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Arbeiter für das Reich Gottes

Lk 10,1-12.17-20

 

 

„Hoffnung wagen.“

So ist ein Buch

des amerikanischen Präsidenten

Barack Obama betitelt.

In diesem Buch berichtet er

über seine eigene Entscheidung

für den christlichen Glauben.

Er schreibt dabei über den Hunger

im Herzen eines jeden Menschen:

 

Jeden Tag, so scheint es,

absolvieren die Amerikaner

ihr Routineprogramm:

die Kinder zur Schule bringen,

ins Büro fahren,

zu einem Geschäftstermin fliegen,

einkaufen im Supermarkt,

versuchen, die letzte Diät durchzuhalten.

Und irgendwann erkennen sie,

dass etwas fehlt.

Sie kommen zu dem Schluss,

dass ihre Arbeit,

ihr Besitz,

ihre Unterhaltungen,

ihr dauerndes Beschäftigtsein

nicht genug sind.

Sie wollen ein Ziel haben,

einen Rahmen für ihr Leben,

etwas,

das gegen eine chronische Einsamkeit

hilft oder sie aus der öden Tretmühle

des Alltags herausholt.

Sie möchten,

dass jemand Anteil an ihrem Leben nimmt

und ihnen zuhört.

Sie streben nach der Gewissheit,

dass ihr Leben nicht nur eine lange Reise

ins Nichts ist.

 

Bernard Levin,

der vielleicht größte englische Kolumnist

unserer Zeit, schreibt:

 

Länder, wie das unsere

sind voller Menschen,

die alle materiellen Annehmlichkeiten haben,

die sie sich nur wünschen können.

Zudem haben sie nichtmaterielle Güter

wie eine glückliche Familie,

und dennoch leben sie in einer stillen,

manchmal dennoch lautstarken Verzweiflung.

Sie sehen nur das eine:

dass in ihrem Inneren ein Loch ist.

egal, wie viel Essen und Getränke

sie auch hineinstopfen,

egal, wie viele Autos und Fernseher,

wie viele wohlerzogene Kinder

und echte Freude sie drum herum

aufmarschieren lassen:

Der Schmerz bleibt.

 

Du.

Ich.

Jeder Mann,

jede Frau

weiß darum.

Und –

wir spüren es.

Und –

wir ahnen es.

Und –

wir haben Angst,

es zuzugeben

und uns einzugestehen:

 

In allem, was diese Welt

zu geben hat, ist zu wenig,

als dass wir darin,

wirklich und tatsächlich

unsere Erfüllung finden

und unsere Sehnsucht stillen

könnten.

 

Und es treibt uns die Angst

vor der Sinnlosigkeit des Lebens,

vor den zerreißenden Schuldgefühlen,

die wir oftmals mit uns tragen,

vor dem Tod, dem eigenen,

vor der quälenden Einsamkeit ,

immer wieder nach vorne,

einfach nur weg von hier.

 

Freddi Mercury,

Sänger der Rockgruppe

„Queen“ schreibt in einem seiner

letzten Songs:

 

Weiß irgendjemand,

wofür wir leben?

Das Bitterste ist,

dass du alles auf der Welt haben

kannst und doch der einsamste Mensch bist.

Der Erfolg hat mich zum Idol gemacht

und mir Millionen Pfund eingebracht,

aber er hat mir das eine vorenthalten,

was wir alle brauchen:

eine dauerhafte,

liebevolle Beziehung.

 

Jesus sendet seine Jünger aus.

Mit ihnen unzählige andere,

die ihm bislang gefolgt waren.

Hingehen sollen sie zu den Menschen.

Sie auf ihren Hunger nach Sinn,

sie auf ihre Sehnsucht nach Leben,

sie auf ihren Wunsch nach Vergebung

und Liebe ansprechen.

Und heilen sollen sie,

jeden, der danieder liegt.

 

Dann kommen sie zurück.

Sie berichten davon,

wie sie Menschen wieder ins Leben

zurückgeholt haben,

wie sie Menschen wieder

den Blick geweitet haben

auf das hin, was tatsächlich

und wirklich zählt,

wie sie Menschen wieder Wege

aufgezeigt haben,

heraus aus den Gefangenschaften,

die ihr bisheriges Leben nur

eingeengt hatten.

 

Jesu Name war ihnen dabei

nicht nur Programm.

Jesu Name war ihnen Stärke

und Kraft,

das Böse nicht zu fürchten,

vielmehr das Gute zu tun.

 

„Die Ernte ist groß.“

 

In der Tat.

Wie viele Menschen

irren auch in unserer

Welt heute umher.

Menschen auf der Suche

nach einem Rahmen

für ihr Leben und etwas gegen

ihre chronische Einsamkeit.

Menschen auf der Suche

nach etwas, das sie herausholt

aus der öden Tretmühle des Alltags.

Menschen auf der Suche

nach jemanden,

der Anteil

an ihrem Leben nimmt

und ihnen zuhört.

Menschen auf der Suche

nach dem unverwechselbaren

Sinn ihres Lebens.

Menschen

mit einem großen Loch

in ihrem Inneren,

das anscheinend mit nichts

zu füllen ist,

das wirklich hält,

das wirklich trägt,

das wirklich satt macht,

den Hunger der Seele

zu stillen vermag.

 

Die Ernte ist groß …

aber es gibt zu wenig Arbeiter …

 

In der Tat:

Es gibt zu wenig Arbeiter,

in unserer Kirche,

die sich wirklich der

ins Auge stechenden Nöte der

Menschen annehmen.

Es gibt zu wenig Arbeiter,

denen wirklich die Bedürfnisse

der Menschen am Herzen liegen.

Es gibt zu wenig Arbeiter,

die wirklichen Anteil nehmen

und zuhören.

Es gibt zu wenig Arbeiter,

die hinausgehen,

die Menschen auf

ihre Sehnsüchte ansprechen

und ihnen Wege zu einem

erfüllten Leben aufweisen.

 

Aber

es gibt nicht zu wenig Arbeiter,

die sich um Strukturen

und pastorale Konzeptionen

kümmern;

die von einer Sitzung zur anderen

hetzen und von einem Ausschuss

in den anderen wechseln;

die sich der Fragen annehmen,

die kein Mensch gestellt hat

und ihre ganze Energien

in Antworten investieren,

die niemand wirklich hören will.

 

Im Gegenteil,

davon gibt es immer noch

viel zu viele.

Und daran krankt

unsere Kirche,

daran kranken

unsere Gemeinden.

Und daran krankt

das ganze oftmals krankmachende

System.

 

Die Frage stellt

sich jedem von uns.

Was ist uns wichtig?

Was ist uns als Gemeinde wichtig?

Was ist uns als Christen wichtig?

Wofür wollen wir stehen?

Für wen wollen wir gehen?

Was ist Sinn und Ziel

unserer Nachfolge?

 

Alfred Delp,

ein dem Nationalsozialismus

zum Opfer gefallener Jesuitenpater

schreibt hierzu:

 

Das Schicksal der Kirche

wird in der kommenden Zeit

nicht von dem abhängen,

was ihre Prälaten und führenden Instanzen

an Klugheit, Gescheitheit,

„politischen Fähigkeiten“ usw. aufbringen.

Auch nicht von den „Positionen“,

die sich Menschen

aus ihrer Mitte erringen konnten.

Das alles ist überholt.

Was zählt ist die Rückkehr der Kirchen

in die Diakonie:

in den Dienst der Menschheit.

Es wird kein Mensch an die Botschaft

vom Heil und vom Heiland glauben,

wenn es uns nicht gelingt einander zu dienen

und füreinander dazu sein.

 

Wir alle sind gesendet.

Sie.

Ich.

Jeder und jede

von uns.

 

Was hindert uns daran,

Menschen auf der Suche

nach einem Rahmen

für ihr Leben und etwas gegen

ihre chronische Einsamkeit,

beizustehen?

Was hindert uns daran,

Menschen auf der Suche

nach etwas, das sie herausholt

aus der öden Tretmühle des Alltags

zu unterstützen?

Was hindert uns daran,

Menschen auf der Suche

nach jemanden,

der Anteil

an ihrem Leben nimmt

und ihnen zuhört,

zu helfen?

Was hindert uns daran,

uns mit Menschen auf der Suche

nach einem unverwechselbaren

Sinn ihres Lebens,

zu verbünden?

Was hindert uns daran,

Menschen

mit einem großen Loch

in ihrem Inneren,

das anscheinend mit nichts

zu füllen ist,

das wirklich hält,

das wirklich trägt,

das wirklich satt macht,

den Hunger der Seele

zu stillen vermag,

aufzufangen?

 

Das Einzige,

das wirklich die Kraft hätte,

uns davon abzuhalten, anderen

Menschen beizustehen ist,

dass wir selber

zu diesen Menschen gehören,

die den Sinn ihres Lebens

noch nicht gefunden haben.

Die immer noch in dieser

Welt und in ihrem Leben

umherirren.

Dass wir selber hierzu

gar nicht in der Lage sind.

 

Ansonsten

bleibt der Aufruf

an jeden von uns:

 

Geht hinaus!

Geht zu den Leuten!

Verkündet!

Lebt vor, was ihr vom Evangelium

begriffen habt!

Gebt Zeugnis!

Tut es im Namen Jesu.

Und seid Euch gewiss:

 

Nichts

wird euch schaden

können.

 

Mit einem Gebet

will ich abschließen:

 

Christus,

unterscheide uns,

damit wir uns unterscheiden!

 

Sprenge uns

von unseren Bänken,

dass wir sie wegrücken!

 

Kreuzige

unsere Gleichförmigkeit

denn in ihr stirbt dein Geist!

 

Schreie

nach unserem Können!

Wie wenig haben wir vollbracht!

 

Aber ermögliche uns

uns zu erheben

mit unseren bleiernen Füßen

mit deiner Lebendigkeit,

dass wir luftig denken

und Feuer und Flamme sind

im Aufbruch.

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Seiten:

 

TelefonSeelsorge

www.telefonseelsorge.de

0800/1110111

0800/1110222

 

Bistum Speyer

www.bistum-speyer.de



Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de



BTS

Gesellschaft für Organisationberatung

Training und Supervision

www.bts-mannheim.de



Deutsche Gesellschaft für Supervision

www.dgsv.de









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