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Das ist Gott uns schuldig

Lk 17,5-10

 

 

 

Jemandem

etwas schuldig zu bleiben,

kann durchaus belastend sein.

Nicht genügt zu haben,

vielleicht sogar versagt zu haben,

nicht weniger.

Schon allein das Gefühl kann

zermürbend genug sein.

 

Wer von uns könnte schon

behaupten, dass er in seinem

bisherigen Leben zu dessen Gelingen

wirklich alles getan hätte,

nichts und niemandem etwas

schuldig geblieben sei?

 

Eltern

fragen sich oftmals,

ob sie denn alles für ihre Kinder

in der Erziehung richtig und gut

gemacht haben.

Sie sorgen sich um ihre Kinder,

besonders dann, wenn sie andere

Wege gehen,

andere Entscheidungen treffen,

andere Konsequenzen ziehen,

die sie selber so

niemals getroffen hätten.

Und nicht selten

kommt dabei die Frage hoch:

Was haben wir nur falsch gemacht?

 

Ehepartner

fragen sich oftmals

beim Tod des anderen,

ob sie denn alles gut gemacht

und für den anderen

richtig entschieden haben,

weil dieser selber nicht mehr in der Lage

gewesen ist, Wünsche zu äußern

und Entscheidungen zu treffen,

die sein Sterben und seinen Tod

betroffen hätten.

 

Jemandem

etwas schuldig zu bleiben,

kann durchaus belastend sein.

Nicht genügt zu haben,

vielleicht sogar versagt zu haben,

nicht weniger.

Schon das Gefühl kann

zermürbend genug sein.

 

Das Gefühl kann sich

durchaus auch

auf das eigene Leben und

seine Belange beziehen.

Hat man alles richtig gemacht,

mit der Entscheidung, bisherige Wege

zu verlassen, einen Wohnungswechsel

in Kauf zu benehmen, die Arbeitsstelle

zu wechseln. Neu anzufangen.

Ganz neu. Und ist man dabei

auch der Familie gerecht geworden,

dem Ehepartner, den Kindern,

sich selber?

 

Jemandem

etwas schuldig zu bleiben,

auch einem selber gegenüber,

kann durchaus belastend kann.

Nicht genügt zu haben,

vielleicht sogar versagt zu haben,

nicht weniger.

Schon das Gefühl kann

zermürbend genug sein.

 

Das Bild vom Sklaven,

der pflügt,

der das Vieh hütet

und dann immer noch nicht

fertig ist - mit seiner Arbeit,

vielmehr den Tisch zu decken hat

und für das Essen sorgen muss.

Bringt es auf den Punkt:

 

Keiner von uns wird

mit den Aufgaben,

die das Leben an ihn heranträgt,

gänzlich fertig und zu Ende kommen

können.

Es gibt immer noch etwas zu tun.

Es gibt immer noch mehr zu tun.

Es gibt immer noch eine Steigerung.

Einer abgeschlossenen Baustelle

folgt eine andere.

Diese Abfolge setzt sich fort.

Bis an unser Lebensende.

 

Jemandem

etwas schuldig zu bleiben,

auch einem selber gegenüber,

kann durchaus belastend kann.

Nicht genügt zu haben,

vielleicht sogar versagt zu haben,

nicht weniger.

Schon das Gefühl kann

zermürbend genug sein.

 

Die Gefahr, die ich dabei sehe ist,

dass man sich ständig und immerzu

getrieben sieht,

dass man nicht zur Ruhe finden kann,

mit seinen Gedanken,

mit seinem Tun,

mit dem Gefühl der Verantwortung.

Die Gefahr, die ich dabei sehe ist,

dass man sich selber von innen heraus

dadurch zerstört und zunehmend

dabei krank wird.

 

Die Psychologie spricht

u.a. vom Burnout.

Vom Ausgebrannt sein

der Seele.

 

Gibt es eine Alternative

zu dem ständigen

immer mehr,

immer nach vorne,

immer die Ersten sein?

 

Ja, die gibt es!

Kommt alle zu mir,

die ihr euch plagt uns schwere Lasten

zu tragen habt. ich werde euch Ruhe

verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch

und lernt von mir;

denn ich bin gütig und von Herzen

demütig;

so werdet ihr Ruhe finden

für eure Seele.

Denn mein Joch drückt nicht,

und meine Last ist leicht. ( Mt 11,28ff)

 

Jesus selbst

bietet an anderer Stelle

eine Alternative an.

Und die heißt:

Innhalten.

Abstand finden.

Sich neu orientieren

und ausrichten.

Auf das Wesentliche blicken.

Auf das, was wirklich zählt.

Auf das, worauf es tatsächlich

ankommt.

 

Und worauf kommt es an?

Was bleiben wir schuldig?

Vor allem, wem bleiben wir etwas

schuldig?

 

Wir schulden einander.

Einer schuldet dem anderen.

Immerzu.

Ununterbrochen.

Bedingungslos:

Respekt,

Anerkennung,

Wertschätzung,

Achtung.

Das ist die Basis,

auf der das Miteinander von Menschen

zu stehen kommen muss.

 

Wir schulden der Schöpfung.

Den Blumen,

den Tieren,

den Wassern,

den Bäumen,

der Erde und

allem, was auf dieser Erde

lebt und existiert:

Respekt,

Anerkennung,

Wertschätzung,

Achtung.

 

Die sind nicht gegeben,

dort, wo der Mensch

die Natur ausnutzt.

Wo er sie ausbeutet

und seinen eigenen Zwecken

radikal unterordnet,

wo er sie zum Opfer

menschlicher Gier

und menschlichem Größenwahn

macht.

Die ökologische Krise

zeigt auf das Missverhältnis

zwischen Mensch und Schöpfung hin

und zudem auf,

wie dieses Missverhältnis

auf den Menschen selber

zurückschlägt.

 

Und:

Wir schulden uns selber.

Immerzu.

Ununterbrochen.

Bedingungslos:

Respekt,

Anerkennung,

Wertschätzung,

Achtung.

Das ist die Basis,

auf der wir selber

zu stehen kommen.

Liebe deinen Nächsten,

wie dich selbst,

meint Jesus.

 

Dieser Impuls

führt unausweichlich zur Frage:

Was bin ich mir selber wert?

Wie nehme ich mich selber wahr,

mit meinen Bedürfnissen,

mit all dem, was ich zum Leben brauche.

Und gestatte ich es mir,

meine eigenen Bedürfnisse

anzumelden und einzufordern?

Gestatte ich es mir,

zu leben?

 

Jemandem

etwas schuldig zu bleiben,

auch einem selber gegenüber,

kann durchaus belastend kann.

Nicht genügt zu haben,

vielleicht sogar versagt zu haben,

nicht weniger.

Schon das Gefühl kann

zermürbend genug sein.

 

Machen wir uns nichts vor:

Wir sind Menschen.

Wir bleiben Menschen.

Menschen mit Unzulänglichkeiten.

Menschen mit Grenzen.

Menschen mit Fehlern.

Menschen, die einander wehtun.

Menschen, die sich selber wehtun.

Menschen, die ihre Möglichkeiten

nie vollends ausnutzen und einbringen,

weil sie sich selber oftmals viel

zu wenig zutrauen.

 

Das ist so.

Das bleibt so.

Damit gilt es zu leben.

Sie.

Ich.

Wir haben damit klar

zukommen.

 

Was hilft dabei?

Es gibt ein Gebet,

das ich selber immer wieder

gerne in Anspruch nehme,

eingedenk meiner

eigenen Grenzen.

 

Herr, vollende das Gute,

das ich in deinem Namen

begonnen habe.

 

Das bleibt ER uns schuldig.

Und er vollendet gern,

was wir in seinem Namen

beginnen und hervorbingen.

Weil er will,

dass unser Leben

gelingt.

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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