Wir wünschen,

wir könnten die Vergeudung

der Ressourcen der Erde für die Rüstung stoppen.

Wir wünschen,

wir könnten dem Skandal ein Ende

setzen, dass Menschen von Mutterschoß an

und in jedem Lebensalter getötet werden.

Wir wünschen bessere Bedingungen für die Randgruppen

der Gesellschaft.

Wir wünschen Arbeit für die Arbeitslosen.

Wir wünschen uns Zufriedenheit

und Wohlergehen

und…

und…

und…

 

Aber an einem gewissen Punkt

müssen wir mit der Tatsache leben,

dass die Frage nur heißen kann:

Wie nehme ich selbst das Licht auf

und wie verbreite ich es

in meiner Umgebung?

 

Und das Licht leuchtet in der Finsternis

und die Finsternis hat es nicht erfasst (vgl. Joh 1),

heißt es zu Weihnachten.

Jesus ist das Licht,

das in die Wirklichkeiten der Welt

und in all ihre Dunkelheiten einbricht.

Vielmehr, das Gott selbst,

in dieser Welt aufleuchten lässt.

Und wir sollen diejenigen sein,

die das Licht dieser Nacht entgegennehmen,

sich von ihm verwandeln lassen

und es hinaustragen und zwar überall dorthin,

wo es dunkel ist,

wo Menschen darauf warten, endlich

der Finsternis entrissen zu werden.

 

Ihr seid das Licht der Welt,

meint Jesus, und dass eine Stadt,

die auf dem Berg liegt, nicht

im Verborgenen bleiben kann

und dass man auch kein Licht

anzündet, und ein Gefäß darüber stülpt,

sondern, dass man das Licht

auf einen Leuchter stellt, damit

es allen leuchtet. (vgl. Mt 5,13ff)

 

Das ist es, was Weihnachten uns abverlangt:

Zu erkennen was und wo wirklich Finsternis

ist,

zu lernen, wie wir schöpferisch

und mutig mit ihr umgehen können,

zu verstehen, wie wir im Licht leben

und aktiv sein können,

so dass die Finsternis uns nicht überrollt.

 

Wenn wir eine rosarote Brille tragen

und mit der Einstellung leben, alles sei doch

eigentlich wunderbar, geraten wir in Wirklichkeit

in die Falle der Finsternis,

denn wir sehen dann nicht klar genug,

um den Weizen von der Spreu unterscheiden zu können.

 

Wenn wir dagegen umgekehrt nur die Finsternis

im Blick haben und das grundlegendere Licht vergessen,

werden wir von unserer eigenen negativen Einstellung

und unserem Fanatismus aufgefressen.

Und unsere Seele wird depressiv und krank.

 

Weise ist es stattdessen mitten in der Finsternis

voll Hoffnung und aktiv zu sein

und dabei niemals an dem Licht zu zweifeln,

dass Gott ist und das er auch in unseren eigenen

Dunkelheiten mit der Geburt seines Sohnes

zum Leuchten gebracht hat.

Zugegeben:

Die Finsternis wird nie ganz aufhören.

Wir wissen viel zu sehr,

wie das Leben ist und wie das Leben geht,

um nicht zu wissen, dass die Finsternis

nicht verschwindet.

Johannes hat Recht.

 

Aber sie wird das Licht

dieser Nacht auch nicht ersticken

können.

Mit Zweifeln nicht.

Mit Unglauben nicht.

Mit Gleichgültigkeit nicht.

Mit Gewalt nicht.

Ja selbst der Tod hat keine Macht

über das Licht dieser Nacht.

 

Wir glauben das,

von Ostern her.

Denn da wird es uns wieder geschenkt,

das Licht, im Strahlen der Sonne am Ostermorgen,

die uns erzählt,

dass die Dunkelheiten dieser Welt

ein für allemal überwunden sind,

durch den, an dessen Geburt

wir uns heute erinnern lassen

und der uns heute mehr abverlangt,

als

überzogene Emotionen,

übertriebene Erwartungen,

niederdrückende Enttäuschungen

und „Stille Nacht, heilige Nacht.“

 

Vielmehr,

dass wir ihn durch uns zur Welt

kommen lassen und ihm

ein Gesicht geben

in den Dunkelheiten

unserer Welt.

Um des Lebens willen.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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